Heinrich Heine, geboren am 13. Dezember 1797 als Harry Heine in Düsseldorf, Herzogtum Berg; gestorben am 17. Februar 1856 in Paris, war einer der wichtigsten deutschen Dichter, Journalisten und Schriftsteller. Der Dichter prägte die deutsche Sprache nachhaltig, machte die Sprache des Alltags lyrikfähig und entwickelte erstmals aus Reiseberichten, Zeitungsartikeln und Feuilletons künstlerische Kleinode. Heines Werk lässt sich aufgrund seiner Vielfalt nicht eindeutig einer literarischen Epoche zuordnen. Zwar geht Heine aus der Romantik hervor, gilt aber gleichzeitig als Überwinder ebendieser Strömung. Weiterhin finden sich in seinem Werk die revolutionären Ideen des Vormärz, aber auch Elemente der Aufklärung sowie des Realismus. Heines Werk ist vielschichtig – so finden sich lyrische Texte aller Art und Prosa, aber auch polemische Streitschriften sowie journalistische Kritiken darunter.

Lebenslauf von Heinrich Heine

  • Am 13. Dezember 1797 wird Christian Johann Heinrich Heine als Harry Heine in Düsseldorf geboren. Er ist der Sohn des Tuchhändlers Samson Heine (geb. 19. August 1764 in Hannover; † 2. Dezember 1829 in Hamburg) und dessen Frau Betty (eigentlich Peira), geborene van Geldern (geb. 27. November 1770 in Düsseldorf; † 3. September 1859 in Hamburg).

  • 1803 – 1804: Heine besucht die israelitische Privatschule von Hein Hertz Rintelsohn.

  • 1804 – 1814: Besuch der städtischen christlichen Grundschule in Düsseldorf. Besuch des Lyzeums in Düsseldorf (heute Görres-Gymnasium) ohne Abschluss. Heine erlebt den Einzug Napoleons in Düsseldorf.

  • 1815 – 1817: Als Volontär beim Frankfurter Bankier Rindskopff in Diensten. Ausbildung zum (Bank-)Kaufmann bei seinem Onkel Salomon Heine in Hamburg. Er veröffentlicht erstmals Gedichte in der Zeitschrift Hamburgs Wächter. Heine benutzt zur Veröffentlichung das Pseudonym Sy. Freudhold Riesenharf.

  • 1819: Unglückliche Liebe mit Amalie Heine, seiner Cousine. Konkurs mit seinem Tuchgeschäft Harry Heine & Comp. Aufnahme des Studiums der Rechts- und Kameralwissenschaft (~Kenntnisse für die verwalterischen Tätigkeiten im absolutistischen Staat) in Bonn.

  • 1820 – 1821: Studium in Göttingen an der Georg-August-Universität.

  • 1821 – 1823: Studium an der Berliner Universität. Sein Werk Gedichte erscheint. Er wird Mitglied im Verein für Cultur und Wissenschaft der Juden.

  • 1824 – 1826: Heine wird in Göttingen zum Doktor der Rechte promoviert. Er lässt sich protestantisch taufen auf den Namen Christian Johann Heinrich. Veröffentlichung seines Reiseberichts Harzreise.

  • 1827 – 1828: Im Oktober erscheint sein Lyrikband Buch der Lieder. Reisen nach Italien, Frankreich, England und an die Nordsee.

  • 1831 – 1832: Er siedelt nach Paris um, seine zweite Schaffensperiode beginnt. Heine arbeitet als Redakteur der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Seine Artikelserie Französische Zustände erscheint.

  • 1835 -1840: Seine Werke werden auf Beschluss des Deutschen Bundestages in allen Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes verboten. Kontroverse mit Ludwig Börne. Sein Werk Über Ludwig Börne erscheint.

  • 1841: Heinriche Heine heiratet Augustine Cresencene Mirat, die er liebevoll Mathilde nennt.

  • 1843 – 1844: Besuch seiner Mutter in Deutschland. Er unternimmt seine letzten beiden Reisen nach Deutschland. Tod seines Onkels Salomon im Dezember. Sein Werk Deutschland. Ein Wintermärchen entsteht. Seine Sammlung Neue Gedichte wird veröffentlicht. Heines Gedicht Die armen Weber erscheint.

  • 1848 – 1850: Heine erleidet einen Zusammenbruch und wird fast vollständig gelähmt ans Bett gefesselt. Er erkrankt schwer an einer nicht exakt diagnostizierten Krankheit (evtl. multiple Sklerose, tuberkulöse Erkrankung, Syphilis-Erkrankung, Rückenmarksschwindsucht). Heine erblindet fast vollständig.

