Als episch werden Texte bezeichnet, welche der literarischen Gattung der Epik angehören und darüber hinaus Elemente, die zwar in anderen Gattungen auftauchen, jedoch eigentlich charakteristisch für die Epik sind: es gibt demnach erzählende Elemente in einem solchen Text, wie etwa bei der Gedichtform der Ballade, die sich durch lyrische und dramatische, aber eben auch epische Merkmale auszeichnet. Umgangssprachlich meint der Begriff außerdem, dass ein Sachverhalt sehr ausführlich gezeigt wird und dabei keine Einzelheit ausgelassen wird. In der Jugendsprache meint der Begriff mitunter aber auch geil, unglaublich oder super und stammt aus der Gamerszene, die den englischen Begriff epic für ebendiese Adjektive prägte und durch episch ins Deutsche übertrug (vgl. Fachjargon, Jargon).

Der Begriff Epik, von dem sich episch ableitet, war ursprünglich eine Bezeichnung für die Kunst des Epos. Laut Aristoteles unterscheidet sich das Epos insofern von anderen Gattungen, also der Dramatik und Lyrik, als dass es erzählt und nicht – wie das Drama – eine Handlung auf der Bühne nachahmt. Ursprünglich zeichneten sich solche Epen allerdings durch eine Gestaltung in Versen (in der Regel Hexameter) aus und waren somit bestimmten metrischen und rhythmischen Eigenarten unterworfen.

Diese Trennung galt lange Zeit als unproblematisch, ist aber seit der zunehmenden Differenzierung der epischen Dichtung im 18. Jahrhundert sowie der Entwicklung der Prosa mit Vorsicht zu genießen. Folglich wurde der Begriff der Epik erweitert und meinte nicht nur die Kunst des Epos, sondern sämtliche Werke der erzählenden Literatur. Dieses Erzählen ist es, dass den Begriff von der Dramatik und Lyrik abgrenzt.

Ist ein Text episch, dann erzählt und berichtet er dem Leser ausführlich über eine Handlung, die zumeist in der Vergangenheit liegt. Er zeichnet sich dabei nicht durch rhythmische oder metrische Merkmale aus, wobei er außerdem nicht an Reime oder Verse gebunden ist und somit als ungebundene Rede erscheint (vgl. Prosa). Darüber hinaus gibt es in epischen Texten einen Erzähler (vgl. Erzählperspektiven).

Der Brockhaus aus dem Jahr 1837 fasst den Begriff ebenso zusammen. Entscheidend ist hier vor allem die nachfolgende Passage, die das Epische recht treffend fasst: „Episch wird nach dem Griechischen diejenige der […] Hauptformen der Dichtkunst genannt, deren auszeichnender Charakter eine erzählende Darstellung ist. Der Dichter legt darin seine Worte nicht, wie im Drama, andern Personen in den Mund, sondern trägt selbst mit möglichster Ruhe vor, was ihm seine Einbildungskraft über die geschichtlich begründeten oder erfundenen Begebenheiten eingibt, welche er als etwas Vergangenes im dichterischen Gewande darstellt.“Von episch zur Epik zur Ausführlichkeit

Umgangssprache: episch

Neben der offenkundigen Bedeutung, dass das Adjektiv episch darauf verweist, dass ein Werk zur Gattung der Epik gehört, wird das Wort in einem allgemeinen Sinn im Sprachgebrauch verwendet und ist darüber hinaus ein Teil der Jugendsprache und insbesondere der Gamerszene.

Ganz allgemein meint das Wort, dass ein Sachverhalt ausführlich und detailliert beschrieben wird, wobei das Adjektiv ebenso darauf verweist, dass eine Sache ein großes Ausmaß annimmt. Beispielhaft wäre hierfür etwa die Wortfolge epische Schlachten, was grundsätzlich nichts damit zu tun hat, dass eine solche Schlacht Merkmale der Epik vereint, sondern dass sie sehr lange andauert und ein großes Ausmaß annimmt.

Darüber hinaus ist der Begriff im Jargon der Gamerszene auszumachen. Hierbei war es ursprünglich das englische Wort epic. Dieses wurde ehemals mit dem Nomen Epos übersetzt oder aber in Verbindung mit dem Erzählen gebraucht. Mittlerweile wird es aber auch stellvertretend für geil, unglaublich, super oder gewaltig verwendet. Ein weiteres Synonym wäre hierbei monumental (siehe Übersetzung: de.pons.com).

epic und epic fail

Das englische Adjektiv epic wurde in der Folge auch zur Steigerung verwendet. Wenn eine Sache epic war, war sie außerordentlich. Daraus ergab sich in der Folge die Kombination epic fail, welche sinngemäß für totales Scheitern steht und wortwörtlich das kolossale/epische/monumentale Versagen bezeichnet.

Sehr häufig werden mit dieser Wortfolge Hashtags in den gängigen sozialen Netzwerken (Twitter, Facebook, Google+ etc.) gebildet – beispielsweise #epicfail – um etwa Einträge oder Videos, welche ein besonders drastisches, humorvolles oder gravierendes Scheitern illustrieren, zu bündeln. Ein Suchanfrage auf der Videplattform Youtube liefert viele Ergebnisse, die die Verwendung dokumentieren (siehe: YouTube-Suche).

Kurzübersicht: Das Wichtigste zum Begriff im Überblick

  • Als episch werden Texte bezeichnet, welche der literarischen Gattung der Epik angehören und auch Elemente, die zwar in anderen Gattungen auftauchen, jedoch eigentlich charakteristisch für die Gattung der Epik sind. Beispielhaft wären das Prosagedicht oder auch die Ballade, die Merkmale verschiedener Gattungen vereinen.
  • Im weitesten Sinne und im allgemeinen Sprachgebrauch meint der Begriff weiterhin, dass ein Sachverhalt sehr ausführlich, also in epischer Breite und somit im großen Ausmaß, dargestellt wird. Als epische Breite wird das Darstellen in ausmalenden Schilderungen bezeichnet, wobei detailliert erzählt wird und alle Einzelheiten benannt werden.
  • Darüber hinaus erlebte das Adjektiv im 21. Jahrhundert einen Bedeutungswandel und wurde vor allem in der Gamerszene synonym für die Begriffe monumental, geil, unglaublich oder auch super verwendet. Daraus entstand außerdem die englische Kombination epic fail, was sich in etwa als das kolossale/epische/monumentale Versagen übersetzen lässt.

  • Hinweis: Darüber hinaus wird das Wort teils mit anderen Begriffen kombiniert und soll hierbei auf eine erzählende Haltung verweisen und demnach auf die Tatsache, dass sich etwas vor den Adressaten „stellt“ und diesem etwas erzählt, wie etwa beim epischen Theater.
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Episch
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001