Als Trilogie, auch Dreiteiler, wird ein Werk bezeichnet, das inhaltlich zusammengehört und aus drei einzelnen Teilen besteht. Bei einer Trilogie kann es sich um ein literarisches, filmisches oder auch musikalisches Werk handeln, wenngleich der Begriff heutzutage auch in anderen Bereichen verwendet wird. Wesentlich ist für die Trilogie, dass ihre einzelnen Teile zumeist selbständig funktionieren, was bedeutet, dass diese zwar einen gemeinsamen Rahmen haben, aber in sich abgeschlossen erscheinen (vgl. Mehrteiler). Demzufolge werden Trilogien auch selten durch starke Cliffhanger unterbrochen, die die gezeigte Handlung abprupt unterbrechen würden.

Der Begriff geht auf das griechische Nomen trilogía (τριλογία) zurück, das sich aus den Wörtern treis für drei und lógos für Wort zusammensetzt. Demzufolge handelt es sich bei der Trilogie im wortwörtlichen Sinn um ein Dreiwort und nur im übertragenen Sinn um ein dreiteiliges künstlerisches Werk.

Ursprünglich wurde der Begriff auf Dramen angewandt. Als Trilogien wurde nämlich eine Abfolge von drei zusammengehörigen Tragödien bezeichnet, die von den Dichtern der Großen Dionysien im tragischen Agon – ein dichterischer Wettstreit in der Antike – gezeigt wurden. Teils wurde die Trilogie um ein entspannendes Satyrspiel erweitert und somit zur Tetralogie Mehrteiler aus vier Stücken – ausgebaut.Die Bezeichnung verschiedener Mehrteiler

Geschichte der Trilogie

In der Literatur sind solche Trilogien – wie bereits erwähnt – seit der griechischen Antike belegt. Dabei handelte es sich anfangs zumeist um drei Tragödien, die aus demselben Mythenkreis (vgl. Mythos) stammten. Bisweilen wurden diese Dreiteiler noch um ein entspannendes Nachspiel (Satyrspiel) oder ein eher ernstes Stück erweitert und dadurch zur Tetralogie (Vierteiler) ausgebaut.

Solche Tetralogie bestimmten seit dem 5. Jhd. v. Chr. maßgeblich den tragischen Agon (Wettkampf) der Großen Dionysien. Diese Dionysien waren die Festspiele zu Ehren des Gottes Dionysos in der griechischen Antike. Hierbei traten mehrere Dichter gegeneinander an und präsentierten ihre Werke dem Publikum, wobei der Wettstreit der Tragödiendichter den Höhepunkt darstellte. Die mehrteiligen Tragödien wurden an einem Tag aufgeführt und bauten aufeinander auf, weshalb der stoffliche Zusammenhang sehr eng war, wie etwa in der Orestie (458 v. Chr.) des Dichters Aischylos.

Später, etwa bei den Werken des Euripides oder auch Sophokles, waren die einzelnen Teile solcher Zyklen zwar immer noch inhaltlich miteinander verbunden, boten aber innerhalb der einzelnen Werke eine enorme Konzentration der Handlung, weshalb die einzelnen Stücke durchaus als selbständig zu bewerten waren. Allerdings sprengte diese Verdichtung der Handlung aufgrund der enormen Inhaltsfülle nahezu den Rahmen der Dionysien, da die drei teils in sich abgeschlossenen Werke, die an einem Tag gezeigt wurden, kaum noch den früheren einheitlichen Gesamteindruck des Wettstreits wahren konnten.

Das Aufteilen von dramatischen Stoffen war aber auch in späteren Epochen üblich. Ein bekanntes Beispiel aus der Literatur ist etwa Friedrich Schillers Wallenstein, der als Trilogie angelegt wurde, um den umfangreichen Stoff aufzulockern. Die einzelnen Werke des Mehrteilers sind hierbei aber unselbständig. Wesentlich ist demnach für solche dramatischen Mehrteiler, das sie zumeist dazu dienen, die Länge des Stoffes aufzulockern, um die Aufmerksamkeit des Publikums während der Aufführung nicht zu verlieren.

Im 21. Jahrhundert sind solcherlei Mehrteiler allerdings auch in der epischen Literatur gang und gäbe und bestimmen große Teile der Belletristik. Aktuelle Beispiele sind die dystopische Romantrilogie Die Tribute von Panem von Suzanne Collins oder auch die Fantasy-Romane der Tintenwelt-Trilogie der Autorin Cornelia Funke, die Bände Tintenherz, Tintenblut sowie Tintentod umfasst. Als lyrischer Mehrteiler gelten Johann Wolfgang von Goethes Trilogie der Leidenschaft oder auch Josef Weinhebers Heroische Trilogie.

