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artifiziell

Form & Grammatik

AdjektivFremdwort
Lemma
artifiziell
Wortart
Adjektiv
Worttrennung
ar·ti·fi·zi·ell
Steigerung und Gebrauch
artifizieller · am artifiziellsten; vor allem für einen künstlichen oder gekünstelten Eindruck.

Artifiziell bedeutet künstlich geschaffen. Es kann außerdem etwas beschreiben, das aufwendig gekünstelt oder aufgesetzt wirkt.

Bedeutungen

Künstlich hergestellt

Etwas Artifizielles ist von Menschen geschaffen und nicht auf natürliche Weise entstanden. Das Adjektiv ist bildungssprachlich und wird auch in Fachzusammenhängen verwendet. Es enthält in dieser Lesart nicht notwendig ein negatives Urteil.

„Die Ausstellung verbindet natürliche Fundstücke mit artifiziellen Nachbildungen.“

Die Unterscheidung betrifft die Entstehung. Wie überzeugend oder schön die Nachbildungen sind, bleibt offen.

Gekünstelt oder aufgesetzt wirkend

Eine Ausdrucksweise, Gestaltung oder ein Verhalten kann artifiziell wirken, wenn die Herstellung oder Inszenierung stark hervortritt. Die Wirkung kann bewundert oder als unecht kritisiert werden; der Zusammenhang entscheidet.

„Die übertrieben feierliche Rede wirkte in dem vertrauten Gespräch artifiziell.“

Der beschriebene Kontrast macht den Eindruck nachvollziehbar. Nicht jede sorgfältig vorbereitete Rede wirkt deshalb aufgesetzt.

artifiziell: Synonyme und andere Wörter

Bei der Herstellung

künstlich · hergestellt · nachgebildet

Künstlich ist die verständlichere allgemeine Alternative. Synthetisch passt nur in bestimmten Herstellungszusammenhängen und ist kein Ersatz für jede menschliche Gestaltung.

Die Anlage nutzt eine artifizielle Umgebung. → Die Anlage nutzt eine künstlich geschaffene Umgebung.

Bei einer Wirkung

gekünstelt · aufgesetzt · manieriert

Gekünstelt bewertet einen Eindruck als unnatürlich. Aufgesetzt passt besonders zu Verhalten und Ausdruck. Unecht wäre eine weitergehende Aussage über Echtheit, die der Eindruck allein nicht beweist.

Die Freundlichkeit wirkte artifiziell. → Die Freundlichkeit wirkte aufgesetzt.

Beispiele und Verwendung

„Die leuchtend pinken Kunstblumen wirkten zwischen den Naturmaterialien bewusst artifiziell.“

Das Wort beschreibt hier eine erkennbare Gestaltung, die absichtlich gewählt sein kann. Artifizialität und eine emotionale Wirkung schließen sich nicht aus. Bei einem Text sollte deshalb deutlich werden, ob seine Herstellung erklärt oder seine Wirkung bewertet wird.

Grammatik und Beugung

Vor einem Nomen wird artifiziell gebeugt: eine artifizielle Form. Die Steigerung lautet artifizieller, am artifiziellsten. Ein Eindruck kann stärker gekünstelt sein; die bloße Einordnung als künstlich hergestellt verlangt gewöhnlich keinen Vergleich. Die belegte Nebenform lautet artefiziell; die Tabellen behandeln das Hauptlemma artifiziell.

Die Tabellen zeigen die gebeugte Grundstufe. In der gemischten Deklination gilt der Plural etwa nach keine oder meine; der unbestimmte Artikel ein hat keinen Plural. Die dezent markierten Teile sind tatsächliche Endungen.

artifiziell: Starke Deklination – ohne Artikel
Fall Maskulinum Femininum Neutrum Plural
Nominativ artifizieller artifizielle artifizielles artifizielle
Genitiv artifiziellen artifizieller artifiziellen artifizieller
Dativ artifiziellem artifizieller artifiziellem artifiziellen
Akkusativ artifiziellen artifizielle artifizielles artifizielle
artifiziell: Schwache Deklination – nach der, die, das
Fall Maskulinum Femininum Neutrum Plural
Nominativ artifizielle artifizielle artifizielle artifiziellen
Genitiv artifiziellen artifiziellen artifiziellen artifiziellen
Dativ artifiziellen artifiziellen artifiziellen artifiziellen
Akkusativ artifiziellen artifizielle artifizielle artifiziellen
artifiziell: Gemischte Deklination – nach ein, kein oder einem Possessivwort
Fall Maskulinum Femininum Neutrum Plural
Nominativ artifizieller artifizielle artifizielles artifiziellen
Genitiv artifiziellen artifiziellen artifiziellen artifiziellen
Dativ artifiziellen artifiziellen artifiziellen artifiziellen
Akkusativ artifiziellen artifizielle artifizielles artifiziellen

Herkunft

Das Wort wurde aus französisch artificiel übernommen. Dieses führt zu lateinisch artificialis und artifex, einer Bezeichnung für einen Künstler oder kunstfertigen Hersteller. Der Gedanke des Gemachten verbindet die heutigen Lesarten.