  • 1851: Seine Gedichtband Romanzero sowie Der Doktor Faust. Ein Tanzpoem erscheinen.

  • 1854: Seine Werke Vermischte Schriften werden veröffentlich.

  • Am 17. Februar 1856 stirbt Heinrich Heine in Paris. Er wird drei Tage nach seinem Tod auf dem Friedhof von Montmartre beigesetzt.

Biografie von Heinrich Heine

Christian Johann Heinrich Heine (geb. 13. Dezember 1797 als Harry Heine in Düsseldorf, Herzogtum Berg; † 17. Februar 1856 in Paris) war Sohn des Tuchhändlers Samson Heine (geb. 19. August 1764 in Hannover; † 2. Dezember 1829 in Hamburg) und dessen Frau Betty (eigentlich Peira), geborene van Geldern (geb. 27. November 1770 in Düsseldorf; † 3. September 1859 in Hamburg). Heine zählt zu den wichtigsten deutschen Dichtern, Schriftstellern und Journalisten des 19. Jahrhunderts.

Das Geburtsdatum des Dichters konnte bis heute nicht exakt ermittelt oder noch bestätigt werden, da bei einem Hausbrand alle Dokumente der Familie zerstört wurden. Es wird angenommen, dass der 13. Dezember 1797 sein korrektes Geburtsdatum ist und als solches weitestgehend genutzt bzw. offiziell angegeben wird.

Geschwister

Heines Geschwister Charlotte, Gustav und Maximilian

Bild: Heines Geschwister: Charlotte, Gustav und Maximilian


Heinrich Heine hatte drei Geschwister: Charlotte (geb. 18. Oktober 1800 in Düsseldorf; † 18. Oktober 1899 in Hamburg), Gustav (geb. ca. 1803 in Düsseldorf; † 15. November 1886 in Wien), Gustav wurde später zum Baron Heine-Geldern und zum Herausgeber des Wiener Fremden-Blatts sowie Maximilian (geb. ca. 1804; † 1879), er wurde später Arzt in Sankt Petersburg. Die Kinder wuchsen gemeinsam in einem, von jüdischer Aufklärung geprägtem, Haushalt auf.

Frühe Jahre und Schule

Der Dichter verbrachte seine frühe Kindheit in der Bolkerstraße 10 in Düsseldorf. Ab 1803 besuchte der junge Heine die israelitische Privatschule von Hein Hertz Rintelsohn. Nachdem sich dann 1804 die Schulgesetze änderten und jüdische Kinder auch christliche Schulen besuchen konnten wechselte er zur städtischen Grundschule und etwas später in eine der Vorbereitungsklassen für das Düsseldorfer Lyzeum (das heutige Görres Gymnasium).

Von 1810 bis 1814 besuchte Heine das Düsseldorfer Lyzeum und kam dort mit der französischen Sprache und Literatur in Kontakt. Deutschland wurde damals von französischen Besatzungstruppen kontrolliert und die Lehrpläne der Schulen bauten auf französischen Mustern auf.

Der Dichter erlebte 1811, also im Alter von 13 Jahren, den Einzug Napoleons I. in Düsseldorf mit. Dieses Erlebnis verarbeitete er später sehr eindrücklich in seinem Werk Ideen. Das Buch Le Grand. Der junge Heine verehrte Napoleon zeit seines Lebens und bewunderte ihn dafür, dass er den Code civil einführte, der Juden sowie Nicht-Juden gesetzlich gleichgestellen sollte. Heine verließ 1814 das Lyzeum, ohne einen Abschluss erreicht zu haben.
Einzug Napoleons in Düsseldorf im Jahr 1811

Bild: Einzug Napoleons in Düsseldorf im Jahr 1811


Kaufmännische Lehre in Hamburg und Konkurs

Nach Beendigung seiner Schulzeit sollte Heinrich Heine in die Fußstapfen seines Vaters treten und nach dessen Vorbild den Beruf des Kaufmanns erlernen. Er arbeitet zunächst als Lehrling bei dem Frankfurter Bankier Rindskopff.

Nach knapp zwei Monaten brach er die Ausbildung wieder ab. Er fühlte sich entgegen der Meinung seines Vaters nicht für den Beruf des Bankiers geeignet. Sein Vater schickte ihn daher nach Hamburg. Dort lebte Heines Onkel Salomon, der ein Bankhaus besaß und es so zum Status eines Millionärs gebracht hatte. Onkel Salomon sorgte fortan für die Ausbildung des jungen Heine.

