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irisieren

Form & Grammatik

VerbFremdwort
Stichwort
irisieren
Worttrennung
iri·sie·ren
Präsens
irisiert
Präteritum
irisierte
Partizip II
irisiert
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar
Gebrauch
Üblicherweise mit einem Gegenstand als Subjekt; die Tabelle zeigt die dritte Person.

Beispiele des üblichen Gebrauchs: Die Oberfläche irisiert; die Farben irisieren. Auch bildlich können etwa Klänge irisieren.

Bedeutung

Das Verb irisieren bedeutet in Regenbogenfarben schillern und bezeichnet den Umstand, dass die Oberfläche einer konkreten Sache oder einer Erscheinung verschiedenfarbig erscheint. Es handelt sich hierbei um ein optisches Phänomen, wobei die Oberfläche je nach Blickwinkel in anderen Farben erscheint. Weiterhin kann das Wort metaphorisch, also im übertragenen Sinn, gebraucht werden, und beschreibt dann Eigenschaften, die sich schnell ändern und instabil sind (vgl. Metapher).
Bänkelsang, eine Nebenform der Ballade, vor Publikum in Basel


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Wenn sich Licht an einer Oberfläche bricht, kann dieses, je nach Blickwinkel, verschiedenfarbig wahrgenommen werden. Die jeweilige Oberfläche schillert dann in Regenbogenfarben, die meist als sehr intensiv wahrgenommen und deshalb als schön sowie kräftig beschrieben werden.

Häufig zu beobachten ist dieses Phänomen zum Beispiel an Seifenblasen, Glaskugeln, bei Perlmuscheln oder Ölflecken, wie etwa im obigen Beispielbild zu sehen. In der Meteorologie ist das Irisieren ebenfalls bekannt, etwa bei Wasserstrahlen, die im Sonnenlicht funkeln oder an Wolken, die vielfarbig leuchten. Hierbei spricht man auch von Perlmuttwolken.

Die Biologie kennt irisierende Oberflächen ebenso, wobei die Oberfläche einzelner Lebewesen in Verbindung mit Nässen mitunter zu schillern beginnt. Dies lässt sich etwa bei der Goldwespe beobachten. Typisch ist dieses Schillern aber natürlich auch für die Schalen diverser Weichtiere, welche deshalb sehr häufig Verwendung bei der Herstellung von Kunstgegenständen, wie etwa Schmuck, finden.

Erklären lässt sich das Phänomen relativ einfach. Die Farben des Regenbogens entstehen durch Brechung des Lichts. Durch Brechung und Interferenz, also Überlagerung, des Lichts an dünnen Oberflächenschichten, was durch Nässe verstärkt wird, scheint dieser Gegenstand in den Regenbogenfarben.

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Als Metapher wird das Fremdwort auch im übertragenen Sinn verwendet. Dann erfüllt der Begriff oftmals den Zweck, vielschichtige und sich rasch ändernde Eigenschaften einer Sache kunstvoll und mit positivem Grundton zu beschreiben.

Beispiele dafür sind die Wortverbindungen irisierende Musik oder auch irisierende Persönlichkeit. Gemeint ist hierbei, dass sich die Eigenschaften der jeweiligen Sache häufig verändern und demnach instabil und wechselhaft erscheinen.

Das Wort ist die eingedeutsche Form des bedeutungsgleichen französischen Verbs iriser dar. Dieses geht wiederum auf das griechische Nomen ĩris zurück, das sich mit Regenbogen übersetzen lässt.

Mit dem Aufkommen vieler moderner Naturwissenschaften lässt sich das Auftreten des deutschen Begriffes auch erstmals dokumentieren. Beginnend mit ersten Nachweisen, die sich auf die Mitte des 19. Jahrhunderts datieren lassen, nahm die Verbreitung des Wortes nur im Laufe der ersten 60 bis 70 Jahre nach erstem Erscheinen in der Sprache zu.

Nach Beginn des 20. Jahrhunderts verlor das Fremdwort wieder an Bedeutung und wird auch in unserer Gegenwart immer unbekannter. Einen Eingang in die Alltagssprache hat es nie finden können.


Beispiele

Wir sehen einen Fluss, dessen silbriges Irisieren sich mit dem Glitzern der Sonne auf seiner Oberfläche abwechselt – der Frühling naht.
Das Insekt ließ sich auf dem Blatt des Baumes nieder. Wenn man nah genug heran ging, sah man wie der Kopf des Tieres auf faszinierende Art irisierte.
Ein Flattern der Stimme, ein Irisieren der Töne im Raum – eine Opernstimme, wie sie noch nie zuvor gehört wurde!
Doch kam dem „Weib des Pharao“, das zunächst in Amerika Uraufführung feierte, der Erfolg des Tonfilms dazwischen, da konnten die Blicke und Gesten bei Lubitsch noch so stark von Liebe, Demütigung und Falschheit sprechen, da konnte die Musik von Künneke noch so irisieren, dampfen und dröhnen wie hier, in der Originalpartitur für groß besetztes Symphonieorchester.
Christiane Tewinkel, "Liebesschwüre und Verblendung"

Grammatik

  • Wortart Verb
  • Worttrennung iri·sie·ren
Konjugation von irisierenTempora, Konjunktiv und Hauptformen

Üblicherweise irisieren Oberflächen, Gegenstände oder bildlich etwa Klänge. Diese Übersicht zeigt dafür die dritte Person: es irisiert, sie irisieren. Ein Gedankenstrich kennzeichnet eine hier nicht dargestellte Form.

Präsens Präteritum Perfekt
er irisiert er irisierte er hat irisiert
sie irisieren sie irisierten sie haben irisiert
Plusquamperfekt Futur I Futur II
er hatte irisiert er wird irisieren er wird irisiert haben
sie hatten irisiert sie werden irisieren sie werden irisiert haben
Konjunktiv I Konjunktiv II Imperativ
er irisiere er irisierte —
sie irisieren sie irisierten —
Infinitiv Partizip
irisieren irisierend
zu irisieren irisiert

Synonyme

      • kein Synonym vorhanden