Das Drama Maria Stuart geht auf erste Überlegungen Schillers aus den Jahren 1782/83 zurück, in denen sich der Dichter mit Robertsons Geschichte von Schottland beschäftigt hat. Als Folge der Lektüre versprach Schiller einem Verleger eine Maria Stuart.

Dennoch dauerte es bis in das Jahre 1799, in dem Schiller die Arbeit an dem Stoff wieder aufnimmt. Das fertige Stück wurde am 14. Juni 1800 mit sehr großem Erfolg im Weimarer Hoftheater das erste Mal aufgeführt. Trotz ausgiebigen Quellenstudiums, geht Schiller mit den historischen Umständen frei um. So wird im Stück ein Treffen der Königinnen ermöglicht, das historisch nie stattgefunden hat.


KURZE INHALTSANGABE


In dem fünfaktigen Trauerspiel Maria Stuart werden die letzten drei Tage der schottischen Königin Maria Stuart dargestellt. Der erste Akt steht vollkommen im Zeichen der feststehenden Hinrichtung Maria Stuarts, die angeklagt wird, an der Ermordung ihres Ehemanns beteiligt gewesen zu sein. Maria und ihre Verbündeten setzen alles daran, die drohende Hinrichtung aufzuschieben.

Leicester, der Maria liebt, aber ebenfalls ein ehrgeiziger Günstling der englischen Königin Elisabeth ist, gelingt es, ein Treffen zwischen den ungleichen Gegenspielerinnen zu arrangieren. Diese Begegnung im Dritten Akt stellt den Höhepunkt des Stückes dar, um das herum die anderen Akte symmetrisch gebaut sind. In dem Treffen gelingt es Maria Stuart, sich trotz ihrer Unterlegenheit als sittliche Persönlichkeit und moralisch Übelegenere zu präsentieren. Die englische Königin Elisabeth hingegen erfährt, dass reine Machtfülle allein nicht ausreicht.

Dennoch besteht für Maria Stuart nach dem Treffen keine Hoffnung mehr, begnadigt zu werden. Für sie aber stellt sich nach dem Treffen mit Elisabeth heraus, dass der ungerechtfertigte Tod ihr die Möglichkeit gibt, ihre Mitschuld am Tod ihres Ehemanns zu büßen („Gott würdigt mich, durch diesen unverdienten Tod / Die frühe schwere Blutschuld abzubüßen.“) Maria Stuart wandelt sich in der Folge zu einer heldischen Figur, die den nahenden Tod als freie Gewissensentscheidung zu akzeptieren lernt.

Wurde sie zuvor als Mensch beschrieben, der auf der Seite der sinnlichen Genüsse stand, wandelt sie sich in der Todesahnung zu einem idealistischen Menschen. Obwohl Maria am Ende stirbt, erscheint vielmehr Elisabeth als diejenige, die durch ihre eigene Entscheidung Maria dem Tod zuzuführen gerichtet wurde. Der schottischen Königin Maria Stuart ist es demzufolge gelungen, in ihrer Unfreiheit die Freiheit zu finden und zu gewinnen → zur ausführlichen Inhaltsangabe

Szene
(Figuren)
Inhaltsangabe
ERSTER AUFZUG
(Im Schloss zu Fotheringhay)
1. Auftritt
Hanna Kennedy, Paulet, Drugeon Drury
Marias Hüter Paulet lässt seinen Gehilfen Drury einen Schrank in dem Zimmer der gefangenen Königin durchsuchen. Er ist auf der Suche nach Schmuck, mit dem es Maria gelingen könnte aus ihrer Haft heraus Einfluss zu nehmen (durch Bestechung). Paulet beschuldigt Maria gegenüber ihrer Amme Hanna Kennedy eine Intrigantin zu sein, die mit dem Feind Englands Frankreich verbunden ist. In der Unterredung zwischen Paulet und Kennedy wird ein knapper Einblick in die Umstände von Marias Gefangennahme gegeben. So wird Maria Stuart unter anderem deswegen festgehalten, weil sie sich weigert, ihren Anspruch auf den englischen Königsthron fallen zu lassen (vgl. Exposition).