Trilogie-Beispiele

  • Der Herr der Ringe von John Ronald Reuel Tolkien (Literatur / Film)
    • Die Gefährten (1954 / 2001)
    • Die zwei Türme (1954 / 2002)
    • Die Rückkehr des Königs (1955 / 2003)
  • Orestie des Dichters Aischylos (Tragödie)
    • Agamemnon (UA: 458 v. Chr.)
    • Choephoren
    • Eumeniden
  • Der Pate von Francis Ford Coppola (Film)
    • Der Pate (1972)
    • Der Pate – Teil II (1974)
    • Der Pate – Teil III (1990)
  • Millennium-Trilogie von Stieg Larsson (Literatur)
    • Verblendung (2005)
    • Verdammnis (2006)
    • Vergebung (2007)
  • Danziger Trilogie von Günter Grass (Literatur)
    • Die Blechtrommel (1959)
    • Katz und Maus (1961)
    • Hundejahre (1963)
  • Drei-Farben-Trilogie von Krzysztof Kieślowski (Filmreihe)
    • Drei Farben: Blau (1993)
    • Drei Farben: Weiß (1993)
    • Drei Farben: Rot (1994)
  • Dollar-Trilogie von Sergio Leone (Italowestern-Reihe)
    • Für eine Handvoll Dollar (1964)
    • Für ein paar Dollar mehr (1965)
    • Zwei glorreiche Halunken (Prequel, 1966)
  • Matrix von Lana und Andy Wachowski (Film)
    • Matrix (1999)
    • Matrix Reloaded (2003)
    • Matrix Revolutions (2003)
  • Zurück in die Zukunft von Robert Zemeckis (Film)
    • Zurück in die Zukunft (1985)
    • Zurück in die Zukunft II (1989)
    • Zurück in die Zukunft III (1990)
  • Selbs-Trilogie von Bernhard Schlink (Kriminalromane)
    • Selbs Justiz (1987)
    • Selbs Betrug (1992)
    • Selbs Mord (2001)
  • Wallenstein von Friedrich Schiller (Dramen-Trilogie)
    • Wallensteins Lager (1798)
    • Die Piccolomini (1799)
    • Wallensteins Tod (1799)
  • Tintenwelt-Trilogie von Cornelia Funke (Fantasybücher)
    • Tintenherz (2003)
    • Tintenblut (2005)
    • Tintentod (2007)
Kurzübersicht: Das Wichtigste im Überblick

  • Als Trilogie, auch Dreiteiler, wird ein Werk bezeichnet, das inhaltlich zusammengehört und darüber hinaus aus drei einzelnen Teilen besteht. Bei einer Trilogie kann es sich um ein literarisches, filmisches oder auch musikalisches Werk handeln, wenngleich der Begriff heutzutage auch in anderen Bereichen verwendet wird.
  • Ursprünglich wurde der Begriff im Zusammenhang mit den Großen Dionysien – einem Fest und Dichterwettstreit, um den Gott Dionysos zu ehren – geprägt. Hierbei traten mehrere Dichter an, um je einen „tragischen Dreiteiler“, der zumeist um ein Satyrspiel ergänzt wurde, zu präsentieren. Heute wird der Begriff für jegliche Dreiteiler der Kunst genutzt.
  • Nahezu alle mehrteiligen Werke der Kunst lassen sich mit einem Fachbegriff benennen. So ist die Bezeichnung für einen Zweiteiler Dilogie, für einen Vierteiler Tetralogie, für einen Fünfteiler Pentalogie sowie für einen Sechsteiler Hexalogie usw. (siehe dazu: Mehrteiler). Umgangssprachlich werden allerdings meist nur Trilogie und Tetralogie gebraucht.

  • Hinweis: Mitunter sind Schreibende unsicher, ob es nun Trilogie oder Triologie heißt. Da sich der Begriff aus dem Griechischen ableitet – nicht aus dem Italienischen – wird er mithilfe des Präfixes „Tri-“ gebildet und die Schreibweise Trilogie ist korrekt (vgl. Häufige Rechtschreibfehler).
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Trilogie (Dreiteiler)
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001