WORTWUCHS | Literaturlexikon

Stati; Statusse / Status

Als Status wird die Stellung oder der Rang einer Person innerhalb der Gesellschaft oder einer beliebigen Hierarchie bezeichnet. Das Nomen wurde aus dem Lateinischen ins Deutsche übernommen und wird dort nach der u-Deklination gebeugt. Das bedeutet, dass es den Genitiv im Singular und die Mehrzahl im Nominativ mit -us bildet. Demnach lautet der Plural ebenfalls Status - nicht Stati oder gar Statusse. Allerdings wird das u im Genitiv und Plural lang gesprochen, um dadurch eine Unterscheidung bei der Aussprache zu ermöglichen (vgl. Kasus).
falsch Stati,
Statusse
richtig Status

Erläuterungen zu Stati; Statusse / Status

Wer einen hohen Status genießt, hat innerhalb einer Gruppe einen hohen Rang. Darüber hinaus kann das Wort im medizinischen Kontext synonym zu Zustand gebraucht werden. Die Verwendung der Einzahl des Wortes ist unproblematisch. Möchte man aber die Mehrzahl ausdrücken, ist dies mitunter rechtschreiblich schwierig.

Anzeigen

Das Wort Status stammt aus dem Lateinischen und lässt sich mit Stand, Stellung oder Zustand übersetzen. Es leitet sich vom Verb stare, das stehen bedeutet, ab. Wie jedes andere Substantiv, also Hauptwort, kann es dekliniert, also an Kasus (Fall), Numerus (Zahl) und Genus (Geschlecht) angepasst werden.

Im Lateinischen gibt es 7 Formen der Deklination: die vokalischen a, e, i, o, u Deklinationen und die konsonantischen. Die meisten Wörter, die auf us enden und die ihren Weg ins Deutsche geschafft haben, werden nach der o-Deklination gebeugt.

Das bedeutet, dass sie die Mehrzahl im Nominativ mit einem i am Ende bilden. So wird beispielsweise aus Bonus im Plural Boni. Diese Deklination ist zumeist auch die erste, der man im Lateinunterricht begegnet. Wer die ersten Stunden noch im Gedächtnis hat, erinnert sich auch an filius -> fili oder locus -> loci

Folglich machen viele den Fehler, dieses Halbwissen auf sämtliche lateinischen Nomen, die auf us enden, zu übertragen. Dieses Vorgehen lässt allerdings außer Acht, dass es auch einige Wörter gibt, die zwar den Singular im Nominativ auf us bilden, aber nicht Teil der o-Deklination sind, sondern nach der u-Deklination gebeugt werden.

Die u-Deklination umfasst sämtliche Nomen, deren Stammauslaut u ist. Und das trifft eben auch auf den Status zu, weshalb er den Plural im Nominativ ebenfalls mit us bildet. Demnach ist die Schreibung Stati falsch – das eingedeutschte Statusse gibt es bislang ebenfalls nicht. Gleiches gilt übrigens auch für das Wort Kasus, das die Mehrzahl ebenfalls mit us bildet. Diese lautet also Kasus.

u-Deklination am Beispiel Status
KasusSingularPlural
Nominativstatusstatus
Genitivstatusstatuum
Dativstatuistatibus
Akkusativstatumstatus
Ablativstatustatibus
Hinweis: Wortwuchs ist eine Webseite, die sich mit Literatur, der deutschen Sprache und Grammatik und allgemeinen Fragen des Deutschunterrichts beschäftigt – wir sind also kein Lateinportal. Wer sein Wissen zu den lateinischen Deklinationen vertiefen will, kann dies an dieser Stelle tun.

Frage: Warum nicht Statusse?

Es ist nicht unüblich, dass Nomen aus einer Fremdsprache – wenn sie ins Deutsche übernommen werden – auch nach den üblichen Regeln der deutschen Grammatik gebeugt werden.

