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pieksen oder piksen

Pieksen und piksen sind beide richtig. Das Verb bedeutet, leicht zu stechen oder einen kurzen stechenden Reiz zu verursachen. Auch die Formen pieken und piken ohne s sind zulässig.

Pieksen oder piksen: beide Schreibweisen verwenden

Ein Dorn kann durch den Stoff pieksen, ein raues Etikett kann am Hals piksen. Gemeint ist jeweils ein kleiner, oft spitz wahrgenommener Reiz. Das Wort beschreibt gewöhnlich eine leichte oder kurze Einwirkung; wie unangenehm sie tatsächlich ist, hängt von der Situation ab.

Die Schreibung mit ie ist kein Rechtschreibfehler. Der lange i-Laut lässt sich hier sowohl mit i als auch mit ie schreiben. Wähle für einen zusammenhängenden Text möglichst eine Variante und behalte sie bei. Aus der Häufigkeit einer Schreibweise in Suchanfragen lässt sich nicht ableiten, ob sie normgerecht ist.

Grammatik und Formen

Beide Verben werden schwach gebeugt. Der gewählte Stamm bleibt erhalten: piksen, pikste, gepikst beziehungsweise pieksen, piekste, gepiekst. Für das Perfekt verwendet man haben. Nach einem Stamm auf s erhält die zweite Person Singular nur t: du pikst, du piekst.

Die beiden Schreibweisen im Vergleich
FormMit iMit ie
Infinitivpiksenpieksen
ich, Präsenspiksepiekse
du, Präsenspikstpiekst
sie, Präteritumpikstepiekste
Partizip IIgepikstgepiekst
Infinitiv mit zuzu piksenzu pieksen

Das Verb kann mit oder ohne Akkusativobjekt stehen: Die Nadel pikst. – Die Nadel pikst mich. Die betroffene Person wird durch mich genauer genannt. Ebenso kann eine Ortsangabe die Stelle beschreiben: Das Etikett piekst am Hals.

Eigene Beispiele mit Erklärung

Das raue Etikett piekst am Hals.

Das Etikett löst den unangenehmen Reiz aus. Pieksen behauptet nicht automatisch eine sichtbare Verletzung.

Beim Aufräumen hat mich eine Nadel leicht gepikst.

Hat gepikst ist das Perfekt. Mich bezeichnet die betroffene Person im Akkusativ.

Der Dorn pikste durch den dünnen Stoff.

Pikste ist die schwache Vergangenheitsform. Mit der anderen zulässigen Schreibung hieße der Satz: Der Dorn piekste durch den dünnen Stoff.

Pieksen, stechen oder kratzen?

Stechen ist weiter gefasst und kann eine stärkere Einwirkung bezeichnen. Kratzen beschreibt eher eine raue oder schabende Berührung. Die Wörter sind deshalb nicht in jedem Satz austauschbar. Bei einer Beschreibung helfen Angaben zu Auslöser, Stelle und Stärke mehr als eine bloße Wiederholung des Verbs.