Heinrich erlernte bei seinem Onkel den Beruf des Bankkaufmannes und erhielt 1818 die finanziellen Mittel für ein eigenes Geschäft. Da es ihm jedoch an jeglicher Eignung, Befähigung und Neigung für kaufmännische Angelegenheiten mangelte, endete diese Phase seines Lebens mit einer Pleite. Er ging bereits 1819 mit seiner Unternehmung Harry Heine & Co in den Konkurs.

Noch im selben Jahr, 1819, schrieb Heine sich an der juristischen Fakultät der Rheinschen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ein. Sein Onkel Salomon unterstützte ihn dabei. Später setzte Harry Heine sein Studium in Göttingen und Berlin fort. Neben seinen juristischen Vorlesungen interessierte er sich für philosophische und historische Kollegs.

Doktortitel in Göttingen und protestantische Taufe

Im Jahr 1825 beendete Heine sein Studium und bekam ein Doktortitel an der juristischen Fakultät Göttingens zugesprochen. Bevor er die Promotion erhielt, wechselte er zur evangelischen Kirche über und nahm den Namen Christian Johann Heinrich an.

Mit dieser Entscheidung tat er das, was viele Juden dieser Tage ebenfalls vorzogen. Durch einen Übertritt zu der evangelischen Kirche befreiten sie sich aus der geistigen und sozialen Isolierung des Judentums damaliger Zeiten.

Ebenso wie sie wollte Heine am kulturellen und öffentlichen Leben seiner Zeit als gleichberechtigtes Mitglied teilnehmen. Im Nachhinein stellte er fest, dass selbst protestantisch getaufte Juden im Kreise der europäischen Kultur nur bedingt Akzeptanz fanden.

Berufliche Misserfolge

Nach seinem Studium versuchte Heinrich Heine mehrfach, einen bürgerlichen Beruf zu ergreifen. Er bewarb sich als Advokat und Syndikus in Hamburg sowie als Professor in den Städten Berlin und München.

An allen Orten fand er jedoch nur Abneigung vor, was weniger an seiner jüdischen Abstammung lag und viel mehr an seiner ausgeprägten liberalen Gesinnung. Zu seiner Zeit wurden seine Überzeugung und seine politische Ausrichtung als merkwürdig und suspekt eingestuft.

Frühe Werke und Durchbruch

Erste Gedichte des Schriftstellers entstanden bereits 1816. Unter dem Pseudonym Sy. Freudhold Riesenharf veröffentlichte er in der Zeitschrift Hamburgs Wächter die Arbeiten Ein Traum, gar seltsam sowie Mit Rosen und Zypressen.

Seinen Durchbruch erzielte Heine dann 1821 mit dem Werk Gedichte, das er später überarbeitet und in seinem Gedichtband Buch der Lieder integrierte. Über das gute Echo, das ihm sein erster Gedichtband einbrachte, öffneten sich für Heine die Türen zu mehreren etablierten Zeitschriften.

In diesen konnte er fortan regelmäßig Gedichte, Rezensionen und kleinere Prosaartikel veröffentlichen. Er verfasste unter anderem die Werke Briefe aus Berlin und über Polen. Die durchaus provozierenden Bemerkungen und Äußerungen in seinen Artikeln brachten ihm jedoch Ärger mit den staatlichen Behörden ein und er sah sich erstmalig der Kritik und der Schikane seines Heimatlandes ausgesetzt.

1823 veröffentlichte er dann Tragödien nebst einem lyrischen Intermezzo (vgl. Intermezzo) und ein Jahr darauf, 1824, die Sammlung Dreiunddreißig Gedichte, welches eines seiner bekanntesten Werke überhaupt enthielt: Die Loreley.

Der bedeutendste Dichter der jungen Generation

Einen sehr großen Erfolg feierte Heinrich Heine 1826 als bei Julius Campe der 1. Band der Reisebilder publiziert wurde. Diese Arbeit und sein 1827 veröffentlichtes Buch der Lieder, das zu Heines Lebzeiten bereits dreizehn Auflagen erreichte, sorgten in der breiten Öffentlichkeit für Aufmerksamkeit, Anerkennung aber auch für Gegenstimmen und Kritik.

