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Pentalogie (Fünfteiler)

Als Pentalogie, auch Fünfteiler, wird ein künstlerisches Werk bezeichnet, das aus fünf einzelnen Teilen besteht, die inhaltlich zusammengehören. Bei der Pentalogie handelt es sich zumeist um ein literarisches, musikalisches oder filmisches Machwerk, wobei der Begriff bisweilen auch auf andere Bereiche übertragen wird und dann jegliche Art künstlerischen Fünfteiler bezeichnen kann. Wesentlich ist für die Pentalogie, dass ihre Teile zwar inhaltlich zusammengehören, aber meist selbständig funktionieren. Das meint, dass die Handlung der Einzelwerke zumeist in sich abgeschlossen und somit ohne die Kenntnis anderer Teile verständlich ist (vgl. Mehrteiler). Am häufigsten wird der Begriff auf die Literatur – oftmals längere Prosawerke oder den Film bezogen.

Der Begriff leitet sich vom griechischen Nomen pentalogía ab, welches sich aus dem Präfix penta für fünf und dem Substantiv logos für Wort zusammensetzt. Demzufolge handelt es sich bei der Pentalogie wortwörtlich um ein Fünfwort und nur im übertragenen Sinn um einen Inhalt, der aus fünf Teilen besteht.

Ebendiese „Regel“ gilt auch für die weiteren Bezeichnungen von Mehrteilern. Stets setzt sich der korrekte Begriff aus dem griechischen Präfix für das jeweilige Zahlwort und der Einheit logie – abgeleitet vom Nomen logos – zusammen. Folglich handelt es sich bei der Dilogie um einen Zweiteiler, die Trilogie ist ein Dreiteiler, die Tetralogie ein Vierteiler und bei der Hexalogie handelt es sich um einen Sechsteiler usw.Die Bezeichnung verschiedener Mehrteiler


Erstmals gab es solche Einteilungen in der griechischen Antike. So wurden im 5. Jahrhundert v. Chr. die Großen Dionysien zu Ehren des Gottes Dionysos veranstaltet. Zu diesem Fest wurde ein Wettstreit der Tragödiendichtern ausgetragen. Jeder der drei Dichter, der an diesem jährlichen Spektaktel teilnehmen durfte, zeigte drei inhaltlich zusammengehörende Werke, die als Trilogie bezeichnet wurden. Später wurden diese noch um ein entspannendes Satyrspiel erweitert und somit zur Tetralogie.

Heutzutage sind solcherlei Bezeichnungen natürlich nicht mehr dem Drama vorbehalten und es ist üblich, sämtliche Erzeugnisse der Kunst, die aus mehreren Teilen bestehen und sich inhaltlich aufeinander beziehen, mit einem der obigen Begriffe zu bezeichnen. Im Alltag begegnen uns aber vor allem der Zweiteiler sowie die Trilogie und Tetralogie, wohingegen die Pentalogie (Fünfteiler), Hexalogie (Sechsteiler), Heptalogie (Siebenteiler) oder gar Ikosalogie (Zwanzigteiler) unbekannt und unüblich sind.

Pentalogie-Beispiele

  • Rottenknechte von Frank Beyer (Fernsehfilm)
    • Rottenknechte: Teil 1 (1971)
    • Rottenknechte: Teil 2
    • Rottenknechte: Teil 3
    • Rottenknechte: Teil 4
    • Rottenknechte: Teil 5
  • Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams (Romanreihe)
    • Per Anhalter durch die Galaxis (1979)
    • Das Restaurant am Ende des Universums (1980)
    • Das Leben, das Universum und der ganze Rest (1982)
    • Macht’s gut, und danke für den Fisch (1984)
    • Einmal Rupert und zurück (1992)
  • Rabbit-Pentalogie von John Updike (Literatur)
    • Hasenherz (1960)
    • Unter dem Astronautenmond (1971)
    • Bessere Verhältnisse (1981)
    • Rabbit in Ruhe (1990)
    • Rabbit, eine Rückkehr (2002)

Stichwortverzeichnis