Beispielsweise galt als Plural von Atlas für lange Zeit ausschließlich Atlanten als korrekt (der Atlas, die Atlanten). Seit 1998 ist aber auch die Schreibung Atlasse korrekt. Auch der Omnibus, der sich vom lateinischen omnibus für alle ableitet, beugt sich den gängigen Regeln der deutschen Grammatik und wird im Plural zu Omnibusse und aus dem Krokus werden keine Krokanten, sondern Krokusse.

Demnach ist es nicht unwahrscheinlich, dass irgendwann auch die Schreibweise Statusse als korrekt gilt. Immerhin war sie das sogar schon einmal. So verzeichnete der Duden in der 10. bis 13. Auflage, also von 1929 bis 1947, sehr wohl den Eintrag Statusse als gültige Pluralform von Status. Gleiches gilt übrigens für die Mehrzahl des Wortes Sinus. Im Gegensatz zu Statusse, ist uns hier der Plural Sinusse allerdings bis heute erhalten geblieben.

Hinweis: Es gibt zahlreiche Wörterbücher, die abbilden, welche Wörter richtig und welche Schreibungen falsch sind. Allerdings bilden Wörtbücher unsere Sprache immer nur ab. Das bedeutet, dass nicht die Duden-Redaktion vorgibt, wie ein Wort geschrieben wird. Der Duden beobachtet nur. Und auf der Grundlage dieser Beobachtungen werden dann Empfehlungen ausgesprochen.

Unsere Sprache ist stets im Wandel und demnach können irgendwann natürlich auch andere Pluralformen des Wortes Status korrekt sein. Ein schönes Beispiel ist das Nomen Pizza, dessen Mehrzahl eigentlich immer Pizzen lautete. Nun. Mittlerweile ist auch Pizzas in Ordnung.

Verbreitung von Stati, Statusse und Status

Im Zusammenhang mit komplizierten Wörtern und Schreibweisen ist es immer sehr spannend, einmal auf die Verbreitung des Fehlers zu blicken. Für gewöhnlich nutzen wir an dieser Stelle ein Tool aus dem Hause Google: Google Trends. Dieses erlaubt einen Vergleich der Google-Suchhäufigkeit verschiedener Begriffe und deren Verbreitung.

Das Problem ist hier allerdings, dass sich die Suchanfragen Stati und Status nicht miteinander vergleichen lassen, da die Schreibweise Status ebenfalls die Einzahl meint. Folglich wäre die Anfrage mehr als ungenau und vor allem irreführend.

Deshalb schauen wir nun, wie häufig die Schreibweisen auf dem Portal gutefrage.net geschrieben wurden. Die Seite ist immerhin eine der größten deutschen Communitys, die Menschen zum Austausch nutzen, und kann uns somit eine Ahnung geben.

Status, Stati, Statusse auf gutefrage.net
SchreibweiseVorkommen
die Status1920prüfen!
die Statusse106prüfen!
die Stati21prüfen!
Hinweis: Natürlich ist das obige Vorgehen nicht wissenschaftlich. Es kann uns allenfalls einen kleinen Anhaltspunkt geben, ob das Wort schwierig ist oder eben nicht. Folgen wir allerdings den obigen Werten, könnten wir feststellen, dass in etwa 5% aller Schreibungen des Wortes fehlerhaft sind.

Beispiele mit korrekter Schreibweise

Komplizierte Wörter und Wortfolgen lassen sich am besten erlernen, wenn man sie immer und immer wieder korrekt liest. Deshalb möchten wir diesen Beitrag mit einigen Beispielsätzen beenden, die die korrekte Schreibweise des Wortes zeigen.


Die Status „Flüchtling“ und „Asylant“ sind ungenau und sollten angepasst werden.
Unsere WhatsApp-Status haben wir schon seit Monaten nicht aktualisiert.
Wir müssen noch die Status erfassen.


Inhaltsverzeichnis