Als einen der bedeutendsten Dichter der jungen Generation bezeichnet, umjubelte man ihn, allerdings gefielen sein Plauderton und die desillusionierten Schlussfolgerungen einiger seiner Gedichte den konservativeren Rezensenten weniger bis gar nicht.

Kritik an seinem Werk Reisebilder

Die Kritik an seinen Werken Reisebilder wurde mit der Veröffentlichung jedes neuen Bandes deutlicher. Heine verfasste auch Berichte, in denen er sich offensiv gegen die beherrschende Ordnung im Staat richtete. Scharfe Kritik aus der Gesellschaft schlug ihm entgegen.

In seinen vier weiteren Reisebilder-Werken (1826 bis 1831) erzählte Heine u.a. von Reisen im Harz, nach Italien und Frankreich sowie nach England und in den Norden Deutschlands. Er beschrieb darin seine Eindrücke des Alltagslebens, das ihm unterwegs begegnete. Zu seinen Reisebildern gehört der Zyklus Nordsee, Die Bäder von Lucca, Ideen und das Buch Le Grand.

Leben in Paris

Nach erneuten, aber vergeblichen, Versuchen eine ihm entsprechende Anstellung zu ergreifen, ging Heinrich Heine im Mai 1831 nach Paris. Die französische Metropole sollte bis zu seinem Tod seine zweite Heimat bleiben. Heine hatte die Pariser-Revolution befürwortet und hoffte auf die Loslösung der Menschen aus ihren politisch angelegten Gefängnissen. Ihn faszinierten die Gedanken an ein Verschwinden der Vorrechte von privilegierten Schichten und die Meinungsfreiheit in der Presse.

Von Paris aus wollte er über das kulturelle und politische Leben des deutschen Nachbarlands schreiben. Seine Texte und Erzählungen erschienen 1831 in Johann Friedrich Cottas Augsburger Allgemeiner Zeitung. Bereits ein knappes Jahr später musste es seine Publikationen beenden, da große Teile des Volkes von den liberalen Ideen zwar angetan waren, doch der Obrigkeit Heines Publikationen ein Dorn im Auge waren. Er fasste darauf seine Artikelserie als Französische Zustände (1832) zusammen und veröffentlichte sie geschlossen in Buchform.

Seine Arbeit machte ihn in Paris schnell bekannt und er fand Zugang zur literarischen Welt der Großstadt. Heine traf die geistige gesellschaftliche Elite des Landes in Paris. Seine Werke wurden übersetzt und in den wichtigsten französischen Zeitungen veröffentlicht. Er war überall beliebt und gern gesehen. Heine pflegte freundschaftliche Beziehungen zu Balzac, George Sand, Musset, Victor Hugo, Alexandre Dumas und zahlreichen anderen Künstlern und Intellektuellen.

Zensur und Verbote

1835 wurden Heines Arbeiten vom Deutschen Bundestag in Frankfurt teilweise verboten und streng zensiert. Ein ähnliches Schicksal traf die Dichter des Jungen Deutschlands. Der Beschluss des Bundestages besagte unter anderem, dass die Vertreter des Jungen Deutschlands sowie Heine es darauf angelegt hatten, die Zucht und Sittlichkeit zu zerstören und die bestehenden sozialen Verhältnisse abzuwerten. Gleichzeitig wurde ihnen vorgeworfen, die Schriften der christlichen Religion auf freche Weise anzugreifen und lächerlich zu machen (vgl. Vormärz).

Heinrich Heine sah sich dazu genötigt, die politisch-weltanschaulichen Gedanken, die ihn bewegten, neu zu formulieren und nicht mehr so direkt und bestimmt zu veröffentlichen wie bisher. Er versuchte, die ständigen Konflikte der Zensur etwas zu vermeiden.

In den Jahren von 1834 bis 1840 erschienen außerdem vier Bände des Salons sowie einige selbstständig veröffentlichte Werke. Unter ihnen Shakespeares Mädchen und Frauen, sowie die Erzählung Don Quixote (1837), die Heines etwas längeres Vorwort enthielt.

Auch dichterische Arbeiten verfasst Heine in dieser Zeit reichlich. Prosastücke wie Florentinische Nächte, die Memoiren des Herrn von Schnabelewopski, der Rabbi von Bacherach und die Denkschrift Über Ludwig Börne (1840) wurden veröffentlicht.

Erneute Arbeit für die Augsburger Allgemeine Zeitung

Bereits zu Anfang der 1840er Jahre schrieb Heine erneut für die Augsburger Allgemeine Zeitung. Er verfasste erneut Artikel und Berichte der vielschichtigen politischen sowie kulturellen Szene der französischen Stadt.