2. Auftritt
Maria, Die Vorigen
Die hinzugekommene Maria wird von ihrer Amme Kennedy über den Aufbruch ihres Schranks in Kenntnis gesetzt. Doch Maria erwidert würdevoll und stolz: „Beruhige dich, Hanna. Diese Flitter machen / Die Königin nicht aus. Man kann uns niedrig / Behandeln, nicht erniedrigen.“ Maria wendet sich an Paulet und bittet ihn, einen Brief an die englische Königin Elisabeth zu übergeben. Daneben bittet sie Paulet, Besuch von einen katholischen Geistlichen erhalten zu dürfen. Im weiteren Verlauf des Gesprächs beklagt sich Maria über ihre unehrenhafte Behandlung seit ihrer Verhaftung vor einem Monat. Sie verlangt Auskunft, wie es mit ihr weiter geht, doch auf ihre Frage „Bin ich verurteilt?“ antwortet Paulet nur: „Ich weiß nichts, Mylady.“
3. Auftritt
Die Vorigen, Mortimer
Ohne Maria Stuart zu beachten tritt Mortimer, Paulets Neffe, hinzu. Er sagt seinem Onkel, dass er gesucht werde. Maria beschwert sich über Mortimers rohe Sitten. Paulet hingegen lobt dessen Widerstandskraft und Unbestechlichkeit.
4. Auftritt
Maria, Kennedy
Maria bekennt gegenüber ihrer vertrauten Amme Kennedy, dass sie sich für den Tod ihres getöteten Mannes König Darnley mitschuldig fühlt. Sie sieht in ihrer jetzigen Situation eine Strafe für ihr früheres Handeln („Ich erkenn ihn. / Es ist der blutge Schatten König Darnleys, / Der zürnend aus dem Gruftgewölbe steigt“ oder „Frischblutend steigt die längst vergebne Schuld / Aus ihrem leichtbedeckten Grab empor!“). Die Amme Kennedy versucht, Maria zu beruhigen und versichert ihr, dass sie selber den Mord an Darnley nicht begangen hat. Vielmehr sei sie durch den Verführer Bothwell in den „Wahnsinn blinder Liebesglut“ gelockt worden, so dass Maria nicht sie selbst gewesen ist, als sie nichts gegen die Mordpläne an ihrem Mann unternommen hat. Kennedy ermutigt Maria an ein Morgen zu glauben, da nicht das Parlament in England ihr Richter sei.
5. Auftritt
Die Vorigen, Mortimer
Mortimer kehrt zu Maria und ihrer Amme zurück. Er tritt scheu herein und bittet Maria Stuart, keine Angst vor ihm zu haben. Er bittet die Amme, vor der Tür Wache zu stehen und übergibt Maria eine Karte.
6. Auftritt
Mortimer, Maria
Bei der Karte handelt es sich um ein Empfehlungsschreiben von Marias Onkel, dem Kardinal von Lothringen aus Frankreich. Es lautet: „Traut dem Sir Mortimer, der Euch dies bringt, / Denn keinen treuern Freund habt ihr in England.“ Zuerst ungläubig, beginnt Maria allmählich Vertrauen zu Mortimer aufzubauen. Mortimer gelingt es, Maria davon zu überzeugen, dass er sie für die rechtmäßige Königin von England hält. Er ist bereit alles zu tun, um Maria auf den englischen Thron zu verhelfen und erzählt, wie er von Marias rechtmäßigen Anspruch auf den Königstitel von England erfahren hat („Ich weiß nunmehr, daß Euer gutes Recht / An England Euer ganzes Unrecht ist“). Sogleich erzählt Mortimer von einem geheimen Fluchtplan, der Maria aus der Gefangenschaft befreien soll. In diesem Zusammenhang berichtet er Maria ebenso von dem getroffenen Urteil über ihr Schicksal: Sie ist zum Tode verurteilt. Doch Maria widersetzt sich dem stürmischen Jüngling („Umsonst! Mich rettet nicht Gewalt, nicht List.“) und bittet ihn stattdessen, einen Brief an Graf Leicester zu überbringen. Bevor Lord Burleigh auftaucht, verschwindet Mortimer durch eine Seitentür.
