WORTWUCHS | Literaturlexikon

cum laude

Bedeutung

Die Wortverbindung cum laude bedeutet gut oder mit Lob und kennzeichnet eine den Durchschnitt übertreffende Leistung. Die Wortverbindung findet bei der abschließenden Bewertung einer Doktorarbeit Verwendung und entspricht der drittbesten Benotung bei der Promotionsprüfung an einer Hochschule.

Wird eine Dissertation an einer deutschen Hochschule zu dem Zwecke der Promotion, also eine wissenschaftliche Arbeit zum Erlangen des Doktorgrades, vorgelegt, und in einer mündlichen Prüfung verteidigt (Rigorosum, Disputation), wird eine Note für die Gesamtleistung aus Doktorarbeit und Prüfung vergeben.

Wird mit cum laude bewertet, so entspricht diese Bewertung der drittbesten Note, die als gut einzustufen ist. Diese besagt, dass sich die oder der Geprüfte im oberen Mittelfeld bewegt, wobei eine schlechtere, aber auch bessere Note möglich ist.

Noten zur Gesamtbewertung der Promotionsleistung
BewertungBedeutungNote
summa cum laudemit höchstem Lob, mit Auszeichnung, ausgezeichnet0,5
magna cum laudemit großem Lob, sehr gut1,0
cum laudemit Lob, gut2,0
satis benegenügend, befriedigend3,0
riteausreichend4,0
non probatumungenügend, nicht bestanden5,0
Hinweis: Die obigen Wortverbindungen dienen also dazu, bei der abschließenden Bewertung einer Doktorarbeit, Zeugnis über den Nachweis der erlangten Fähigkeiten im Studienfach anzugeben. Die Entsprechung in "Schulnoten" ist nicht an jeder Universität identisch. Manche Promotionsordnungen sehen die Note satis bene nicht vor, wobei rite dann als befriedigend gilt.


Die Wortverbindung cum laude ist eine Zusammensetzung aus den beiden lateinischen Begriffen cum und laude, wobei sich die Präposition cum als mit in gleicher Bedeutung übersetzen lässt. Das Wort laude ist der Ablativ Singular vom lateinischen Nomen laus und lässt sich mit Lob übersetzen.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts lässt sich der Gebrauch dieser Benotung in Schriften und Dokumenten – vermutlich anfangs ausschließlich in Hochschulen – nachweisen. Ein sehr starker Anstieg der Verwendung der Wortverbindung lässt sich in der Zeit von etwa 1880 bis 1920 verzeichnen. Bis in die Gegenwart bleibt die Bekanntheit und Verbreitung konstant und gewinnt leicht hinzu, wobei die Wortverbindung auch im übertragenen Sinn außerhalb der Hochschule Verwendung findet.

1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. dtv, München 1997
2. Quelle: Ngram Viewer

Beispiele

Er reicht seine Dissertation ein. Er verteidigt seine Dissertation und besteht cum laude.
wortwuchs.net, "Kurt Tucholsky"
Sie gilt als die erste Frau ihrer Zeit, die eine Doktorarbeit mit cum laude abschloss. Verglichen mit Schulnoten entspräche dies einem gut und somit der Note 2.
Das Jura-Studium haben Sie mit cum laude abgeschlossen, fast jedes Jahr schreiben Sie einen Bestseller, nun sind Sie für das Amt einer Verfassungsrichterin vorgeschlagen worden.
Julia Prosinger, Ulf Lippitz, "Ich bin eine gut bezahlte Arbeitslose"
Konnte man das glauben? Die Prüferinnen und Prüfer rieben sich ungläubig die Augen. Die letzte Doktorarbeit erzielte das gleiche Ergebnis wie die vorigen. Einstimmig wurden in diesem Semester alle Arbeiten mit cum laude bewertet.
Egal ob der Abschluss mit cum laude gemacht wurde oder ob das Praxissemester zu Hospitanzen in den großen DAX-Konzernen führte: Als Neuer im Job kommt es auf einen guten Start mit den Kollegen an.
Tina Groll, "Hilfe, ich bin neu in der Firma"

Grammatik

Synonyme

    • gut
    • mit Lob