WORTWUCHS | Literaturlexikon

Da capo

Als Da capo wird in der Musik die Anweisung bezeichnet, ein Musikstück – wenn die Musiker bei der Anweisung angelangt sind – nochmals von Beginn zu spielen. Zumeist wird die Anweisung Da capo mit al fine ergänzt. Das bedeutet, dass das Werk von Anfang bis zum Hinweis fine gespielt wird. Dieser Hinweis kann dabei entweder tatsächlich am Ende des Werkes stehen oder auch an einer beliebigen Stelle innerhalb der Notation. Darüber hinaus ist Da capo! als Beifallsruf seitens des Publikums üblich, um Musiker, Sänger oder Schauspieler zur Wiederholung aufzufordern. Dieser Ausruf soll zeigen, dass das Stück so gut war, dass man es nochmals von Beginn an hören möchte.

Die Wortfolge ist italienisch und setzt sich aus da für von/m und dem Nomen capo für Kopf zusammen. Wortwörtlich übersetzt würde sie demnach vom Kopf bedeuten, lässt sich aber im übertragenen Sinn als vom Beginn deuten. Folglich verweist bereits die Übersetzung der Wortfolge darauf, worum es grundsätzlich geht: nämlich um Etwas, das vom Beginn oder eben Anfang wiederholt wird.


Da capo in der Musik am Beispiel erklärt


Das obige Beispiel-Bild verdeutlicht, worum es hierbei geht. Die Notenzeile ist hierbei in zwei Abschnitte eingeteilt: Abschnitt A und Abschnitt B. Am Ende der Notenzeile findet sich der Hinweis Da capo al fine. Das bedeutet, dass der Musiker, wenn Abschnitt A und B gespielt wurden, nochmals vom Beginn der Notenzeile beginnen und das Ganze bis zum Hinweis fine wiederholen muss. Gäbe es den Hinweis fine nicht, würde das Stück bis zum Ende durchgespielt werden. Also bis zum Ende von Abschnitt B.

Darüber hinaus gilt, dass einfache Wiederholungen, die bis zum Da capo gesetzt wurden, nicht erneut wiederholt werden. Dieser Grundsatz kann aber durch den Hinweis con repetitione (mit Wiederholungen, kurz: con rep.) aufgehoben werden. Dann werden alle Wiederholung vom Beginn bis fine mitgespielt.

Dal segno und Da capo al coda

Ferner gibt es zwei Anweisungen, die dem Beschriebenen recht ähnlich sind: Dal segno sowie Da capo al coda. Auch hierbei werden bestimmte Abschnitte des jeweiligen Musikstücks wiederholt. Allerdings bis zu einem anderen (festgelegten) Punkt und eben nicht bis zum Hinweis fine.

Die Anweisung Dal segno ist mit Da capo vergleichbar. Sie besagt, dass ein Musikstück vom Punkt, der mit Dal segno bezeichnet wurde, bis zum notierten Endpunkt wiederholt wird. Ebenso gibt es die Anweisung Dal segno al fine (vom Punkt bis zum Ende oder bis fine) sowie Dal segno al coda.

Al coda oder eben Da capo al coda meint, dass nach ebendiesem Hinweis zum Anfang gesprungen und von dort wiederholt wird. Es wird hierbei bis zur entsprechend ausgezeichneten Stelle gespielt, um anschließend ins Coda (wörtlich Schwanz, von lat. cauda), also in ein Nachspiel, zu springen und das Werk darin fortzusetzen. Auch hierbei werden einfache Wiederholungen nicht erneut gespielt.

Da capo-Arie

Als Arie wird ein solistisch vorgetragenes Musikstück bezeichnet. Namensgebend für eine der bedeutendsten Arienformen ist die beschriebene Anweisung: die Da-capo-Arie. Populär war diese vor allem im Barock und nahm dort eine beherrschende Stellung ein (vgl. Literaturepochen).

Diese Form der Arie besteht grundsätzlich aus zwei Teilen, die stark miteinander kontrastieren, also in einem starken Gegensatz stehen. Nach dem zweiten Teil findet sich im Notentext die Anweisung Da capo, was besagt, dass das Gesangstück vom jeweiligen Sänger vom Beginn gesungen werden und somit der erste Teil wiederholt werden muss. Wenn man den einzelnen Teilen der Arie nun Buchstaben zuweist, also dem ersten ein A und dem zweiten ein B, wäre das Schema der Da-capo-Arie ABA.

Interessant ist an dieser Wiederholung, dass der Sänger Teil A entweder wortwörtlich wiederholt oder eben stark variiert. Dadurch, dass hierbei Variationen erlaubt und meist gewünscht sind, eröffnet sich für den Sänger ein Spielraum, der Gelegenheit für gesangliche Verzierungen mit beliebigen Koloraturen und Variationen bietet. Die Da-capo-Arie findet sich erstmalig in Monteverdis L’Orfeo (UA: 24. Februar 1607).

Kurzübersicht: Das Wichtigste im Überblick


  • Als Da capo wird in der Musik die Anweisung bezeichnet, ein Musikstück – wenn die Musiker bei der Anweisung angelangt sind – nochmals von Beginn zu spielen. Zumeist wird die Anweisung Da capo mit al fine ergänzt. Das bedeutet, dass das Werk von Anfang bis zum Hinweis fine gespielt wird. Weiterhin ist ein Beifallsruf seitens des Zuschauers mit diesen Wörtern üblich, um die Musiker bei Gefallen zur Wiederholung aufzufordern.
  • Darüber hinaus gibt es die Anweisungen Dal segno und Da capo al coda. Erstere Anweisung beschreibt ein ähnliches Prinzip und meint dass ein Musikstück vom Punkt, der mit Dal segno bezeichnet wurde, bis zum notierten Endpunkt wiederholt wird. Da capo al coda meint, dass nach diesem Hinweis zum Anfang gesprungen und von dort wiederholt wird. Es wird hierbei bis zur entsprechend ausgezeichneten Stelle gespielt, um anschließend ins Coda (Nachspiel) zu springen.

  • Von ebendieser Anweisung aus der Musik leitet sich außerdem der Begriff der Da-capo-Arie ab. Diese bezeichnet ein Gesangstück, dass dem Schema ABA folgt. Hierbei werden zwei kontrastierende Teile gesungen, um anschließend den ersten Teil nochmals wortwörtlich oder mit Variationen (und beliebigen Koloraturen) zu wiederholen.