7. Auftritt
Maria, Lord Burleigh, Paulet
Lord Burleigh verkündet Maria als Gesandter des Gerichts ihr Todesurteil. Obwohl sich Maria schlagkräftig verteidigt, sagt Lord Burleigh, dass Maria dem englischen Gericht unterstellt ist. In dem Gespräch wird die ehrenhafte Position Maria Stuarts immer deutlicher, sich nicht zu unterwerfen. Stattdessen spricht die schottische Königin von ihren gescheiterten Visionen, „zwei edle Nationen unterm Schatten / Des Ölbaums frei und fröhlich zu vereinen“. Stattdessen wurde sie zum Opfer von Eifersucht und Zwietracht. Sie ist der Meinung, dass ihre Hinrichtung nicht der Gerechtigkeit dient, sondern nur eine Machtdemonstration der englischen Königin Elisabeth ist. Sie zweifelt das Gerichtsverfahren an und beschwert sich über die mangelhafte Prozessführung („Ich bin die Schwache, sie die Mächte – Wohl! / Sie brauche die Gewalt, sie töte mich, / Sie bringe ihrer Sicherheit das Opfer. Doch sie gestehe dann, dass sie die Macht / Allein, nicht die Gerechtigkeit geübt.“)
8. Auftritt
Lord Burleigh, Paulet
Burleigh sagt, dass Maria unbedingt sterben müsse, da Königin Elisabeth durch ihre Konkurrentin verunsichert ist. Er versucht Paulet darauf hinzuweisen, dass es der Königin sehr recht wäre, „wenn sie nur aufmerksamer Diener hätte […] / Die einen stummen Auftrag / zu deuten wissen.“ Doch Paulet wehrt sich, gegen den heimlichen Befehl, Maria umzubringen. Stattdessen steht er auf Marias Seite und fordert einen ehrlichen Prozess. („Kein Mörder soll sich ihrer Schwelle bahn, / Solang die Götter meines Dachs sie schützen.“)
ZWEITER AUFZUG
(Palast zu Westminster)
1. Auftritt
Graf von Kent, Sir William Davison
Graf von Kent und Wiliam Davison begegnen sich zufällig im Palast von Westminster. Sie sprechen über die mögliche Hochzeit zwischen der englischen Königin und dem französischen Prinzen. Von Kent weiß, dass die größten Probleme religiöser Natur bereits ausdiskutiert wurden. Daraufhin schlussfolgert Davison: „Der Furcht kann es entledigt sein – Sie [Elisabeth] geht / Ins Brautgemach, die Stuart geht zu Tode.“
2. Auftritt
Die Vorigen, Elisabeth, Leicester, Graf Aubespine, Bellievre, Graf (Talbot) Shrewsbury, Lord Burleigh, dazu andere französische und englische Herren
Vor eine Delegation der französischen Krone macht Elisabeth deutlich, dass sie sich nur zu einer Hochzeit bewegen lässt, da es ihr Volk so wünscht. Wenn es nach ihr gehen würde, bliebe sie für immer unverheiratet: „Kein Zweifel, / Herr Abgesandter, daß ein Ehebündnis / Mit einem königlichen Sohne Frankreichs / Mich ehrt! Ja, ich gesteht es unverhohlen, / Wenn es sein muß – wenn ichs nicht ändern kann, / Dem Dringen meines Volkes nachzugeben – / Und es wird stärker sein als ich, befürchte ich – / So kenn ich in Europa keinen Fürsten, / Dem ich mein höchstes Kleinod, meine Freiheit / Mit minderm Widerwillen opfern würde.“ Auf Drängen des Gesandten Bellievre übergibt Maria Stuart dem Franzosen einen Ring als Zeichen ihrer Zuneigung. Als jedoch Graf Aubespine das Schicksal Maria Stuarts erwähnt, verbittet sich die englische Königin die Vermengung zweier „ganz unvereinbare[r] Geschäfte“.
3. Auftritt
Elisabeth, Leicester, Burleigh, Talbot
In einer anschließenden Unterredung wird das Schicksal der Gefangenen Maria Stuart besprochen. Baron von Burleigh ist dafür, Maria möglichst bald hinzurichten („So muß die Feindin untergehn!“). Talbot dagegen gibt zu bedenken, ob Elisabeth überhaupt das Recht habe, über Maria zu urteilen, da diese keine englische Staatsbürgerin ist („Du kannst das Urteil über die nicht sprechen, / Die dir nicht untertänig ist.“). Graf Leicester versucht diplomatisch zwischen den Positionen zu vermitteln und schlägt vor, dass das Todesurteil aufrecht erhalten bleibt, aber nicht vollstreckt wird („Sie lebe – aber unterm Beile / Des Henkers lebe sie, und schnell, wie sich / Ein Arm für sie bewaffnet, fall es nieder.“) Elisabeth bedankt sich für die Ratschläge ihrer Vertrauten und sagt, dass sie überlegen wird, wie sie sich entscheidet.
