WORTWUCHS | Literaturlexikon

assozial / asozial

Das Adjektiv asozial bezeichnet eine Person oder Personengruppe, die sich gesellschaftsschädlich verhält oder am Rande ebendieser Gesellschaft steht. Außerdem wird wird das Wort umgangssprachlich als Synonym für ungebildet oder ungehobelt verwendet. Das Wort setzt sich aus der griechischen Vorsilbe a- und dem Adjektiv sozial zusammen. Demzufolge ist die Schreibweise asozial korrekt, wohingegen assozial, also die Schreibweise mit doppeltem s, falsch ist.
falsch assozial
richtig asozial

Erläuterungen zu assozial / asozial

Ist eine Person oder Personengruppe, die sich gesellschaftsschädlich verhält oder am Rande einer Gesellschaft steht, assozial oder asozial? Da sich das Wort aus der griechischen Vorsilbe a- für nicht oder un- und dem Adjektiv sozial zusammensetzt, ist die zweite Form korrekt. Die Schreibweise assozial ist demnach falsch und wird vor allem aufgrund einer ungenauen Betonung geschrieben.

Das Problem ist hierbei, dass das Adjektiv sowie das verwandte Nomen Asozialität im Alltag sehr häufig auf dem S-Laut betont werden, wobei das Ganze dann so betont wird, als würde das Nomen Ass gesprochen werden und darauf noch das bekannte Adjektiv sozial folgen. Diese Annahme ist allerdings falsch.

Im Eigentlichen wird dem bekannten Wort lediglich die griechische Vorsilbe a- beigefügt. Diese lässt sich am besten als un-, ohne oder auch nicht übersetzen. Diese taucht bei recht vielen Wörtern im Deutschen auf, wie etwa bei den Substantiven Atheismus und Atom oder bei den Adjektiven asexual und asymmetrisch. Wenn das zugrundeliegende Wort mit einem Vokal und nicht mit einem Konsonanten beginnt, werden übrigens die Buchstaben an- vorgeschoben, wie etwa bei anaerob, Anomalie oder auch Anarchie.

Der beschriebenen Regel folgend, wird asozial also nur mit einem s geschrieben. Wesentlich ist bei der Aussprache des Wortes außerdem, dass das s eher sanft und eben nicht scharf ausgesprochen wird, wobei die korrekte Schreibug hörbar wird. Werfen wir nun noch einen Blick auf die Verbreitung des Fehlers.

Verbreitung von assozial und asozial

Bei der Untersuchung schwieriger Wörter und der korrekten Schreibweise dieser Irrtümer, ist es stets spannend, einmal auf die Verbreitung der richtigen und der falschen Schreibweise zu schauen und so abzuleiten, ob ein Wort tatsächlich rechtschreiblich schwierig und der Fehler verbreitet ist.

Die Verbreitung einer Schreibweise lässt sich mithilfe eines kostenlosen Programms aus dem Hause Google nachempfinden. Das Programm nennt sich Google Trends und ermöglicht es, die Suchanfragen verschiedener Begriffe ins Verhältnis zu setzen. Das bedeutet, dass zwar nicht ersichtlich wird, wie häufig ein Wort gesucht wird, aber einsehbar ist, wie häufig es im Vergleich zu einem anderen gesucht wurde.

Die Annahme ist, dass ein Wort, welches vielen Schreibenden Probleme bereitet, sehr häufig „falsch“ gesucht wird, wohingegen Wörter, die in den meisten Fällen korrekt geschrieben werden, im direkten Vergleich keinen offensichtlichen Ausschlag zeigen sollten. Stellen wir nun assozial und asozial gegenüber:



Die obige Trendanalyse zeigt eindeutig, dass der Fehler immer noch sehr häufig gemacht wird. Allerdings ist ersichtlich, dass die falsche Schreibweise im direkten Vergleich immer seltener via Suchmaschine gesucht wird. Allerdings ist das Verhältnis nicht so auffällig, wie bei anderen Begriffen, bei denen teils sogar der Fehler die Nase vorn hat (bspw. Hobbies / Hobbys, wiederspiegeln / widerspiegeln, Reflektion / Reflexion).

Beispiele mit richtiger Schreibweise

Schwierige Wörter und komplizierte Wortfolgen lassen sich am besten verinnerlichen und erlernen, wenn sie häufig gelesen werden. Deshalb möchten wir diesen Beitrag mit Beispielen abschließen, die das Wort korrekt darstellen. Vielleicht hilft es, die falsche Schreibung assozial zu verdrängen.


  • Dein Verhalten ist in der letzten Zeit wirklich asozial.
  • Auf dem abgelegenen Gehöft haust eine Asoziale mit ihren Kindern.
  • Die Wörter unsozial und asozial sind Synonyme.