WORTWUCHS | Literaturlexikon

korrespondieren

Bedeutung

Das schwache Verb korrespondieren bedeutete ursprünglich, dass Personen einen Briefwechsel miteinander führen. Heute kann das Wort aber auch für andere Formen des schriftlichen Austausches genutzt werden, wie etwa per E-Mail oder SMS.

In einem bildungssprachlichen Kontext kann korrespondieren anzeigen, dass Dinge in einem Merkmal übereinstimmen und somit in einer Beziehung zueinander stehen.

Beispielsweise korrespondierte Heinrich Heine viel mit seinem Verleger Julius Campe, wobei die Ansichten der beiden nicht immer miteinander korrespondierten, also übereinstimmten.

Das Wort ist eine Zusammensetzung des lateinischen con für mit- oder zusammen und respondere für antworten. Somit verweist die Herkunft des Fremdwortes vor allem auf die Bedeutung des gegenseitigen Antwortens.

Wer miteinander korrespondiert führt eine Korrespondenz mit der anderen Person. Das Nomen wird hierbei synonym zu Briefwechsel oder allgemein zu Schriftverkehr gebraucht.

Das Verb korrespondieren ist seit dem 16. Jhd. im Deutschen verankert[1], wobei sich in den Folgejahren viele Ableitungen ausbreiteten. Vor allem seit dem späten 19. Jhd. wird das Wort vermehrt in der deutschsprachigen Literatur verwendet.[2]

1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. dtv, München 1997 2. Ngram Viewer

Beispiele

Ich korrespondiere schon seit Jahren mit einem bekannten Sprachwissenschaftler aus England. Das bringt mir viel für meine Forschung.
Goethe und Schiller korrespondierten in mehreren hundert Briefen miteinander. Dieser Briefwechsel der beiden Dichter ist uns bis heute erhalten geblieben.
Ich bin ultravernetzt, habe 86 Millionen Fans bei Twitter, 104 Millionen bei Instagram, 74 Millionen bei Facebook. Natürlich kann ich nicht immer mit allen persönlich korrespondieren.
Jan Kedves, “Ich bin's”
Chamissos Kunstmärchen Peter Schlemihls wundersame Geschichte korrespondiert inhaltlich mit Krüss' Timm Thaler.
[...] eine [...] Hartholzterrasse, deren wellige Strukturen mit dem Meer ringsherum korrespondieren.
zeit.de, “Was aus dem Wald wird”

Grammatik

  • Wortart Verb
  • Worttrennung kor·res·pon·die·ren
Präsens Präteritum Perfekt
ich korrespondier(e) ich korrespondierte ich habe korrespondiert
du korrespondierst du korrespondiertest du hast korrespondiert
er korrespondiert er korrespondierte er hat korrespondiert
wir korrespondieren wir korrespondierten wir haben korrespondiert
ihr korrespondiert ihr korrespondiertet ihr habt korrespondiert
sie korrespondieren sie korrespondierten sie haben korrespondiert
Plusquamperfekt Futur I Futur II
ich hatte korrespondiert ich werde korrespondieren ich werde korrespondiert haben
du hattest korrespondiert du wirst korrespondieren du wirst korrespondiert haben
er hatte korrespondiert er wird korrespondieren er wird korrespondiert haben
wir hatten korrespondiert wir werden korrespondieren wir werden korrespondiert haben
ihr hattet korrespondiert ihr werdet korrespondieren ihr werdet korrespondiert haben
sie hatten korrespondiert sie werden korrespondieren sie werden korrespondiert haben
Konjunktiv I Konjunktiv I Imperativ
ich korrespondiere ich korrespondierte -
du korrespondierest du korrespondiertest korrespondier(e)
er korrespondiere er korrespondierte -
wir korrespondieren wir korrespondierten korrespondieren
ihr korrespondieret ihr korrespondiertet korrespondiert
sie korrespondieren sie korrespondierten korrespondieren
Infinitiv Partizip
korrespondieren korrespondierend
zu korrespondieren korrespondiert

Synonyme

  • sich schreiben
  • Briefe wechseln
  • brieflich verkehren
  • einen Briefwechsel führen
  • im Briefwechsel stehen
  • im Briefverkehr stehen
  • im Schriftverkehr stehen
  • im Schriftwechsel stehen
  • in Korrespondenz stehen
  • miteinander schreiben
  • aufeinander abgestimmt sein
  • eins sein
  • entsprechen
  • gleichen
  • gleich sein
  • im Einklang stehen
  • in Beziehung stehen
  • konform gehen
  • kongruieren
  • konvergieren
  • sich decken
  • übereinstimmen
  • zusammenpassen