4. Auftritt
Die Vorigen, Paulet, Mortimer
Paulet übergibt Elisabeth einen Brief Marias. Burleigh möchte ihn an sich bringen, doch Paulet besteht darauf, es Elisabeth direkt zu übergeben. Obwohl Burleigh von der englischen Königin fordert, hart zu bleiben und keine Nähe zuzulassen („Denn Gnade bringt die königliche Nähe –“), liest Elisabeth den Brief. Sie beginnt zu weinen und ist gerührt: „Verzeiht, Mylords, es schneidet mit ins Herz, / Wehmut ergreift mich, und die Seele blutet, / Daß Irdisches nicht fester steht, das Schicksal / Der Menschheit, das entsetzliche, so nahe / An meinem eignen Haupt vorüberzieht.“) Talbot ermutigt Elisabeth, auf Maria Stuart zuzugehen. Burleigh wiederum appelliert an Elisabeths Härte. Leicester bestärkt Elisabeth in ihrem Entschluss, „das Würdigste zu wählen“ und dass sie „des Herzens schönem Triebe folge“ und Maria eine Unterredung gestattet.
5. Auftritt
Elisabeth, Mortimer
Elisabeth ist von der tollkühnen Schlagfertigkeit Mortimers beeindruckt. Sie weiht ihn in ihre Befürchtungen ein, Maria Stuart durch ein von ihr unterzeichnetes Urteil hinrichten zu lassen. Sie meint, in Mortimer einen treuen Verbündeten gefunden zu haben und bittet ihn, Maria Stuart umzubringen. Mortimer antwortet „Zähl auf mich“ und „Der nächste Neumond ende deine Furcht.“
6. Auftritt
Mortimer
In einem Monolog kritisiert Mortimer die Hinterhältigkeit der englischen Königin Elisabeth. Er bewundert Maria für ihre Weiblichkeit: „Wer bist du, Ärmste, und was kannst du geben? / Mich locket nicht des eitlen Ruhmes Geiz! / Bei ihr nur ist des Lebens Reiz – / Um sie, in ewgem Freudenchore, schweben / Der Anmut Götter und der Jugendlust, / Das Glück der Himmel ist an ihrer Brust –“ An Elisabeth kritisiert Mortimer, dass sie nie die „Frauenkrone“ besessen hat, was so viel heißt wie: „Nie hast du liebend einen Mann beglückt.“
7. Auftritt
Mortimer, Paulet
Paulet ahnt, dass Elisabeth seinen Neffen für einen Mord an Maria gewonnen haben könnte. Er warnt Mortimer vor der Willkür der Herrschenden. Doch Leicester erscheint und sagt, dass Maria in Mortimers Obhut zu entlassen ist.
8. Auftritt
Leicester, Mortimer
In einer vertrauensvollen Offenbarung geben sich Leicester und Mortimer als Sympathisanten der gefangenen Königin zu erkennen. Mortimer übergibt Leicester einen Brief von Maria (vgl. 1. Aufzug, 6. Auftritt). Leicester erklärt, dass er Maria bereits seit Jugendtagen liebt, sich allerdings aus persönlichen Machtstreben der ehrgeizigen Elisabeth zugewandt hat. Seitdem sich Elisabeth allerdings für eine Hochzeit mit dem französischen Prinzen interessiert, ist Leicester verbittert und sinnt nach Rache. In der Folge diskutieren die Beiden ihre Möglichkeiten, wobei Mortimer heftigst von seinen Fluchtplänen berichtet. Diese allerdings sind Leicester zu überheblich, sodass Mortimer und Leicester im Streit auseinander gehen.
9. Auftritt
Leicester, Elisabeth
Um ihren enttäuschten Günstling Leicester milde zu stimmen, zeigt sich Elisabeth dazu bereit, Maria ein Treffen zuzugestehen („Begeh ich eine Torheit, / So ist es Eure, Leicester, nicht die meine. / Ich will Euch heute keinen Wunsch versagen, / Weil ich von meinen Untertanen allen / Euch heut am wehesten getan.“).
DRITTER AUFZUG
(Gegend in einem Park)
1. Auftritt
Maria, Hanna Kennedy
Maria und ihre Amme spazieren in einem Park. Dabei handelt es sich um ein Privileg, dass der gefangenen Königin gemacht wurde. Überglücklich empfindet Maria die Lust der Freiheit und deutet den Gefängnisausgang als positives Zeichen ihrer nahenden Befreiung. Hanna Kennedy hingegen mahnt zur Skepsis.
