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Debüt

Als Debüt wird im Theater, in der Oper, beim Ballett sowie beim Film das erstmalige Auftreten in einer Öffentlichkeit oder die erste Arbeit (meist eines Künstlers), welche der Öffentlichkeit vorgestellt wird, bezeichnet. Der Begriff ist vor allem in Bezug auf Künstler und Schauspieler gebräuchlich, kann aber auch im Sport (erstes Spiel in neuer Mannschaft) gebraucht werden. Demzufolge wird die erste Rolle, die ein Schauspieler spielt, als Debütrolle und der Künstler als Debütant / Debütantin bezeichnet. Als Debütantin bezeichnet man außerdem eine junge Frau, die „in die Gesellschaft eingeführt wird“.

Der Begriff leitet sich vom französischen début ab, was sich mit Anfang übersetzen lässt. Demnach verweist bereits die Übersetzung auf die eigentliche Bedeutung des Begriffs: nämlich auf den Anfang und somit das erste Mal, dass eine Sache oder eine Person vorgestellt wird. Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe deutschte den Begriff der Debütrolle ein und verwendete das Nomen Antrittsrolle.


Hans Mohwinkel debütierte in Nachtlager als Jäger.

Hans Mohwinkel (1862 – 1922) war ein deutscher Opernsänger (Bariton) sowie Gesangspädagoge. Im Jahr 1889 konnte er, weil er sich durch Selbststudium in Gesangs- und Musikwissenschaft so weit ausbildete, in der Regensburger Oper debütieren. Seine Antrittsrolle war die des Jägers im Werk Das Nachtlager in Granada, einer Oper in zwei Akten von Conradin Kreutzer, die im Sommer 1833 entstand.

Debütalbum (Musiker)

Mit dem Begriff Album wird in der Musikindustrie die Zusammenstellung mehrerer Stücke auf einem Tonträger (CD, Kassette, Schallplatte etc.) bezeichnet. Den Richtlinien der deutschen Musik-Charts folgend, wird ein solcher Tonträger erst als Album bezeichnet, wenn er mindestens fünf Stücke beinhaltet. Das erste Musikalbum eines Musikers wird als sein Debütalbum bezeichnet.

Die erfolgreichsten Debütalben von Künstlerinnen sind von Whitney Houston (Whitney Houston, 13 Millionen verkaufte Tonträger), Britney Spears (… Baby One More Time, 14 Millionen verkaufte Tonträger) und Lady Gaga (The Fame, 15 Millionen verkaufte Tonträger). Als das erfolgreichsten Debüt einer Gruppe gilt das Album Boston (1976) von der gleichnamigen Rockband, das sich über 17 Millionen Mal verkaufte.

Nachfolgend der Titel Poker Face, der auf dem erfolgreichen Debütalbum The Fame von Lady Gaga enthalten ist. Dieser wurde aus dem Album ausgekoppelt und erreichte in den weltweiten Charts Topplatzierungen.

Debütfilm (Regisseur)

Ein Debütfilm, auch Erstlingsfilm, ist der erste Film, den ein Regisseur der Öffentlichkeit präsentiert. Solche Werke werden auf Filmfestivals kritisch beäugt und sind der erste wesentliche Punkt im Schaffen eines Regisseurs und werden in der Regel mit einem Förderpreis gewürdigt.

Häufig lassen sich in Erstlingswerken schon Tendenzen der späteren Regiearbeit erkennen. Beispielsweise legte Blood Simple – Eine mörderische Nacht den Grundstein des späteren Erfolgs der Coen-Brüder und wurde vielfach von der Kritik gelobt. Der Thriller ist eine Hommage an den den Film noir der 1940er.

Auch Quentin Tarantinos Erstlinge tragen seine Handschrift. So verwendete er bereits in My Best Friend’s Birthday, seinem zweiten Filmprojekt, das nie vollendet wurde typische Elemente, die aus seinem späteren Schaffen bekannt sind. Das fällt bei der Gestaltung der Dialoge auf, aber auch durch das Verwenden von Zitaten aus anderen Filmen, was auch heutzutage charakteristisch ist.

Debüt der Debütantin

Als Debütantin wird eine junge Frau bezeichnet, die in die Gesellschaft eingeführt wird. Dieser Brauch, eine Frau in die Gesellschaft einzühren und sie dieser somit vorzustellen, stammt aus Großbritannien. Dabei wurden die Töchter der Aristokratie (Herrschaft einer kleinen – meist adligen – Gruppe), die das 18. Lebensjahr vollendeten, dem König oder der Königin vorgestellt und galten als heiratsfähig.

Diese feierliche Zeremonie wird zumeist auf einem Debütantinnenball begangen. Auch heutzutage erfreut sich das Ritual in den USA und Australien einer großen Beliebtheit. Aber auch in Europa werden junge Frauen teils auf diese Art und Weise in die Erwachsenengesellschaft eingeführt. Einer der bekanntesten und größten Debütantinnenbälle ist der Wiener Opernball, der jährlich in der Wiener Staatsoper stattfindet.

Traditionell sind die Debütantinnen bei einem solchen Anlass in Weiß gekleidet und werden von einem Partner begleitet. Eröffent wird der Ball meist durch die Polonaise der Debütantinnen, der sich ein Walzer anschließt. Den Höhepunkt bildet der sogenannte Cotillon, einer wechselvollen Abfolge von Contretänzen.

Kurzübersicht: Das Wichtigste zum Debüt im Überblick

  • Als Debüt wird gemeinhin das erste Auftreten eines Künstlers oder die Vorstellung seines ersten Werkes bezeichnet. Im Theater kann der Begriff allerdings auch das erstmalige Auftreten in einer Stadt, die der Schauspieler noch nicht bespielte, gemeint sein.
  • Das erste Album eines Musikers wird gemeinhin als Debütalbum, der erste Film des Regisseurs als Debütfilm bezeichnet. In vielen solcher Debütstücke kann man das spätere Werk des Künstlers bereits erahnen. Diese Werke sind der Anfang des künstlerischen Œuvres.
  • Aus Großbritannien stammt die Tradition der Debütantinnen. Der Begriff meint Frauen, die der Gesellschaft vorgeführt werden und somit als heiratsfähig gelten. Dieses Debüt wird meist auf einem Debütantinnenball begangen. Einer der größten ist der Wiener Opernball.