Heine beurteilte darin weiterhin die politischen Zustände und die Leitfiguren des politischen und kulturellen Lebens mit analytischer Genauigkeit. Sein scharfer Verstand und die Beurteilung von politischen und staatlichen Zuständen sowie deren Richtigkeit und Gültigkeit beeindrucken auch heute noch.

Neue Gedichte und Zusammentreffen mit Marx

Eine Reise in die Pyrenäen 1840 und eine weitere nach Hamburg im Jahr 1843 brachten Heine einige Zeit von seiner neuen Heimat Paris weg. 1844 erschien dann sein wichtiger Lyrikband Neue Gedichte, in dessen drittem Teil, den Zeitgedichten (1841 bis 1844), Heine zu einem neuen Ton überging.

Er stellte aggressive Satire auf die herrschenden Köpfe neben die ironischen Auseinandersetzungen mit der politisch-literarischen Trendbewegung der damaligen Tendenzpoesie in Deutschland. Das bedeutendste seiner politischen Gedichte dieser Tage, Die schlesischen Weber, erschien damals ebenfalls.

In Paris (1843 bis 1844) traf Heine auch auf den jungen Karl Marx und dessen Kreis bzw. dessen engste Anhängerschaft. Der Begegnung mit Marx hatte der Schriftsteller einiges an Kraft und Stärke seiner politischen Dichtkunst zu verdanken. Marx und seine Freunde mussten Paris im Jahr 1944 verlassen. Es war für Heine nur eine recht kurze, aber durchaus entscheidende Begegnung.

Heirat mit Crescencia Eugenie Mirat

Heinrich Heine heiratete im August 1841 Augustine Crescence Mirat, die er selbst Mathilde nannte. Er wohnte bereits einige Jahre mit Mathilde zusammen. Ihr Zusammentreffen kam 1834 in einem Schuhgeschäft zustande, in welchem sie zu jener Zeit arbeitete. Kurz darauf zogen Heine sowie seine zukünftige Frau zusammen.

Augustine Crescence Mirat kam aus einfachen Verhältnissen und verfügte über keine höhere Bildung. Sie war Heines treue Gefährtin, die allerdings nur wenig zu seinem Schaffen als Schriftsteller und Journalist beitragen konnte. Mathilde sprach kein Deutsch und konnte die tatsächliche Bedeutung von Heines Werken nicht vollständig erfassen.

Jahre der Krankheit

Heines Ehefrau Mathilde und der kranke Dichter selbst

Bild: Heines Ehefrau Mathilde und der kranke Heine


Heine hatte seit seinem Umzug nach Paris nur zwei Reisen nach Deutschland unternommen. Er besuchte in den Jahren von 1843 und 1844 seine Mutter in Hamburg und seinen Verleger Campe. Ende 1844 verstarb sein geliebter Onkel Salomon, dessen monetäre und moralische Unterstützungen Heine bis zu seinem Tod sicher waren.

Im Anschluss an den Tod seines Onkels folgten ermüdende Streitereien mit dessen Verwandtschaft und Erben. Außerdem setzte eine unheilbare Krankheit (evtl. eine Rückenmarkschwindsucht oder eine tuberkulöse Erkrankung, später wurde als Ursache eine Bleivergiftung vermutet) sich weiter durch, die Heine für nahezu acht Jahre ans Bett fesselte, das er zu jener Zeit als Matratzengruft bezeichnet. Sein klarer Geist und seine Kraft zu schreiben blieben jedoch zunächst ungebrochen.

1851 erschien ein weiterer Band von Heines Gedichten, der den Titel Romanzero trug. Romanzero lebte, wie viele seiner Gedichte der Jahre 1853 und 1854, von der bedrückenden Gegenwart die Heine umgab. Bitterer und schmerzerfüllter als die früheren Werke klangen die Töne nun. Seine schweren persönlichen Erfahrungen der zähen Krankheit hatten ihn viele seiner kühnen und selbstbewusst-aufklärerischen Vorstellungen überdenken und revidieren lassen.

Heinrich Heine diktierte in den qualvollen Jahren seiner Krankheit zahlreiche Werke einem Sekretär. Trotz schweren Leidens veröffentlichte er noch eine Reihe weitere Werke. Darunter Der Doktor Faust. Ein Tanzpoem, Vermischte Schriften sowie Lutetia und Gedichte. 1853 und 1854.