2. Auftritt
Die Vorigen, Paulet
Paulet tritt zu den beiden Damen und kündigt die Ankunft der englischen Königin Elisabeth an. Als Folge von Marias Brief, sei Elisabeth nun auf dem Weg. Maria kann die Botschaft allerdings nicht als Glücksfall sehen, ihre Stimmung schlägt um. Sie ängstigt sich und fühlt sich nicht vorbereitet.
3. Auftritt
Die Vorigen, Talbot (Graf Shrewsbury)
Talbot versucht, Maria zu ermutigen („Kommt zu Euch, Königin! Faßt Euren Mut / Zusammen. Das ist die entscheidungsvolle Stunde.“). Elisabeth fürchtet, dass die Unterredung in einer Katastrophe enden könnte. Talbot rät Maria, demütig und gelassen mit der englischen Widersacherin zu reden. Talbot sagt, dass Elisabeth nur von Leicester begleitet wird und die Unterhaltung auf das gute Zureden des Grafen zurückzuführen ist.
4. Auftritt
Die Vorigen, Graf Leicester, Elisabeth und Gefolge
In einer der zentralen Szenen des Stücks treffen Elisabeth und Maria Stuart aufeinander. Entgegen Talbots Rat verhält sich Maria nicht demütig. Stattdessen ist ihr Stolz entbrannt, was sofort von Elisabeth wahrgenommen wird („Wer war es denn, der eine Tiefgebeugte / Mir angekündigt? Eine Stolze find ich, / Vom Unglück keineswegs geschmeidigt.“). Als Maria anstatt Zuspruch zu erfahren, von Elisabeth verspottet wird, gerät diese in Rage. Sie beschuldigt Elisabeth, aus einer unehrenhaften Verbindung zu stammen („Nicht Ehrbarkeit habt Ihr von Eurer Mutter / geerbt“). Nach diesem Vorwurf tritt Talbot zwischen die Streitenden. Er versucht, Maria zu mäßigen, doch Maria schimpft weiter: „Der Thron von England ist durch einen Bastard / Entweiht, der Briten edelherzig Volk / Durch eine listige Gauklerin betrogen.“
5. Auftritt
Maria, Hanna Kennedy
Hanna sorgt sich um den Wutausbruch Marias. Doch diese ist Stolz auf der Verhalten. Insbesondere die Verteidigung ihrer Ehre vor ihrem Geliebten Leicester erfüllt sie mit Stolz („Vor Leicesters Augen hab ich sie erniedrigt! / Er sah es, er bezeugte meinen Sieg!“).
6. Auftritt
Die Vorigen, Mortimer
Mortimer ist vor Leidenschaft für Maria entbrannt („Du hast gesiegt! Du tratst sie in den Staub, / Du warst die Königin, sie der Verbrecher. / Ich bin entzückt von deinem Mut, ich bete / Dich an; wie eine Göttin groß und herrlich / Erscheinst Du mir in diesem Augenblick.“). Maria erkundigt sich über Mortimers Unterhaltung mit Leicester, doch Mortimer kritisiert Marias Festhalten an Leicester. Seiner Meinung nach sei von diesem keine Rettung zu erwarten. Nun berichtet er Maria von seinem Plan, sie zu befreien. Mortimer ist bereit, über viel Leichen zu gehen. Ebenso schreckt er nicht davor zurück, seinen Onkel Paulet oder Königin Elisabeth umzubringen. Maria ist von den brutalen Befreiungsplänen erschreckt und wehrt sich gegen die blutige Absicht. Mit ihrer Amme flieht Maria in ein Haus.
7. Auftritt
Mortimer, Paulet, Drury
Paulet befiehlt die Brücken heraufzuziehen und alle Türen zu schließen. Er sagt, dass Königin Elisabeth auf offener Straße ermordet wurde und macht Maria für die Tat verantwortlich.
8. Auftritt
Mortimer, Okelly
Mortimers Freund Okelly stürmt auf Mortimer zu und fordert ihn zur Flucht auf. Das Attentat auf die Königin sei die Tat eines mit ihnen verbündeten Aufrührers gewesen, allerdings ist der Mord gescheitert. Während Okelly in die Wälder nach Norden flieht, ist Mortimer bereit für die Verteidigung der rechtmäßigen (katholischen) Königin Maria zu sterben („Noch versuch ichs, sie zu retten – / Wo nicht, auf ihrem Sarge mich zu betten.“).
