Als Laureat wird ganz allgemein ein Preisträger bezeichnet und folglich eine Person, die mit einem Preis, einem Orden oder eben einer vergleichbaren Auszeichnung geehrt wird, wie beispielsweise ein Nobelpreisträger, der für sein Werk oder Wirken mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wird. Zumeist handelt es sich hierbei um Wissenschaftler, Politiker oder auch Dichter sowie Sieger eines Wettstreits. Im Zusammenhang mit der Dichtkunst gibt es den sogenannten Poeta laureatus, also einen gekrönten Dichter, der schon in der Antike symbolisch mit einem Lorbeerkranz gekürt wurde (vgl. Dionysien), wobei er darüber hinaus mit Geld, teils einer Rente, und zusätzlichen Rechten ausgestattet wurde. Daraus leitet sich im Englischen die Bezeichnung Poet Laureate ab, welche einen von Staats wegen ausgezeichneten Dichter meint, was vor allem in Kanada, England sowie den USA verbreitet ist.

Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort laureatus ab, was mit Lorbeer bekränzt bedeutet, wobei der Lorbeerkranz bereits seit der Antike als ein Symbol sowie ein Insigne der Ehre gilt. Ein Künstler oder Wissenschaftler, der mit einem Lorbeerkranz gewürdigt wird, gilt als Koryphäe auf seinem Gebiet oder aber als Sieger in einer bestimmten Disziplin. Auch in der heutigen Zeit wird der Lorbeerkranz auf Urkunden, Medaillen, Pokalen und Abzeichen als Zeichen des Sieges und der besonderen Ehre verwendet.Symbolische Verleihung eines Lorbeerkranzes

Poeta laureatus

Als Poeta laureatus wird ein Dichter bezeichnet, der mit einem immergrünen Lorbeerkranz, also mit einer Dichterkrone, ausgezeichnet und bekränzt wurde. Auch heute gilt diese Bezeichnung in einem übertragenen Sinn als höchste Ehre für einen Dichter. Verwandt ist die Bezeichnung Nationaldichter.

Diese Tradition findet ihre Wurzeln bereits in der Antike: hier war es üblich, den Dichter, der einen Wettstreit (Agon) gewann, mit einem Lorbeerkranz offiziell zu ehren und ihm auf diesem Weg dauerhaften Ruhm zuzusprechen. Der Brauch lässt sich in der römischen und in der griechischen Antike nachweisen.

Diese Tradition wurde in der Folge aber für lange Zeit vernachlässigt und lebte erst im Hochmittelalter wieder auf und dann vor allem im italienischen Humanismus. Hier krönten vor allem Kaiser und Könige sowie Universitäten vermehrt Dichter, wobei mit dieser großen Auszeichnung durchaus auch Rechte und Pflichten einhergingen. Beispielsweise erlaubte Maximilian I., der ab 1508 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war, den gekrönten Dichtern, an Universitäten Vorlesungen über Rhetorik sowie Poetik zu halten. Im Barock ging mit der Auszeichnung teilweise sogar die Ernennung zum Hofpfalzgrafen einher.

Allerdings wurde die Auszeichnung alsbald nahezu inflationär vergeben, da unter anderem die ernannten Holfpfalzgrafen selbständig die Auszeichnung verleihen durften, so dass der Titel Poeta laureatus in der Folge immer mehr an seiner ursprünglichen gesellschaftlichen Bedeutung einbüßte. Spätestens seit der Aufklärung zeigten dann auch die Dichter kaum noch Interesse an diesem Titel, so dass beispielsweise Johann Wolfgang von Goethe die Auszeichnung sogar ablehnte. Die letzte kaiserlich privilegierte Krönung war 1804.

Poet Laureate

Im englischen Sprachraum blieb der Titel allerdings im Poet Laureate erhalten. Als Poet Laureate wird insbesondere in den USA, in Kanada sowie im Vereinigten Königreich ein Dichter bezeichnet, der vom Staat ausgezeichnet wurde. Mit dem Titel sind entweder Preisgelder oder aber Pflichten verbunden.

Im Vereinigten Königreich ist der Titel mit dem Amt des Hofdichters verbunden. Hierbei muss der Poet Laureate lyrische Werke für offizielle Anlässe verfassen oder zu nationalen Ereignissen dichten. Der jeweilige Dichter wird vom Premierminister vorgeschlagen und in der Folge vom König oder der Königin ernannt. Bis 1999 wurde das Amt auf Lebenszeit verliehen und danach auf einen Zeitraum von 10 Jahren begrenzt. Amtsinhaber waren unter anderem Edmund Spenser, John Dryden und Robert Bridges.

In den USA wird der Poet Laureate lediglich für wenige Monate ins Amt erhoben, wobei hier weniger die Pflicht im Vordergrund steht, sondern eher die Auszeichnung des jeweiligen Dichters. Der künftige Amtsinhaber wird vom aktuellen Poet Laureate und ausgewählten Kritikern bestimmt und steht nach der Ernennung der Library of Congress in Lyrikangelegenheiten zur Seite. Der Titel ist mit 35.000 Dollar dotiert und beinhaltet ein Reisestipendium über 5000 Dollar. Die Ernennung erfolgt jährlich für Oktober bis Mai.

Kurzübersicht: Das Wichtigste zum Begriff im Überblick

  • Als Laureat wird ganz allgemein ein Preisträger bezeichnet und folglich eine Person, die mit einem Preis, einem Orden oder eben einer vergleichbaren Auszeichnung geehrt wird, wie beispielsweise ein Nobelpreisträger, der für sein Werk oder Wirken ausgezeichnet wird.
  • Der Begriff geht allerdings auf das Lateinische zurück und meinte ursprünglich eine Person, die mit Lorbeer bekränzt wurde und somit als Sieger aus einem Wettstreit hervorging. Bereits in der Antike gab es beispielsweise den Poeta laureatus, was einen Dichter meinte, der mit Lorbeeren ausgezeichnet und somit auf Lebenszeit für seine Dichtkunst gerühmt wurde.
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Laureat
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001