Bedeutung des letzten Dichters der Romantik

Heine gilt als der letzte Dichter der Romantik. Sein Engagement und sein Talent brachten das Feuilleton und die Reiseliteratur auf die Ebenen von Kunst und Lyrik. Die sonst alltagssprachlich geschriebenen Texte verfasste er mit eleganter Leichtigkeit zu poetischen Kunstwerken. Er erreichte den neuzeitlichen Leser besser als andere Lyriker damaliger Tage. Heines Werke wurden sehr oft übersetzt und auch vertont.

Der Dichter war als Journalist ebenso geachtet und bewundert wie auch gefürchtet und umstritten. Seine jüdische Herkunft sowie seine politische Haltung gaben Antisemiten und Nationalsozialisten, zu seinen Lebzeiten und auch heute noch, Vorlagen zur Anfeindung und Ausgrenzung. Er befand sich in einer Außenseiterrolle, die sein gesamtes Werk sowie sein Leben prägte.

Zwischen Romantik und Realismus

Heinrich Heines literarische Bedeutung und seine Arbeiten lagen zwischen Romantik und Realismus. Seine Dichtkunst entstand auf dem Fundament der Romantik. Bald darauf jedoch fühlte er sich als Überwinder der prägenden Stile seiner Herkunftsepoche und als Verkünder eines neuen Anfangs.

Heine befreite sich aus dem Korsett der isolierten Gedanken- und Gefühlswelt des Schriftstellers und Poeten früherer Epochen und trat den Problematiken seiner Zeit als Autor und Korrespondent sowie als Poet und literarischer Mensch entgegen. Indem er überlieferten Ideen und manifestieren Regeln für Lyrik den Rücken zudrehte, war er in der Lage, sich seinen eigenen lyrischen Ausdruck zu erschaffen.

Tod im Pariser Exil

In den Sammelbänden Vermischte Schriften veröffentlichte Heine 1854 seine letzte Prosaarbeit mit dem Titel Geständnisse. Er skizziert darin seine geistige Reise seit der Kindheit nach. Dabei setzte er sich erneut mit den großen politischen und weltanschaulichen Fragen auseinander. Seine Memoiren vollendete der große Dichter nicht mehr.

Heinrich Heine starb in seinem Pariser Exil am 17. Februar 1856 nach langer Krankheit. Mathilde, seine Ehefrau, war in seiner Sterbestunde an seiner Seite. Drei Tage nach seinem Tod wurde Heinrich Heine auf dem Friedhof Montmartre beerdigt. Heines Ehefrau starb 1883 und wurde auf Heines Wunsch in derselben Grabstätte beigesetzt.

Werke von Heinrich Heine

  • Tragödien nebst einem lyrischen Intermezzo (1823; enthalten: William Ratcliff, Almansor, Lyrisches Intermezzo)
  • Dreiunddreißig Gedichte (1824)
  • Reisebilder (1826; enthalten: Die Harzreise, Die Heimkehr, Die Nordsee u.a.)
  • Buch der Lieder (1827)
  • Reisebilder (1827; enthalten: Die Nordsee u.a.)
  • Reisebilder (1830; enthalten: Die Reise von München nach Genua, Die Bäder von Lucca)
  • Reisebilder (1831; enthalten: Die Stadt Lucca, Englische Fragmente)
  • Einleitung zu Kahldorf über den Adel (1831)
  • Französische Zustände (1832)
  • Der Salon. Erster Teil (1834; enthalten: Französische Maler, Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski, Gedichte)
  • Der Salon. Zweiter Teil (1835; enthalten: Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland, Gedichtzyklus Neuer Frühling)
  • Der Salon. Dritter Teil (1836)
  • Die romantische Schule (1836)
  • Der Schwabenspiegel (1838)
  • Shakespeares Mädchen und Frauen (1839)
  • Schriftstellernöten (1839)
  • Über Ludwig Börne (Denkschrift, 1840)
  • Der Salon. Vierter Teil (1840; enthalten: Der Rabbi von Bacherach, Über die französische Bühne, Gedichte)
  • Neue Gedichte (1844; enthalten: Deutschland. Ein Wintermärchen)
  • Atta Troll – Ein Sommernachtstraum (1847)
  • Romanzero (1851)
  • Der Doktor Faust. Ein Tanzpoem (1851)
  • Vermischte Schriften (3 Bände, 1854; enthalten: Geständnisse, Die Götter im Exil, Gedichte u.a.)
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Heinrich Heine
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001