WORTWUCHS | Literaturlexikon

zappen

Bedeutung

Das umgangssprachliche Verb zappen beschreibt das zumeist schnelle Umschalten mit der Fernbedienung von einem TV-Kanal auf den nächsten, wobei pausenlos neue Sendungen gesucht und demnach nur oberflächlich betrachtet werden.

Wer zappt, der wechselt zumeist ohne allzu großes Interesse von einem Fernsehsender auf den nächsten und sieht so für wenige Sekunden kurze Sequenzen des gerade laufenden Programms. Demzufolge verfolgt die Person, die zappt, kein konkretes Ziel, sondern verschafft sich eher ziellos einen Überblick, um einen interessanten Inhalt zu finden.

Das Wort zappen ist ein Anglizismus und somit ein Begriff, der aus dem Englischen ins Deutsche übertragen wurde und dabei nicht als eingedeutscht empfunden wird. Ähnlich verhält es sich etwa bei den Wörtern Team, Laptop oder auch online.

Das englische Verb to zap ist gleichbedeutend und wurde so schlicht und ergreifend ins Deutsche übernommen, wobei im Englische die Wortgruppe to zap something außerdem mit etwas löschen übersetzt werden kann. Diese Bedeutungsebene ist in der deutschen Übertragung allerdings nicht zu finden.

In der deutschen Sprache findet sich das Verb erst seit einem kurzen Zeitraum und tritt vor allem seit dem Aufkommen der neuen digitalen Medien vermehrt in Erscheinung. Zwar findet sich in einigen Texten aus dem 19. Jahrhundert bereits das Verb zappen, dieses bedeutete aber etwas an sich reißen und steht in keinem Zusammenhang mit dem Englischen to zap.

Mit der massenhaften Verbreitung privater Fernsehformate und -sender erlebte die Verwendung des Wortes im Deutschen einen exponentiellen Anstieg. Seit den 2000er Jahren ist die Verbreitung in etwa gleichbleibend hoch. Das Wort lässt sich aber bereits in den 1990er Jahren belegen, wobei die Formen Zappen und Zapping gleichermaßen vertreten sind.

1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. dtv, München 1997
2. Quelle: Ngram Viewer

Beispiele

Mit einer dicken Grippe sitze ich auf meinem Sofa vor dem Fernseher und zappe minutenlang zwischen den Kanälen, bis ich eine spannende Dokumentation finde.
Er enthüllt, welche Erfüllung Rumsitzen, ohne zu reden bedeuten kann und warum Männer durch das Fernsehprogramm zappen müssen.
Lokalkompass.de, "Recklinghausen: Männer müssen zappen"
Es gibt viele Hinweise darauf, dass durch langes und regelmäßiges Zappen - also das schnelle Hin- und Herschalten zwischen den Sendern - vermehrt Konzentrationsstörungen auftreten. Ärzte sind dabei allerdings nicht immer einer Meinung, ob dies so stimmt.
Wer viel zappt und ständig das Programm wechselt, nimmt sich keine Zeit, eine TV-Sendung in Ruhe zu schauen.
All das muss man jungen Leuten deshalb erklären, weil sie an diesem Samstagabend beim Zappen in eine ARD-Gala hineingeraten könnten, in der ein korrekt gescheitelter weißhaariger Herr [...] gewürdigt wird.
Alexander Kühn, "Der TV-Urknaller"

Grammatik

  • Wortart Verb
  • Worttrennung zap·pen
Präsens Präteritum Perfekt
ich zapp(e) ich zappte ich habe gezappt
du zappst du zapptest du hast gezappt
er zappt er zappte er hat gezappt
wir zappen wir zappten wir haben gezappt
ihr zappt ihr zapptet ihr habt gezappt
sie zappen sie zappten sie haben gezappt
Plusquamperfekt Futur I Futur II
ich hatte gezappt ich werde zappen ich werde gezappt haben
du hattest gezappt du wirst zappen du wirst gezappt haben
er hatte gezappt er wird zappen er wird gezappt haben
wir hatten gezappt wir werden zappen wir werden gezappt haben
ihr hattet gezappt ihr werdet zappen ihr werdet gezappt haben
sie hatten gezappt sie werden zappen sie werden gezappt haben
Konjunktiv I Konjunktiv I Imperativ
ich zappe ich zappte -
du zappest du zapptest zapp(e)
er zappe er zappte -
wir zappen wir zappten zappen
ihr zappet ihr zapptet zappt
sie zappen sie zappten zappen
Infinitiv Partizip
zappen zappend
zu zappen zappt

Synonyme

  • das Programm wechseln
  • schalten
  • switchen
  • umschalten