Erläuterungen zu Praktikas / Praktika

Wer Praktikas sagt oder schreibt, macht einen Fehler und hängt an die tatsächliche Bezeichnung der Mehrzahl ein und unnötiges s. Das korrekte Wort, wenn mehr als ein Praktikum gemeint ist, lautet Praktika. Der Fehler wird häufig gemacht, da die Pluralbildung von Fremdwörtern unbekannt ist.


Es ist so, dass viele Fremdwörter, die auf -um enden, den Plural mit -a bilden. So spricht man von einem Antibiotikum, aber von mehreren Antibiotika, kann ein Visum für ein fremdes Land beantragen, wohingegen mehrere als Visa bezeichnet werden. Nach diesem Muster funktioniert auch der Plural von Praktikum. Es ist also üblich, dass die Mehrzahl vieler Fremdwörter mit -a gebildet wird, wobei auch die Endung -i gängig ist.

Solche Endungen kennt das System der Pluralbildung im Deutschen allerdings nicht, weshalb sie für den Sprecher ungewöhnlich sind. Demnach liegt es vermutlich daran, dass beim Sprecher das Bedürfnis erwächst, eine bekannte Endung hinzuzufügen, wie etwa ein s. Und siehe da: die Praktikas sind geboren.

Dennoch gilt diese Regel natürlich nicht für sämtliche Fremdwörter, die im Deutschen gebraucht werden. Zahlreiche Begriffe haben sich nämlich der deutschen Grammatik angepasst und enden – wie auch sehr viele deutsche Wörter – in der Mehrzahl auf n oder en. Dies lässt sich beispielsweise bei Datum (Pl. Daten), Zentrum (Pl. Zentren) oder auch Bakterium (Pl. Bakterien) nachvollziehen (vgl. Numerus).

Verbreitung von Praktikas und Praktika

Im Zusammenhang mit der richtigen Schreibweise eines Wortes, ist es sehr spannend, einmal auf die Verbreitung der fehlerhaften Schreibung zu schauen. So können wir uns eindeutig vor Augen führen, ob das Wort zu den schwiergien Wörtern unserer Sprache gehört oder eben nicht.

Dafür lässt sich eine kleine Trendanalyse mittels Google Trends durchführen und verschiedene Begriffe aufgrund ihrer Suchhäufigkeit miteinander vergleichen. So können wir ablesen, wie häufig der eine Begriff im Vergleich zum anderen bei der Suchmaschine Google gesucht wird und daraus ableiten, wie verbreitet etwa die richtige Schreibweise im unmittelbaren Vergleich zur falschen Schreibung ist.

Die Annahme ist, dass ein Wort, dass rechtschreiblich schwierig ist, auch häufig „falsch“ gesucht wird. Ist ein Wort geläufig und bereitet keine Probleme, sollten Suchanfragen mit falscher Schreibweise eher selten sein oder auf Tippfehlern beruhen. Stellen wir dafür einmal die Wörter Praktikas und Praktika gegenüber.



Die obige Trendanalyse zeigt eindeutig, dass der Fehler zwar gemacht wird, aber im unmittelbaren Vergleich eher selten ist. Ferner lässt sich beobachten, dass die korrekte Schreibweise immer seltener gesucht wird, wenngleich nicht ersichtlich ist, warum es sich in diesem Fall so verhält.

Demzufolge kann das Wort zwar als rechtschreiblich schwierig betrachtet werden, da der Fehler tatsächlich begangen wird, doch scheint er nicht so stark verbreitet zu sein, wie andere sprachliche Stolpersteine. Beispielsweise werden die Wörter brilliant / brillant, Reflektion / Reflexion, Wiederstand / Widerstand oder auch Amatur / Armatur und Terasse / Terrasse im unmittelbaren Vergleich häufiger falsch geschrieben.

Beispiele mit korrekter Schreibweise

Komplizierte Begriffe und rechtschreiblich schwierige Wörter lassen sich am besten verinnerlichen, wenn sie häufig korrekt gelesen werden. Deshalb sollen einige Beispielsätze, die das Wort richtig verwenden, den Abschluss des Beitrags bilden. Vielleicht hilt dies ein wenig dabei, die Verbreitung der falschen Schreibung Praktikas einzudämmen und die richtige Schreibweise zu verbreiten.


  • Das Studium setzt mehrere Betriebspraktika voraus.
  • Schon zu Schulzeiten musste ich mehrere Praktika ableisten.
  • Es ist eine Unart, dass die meisten Praktika unbezahlt sind.