VIERTER AUFZUG
(Palast zu Westminster)
1. Auftritt
Aubespine, Leicester, Kent
Graf Aubespine erkundigt sich nach dem Zustand Elisabeths und fragt, wie ein solcher Anschlag geschehen konnte. Leicester sagt, dass der Täter ein Franzose war.
2. Auftritt
Vorige, Burleigh, Davison
Burleigh beauftragt Davison sofort den Hinrichtungsbefehl an Maria Stuart aufzusetzen. Er ist der Meinung, dass keine Zeit verloren werden dürfe. Obwohl Graf Aubespine sein Beileid über den Anschlag ausdrückt, wird er von Burleigh aufgefordert, England so schnell wie möglich zu verlassen. Als Folge des Attentats auf Elisabeth wird das Abkommen mit Frankreich aufgekündigt, da die Franzosen für den Anschlag verantwortlich gemacht werden.
3. Auftritt
Leicester, Burleigh
Leicester spricht in einem spöttischen Kommentar davon, dass Burleigh das Verhältnis wieder auflöst, das er selber geschmiedet hat. Daraufhin wird ihm von Burleigh vorgeworfen, ein falsches Spiel geplant zu haben, das die Königin bewusst gefährdet hat.
4. Auftritt
Mortimer, Leicester
Leicester befürchtet, von Burleigh durchschaut zu sein. Dieses wird ihm von Mortimer bestätigt. Mortimer erzählt ihm, dass sich Burleigh in dem Besitz eines abgefangenen Briefes von Maria an Leicester befindet, der Leicesters Beziehung zur Gefangenen Maria offenbart. Mortimer versucht, Leicester auf seine Seite zu ziehen. Doch anstatt sich auf einen Pakt mit Mortimer einzulassen, ruft Leicester die Palastwache. Mortimer, im Begriff seine Freiheit zu verlieren, bringt sich mit seinem Dolch selber um.
5. Auftritt
Elisabeth, Burleigh
Elisabeth bereut, nicht vorher auf die strengen Ratschläge ihres Vertrauten Burleighs gehört zu haben. Unterdessen berichtet ihr dieser von dem Verrat ihres ehemaligen Günstlings Leicesters, über den Elisabeth selbstredend schockiert ist. Sie befiehlt den Tod Marias und die Verhaftung Leicesters. Als ein Page die Ankunft Leicesters ankündigt, kommen Elisabeth Zweifel an seiner Schuld.
6. Auftritt
Vorige, Leicester
Gegen den Willen Elisabeths stürmt Leicester zu Burleigh und der Königin. Er unternimmt große Anstrengungen, die Königin von seiner Unschuld zu überzeugen. Er gibt vor, sich nur an Maria herangeschlichen zu haben, um sie auszuhorchen. Es gelingt ihm allerdings nicht, alle Zweifel von Elisabeth auszuräumen. Vielmehr wird er zusammen mit Burleigh mit der Hinrichtung Marias beauftragt.
7. Auftritt
Vorige, Graf von Kent
Graf von Kent berichtet, dass ein wütender Pöbel den Palast umlagert. Das Volk fordert den Tod Maria Stuarts („Sie sind entschlossen, eher nicht zu weichen, / Bis du das Urteil unterzeichnet hast.“).
8. Auftritt
Die Vorigen, Burleigh und Davison
Davison bringt der Königin ein Schriftstück. Es handelt sich um das Todesurteil für Maria Stuart. Elisabeth ist unentschlossen und ringt mit sich selbst.
9. Auftritt
Die Vorigen, Talbot
Talbot versucht, die Königin in ihren Zweifeln zu bestärken. Sie solle sich nicht unter Druck setzen lassen und stattdessen ruhig und besonnen überlegen („Du hast es Jahre lang bedacht – soll dich / Der Augenblick im Sturme mit sich führen? / Nur kurzen Aufschub. Sammle dein Gemüt, / Erwarte eine ruhigere Stunde.“). Burleigh und von Kent und drängen auf die Unterzeichnung des Urteils. Am Ende des Auftritts fordert Elisabeth alle Umstehenden auf, sie alleine zu lassen.
10. Auftritt
Elisabeth
In einem Monolog reflektiert Elisabeth ihr Leben als Königin. Sie zählt ihre Feinde auf und meint, in Maria Stuart die Wurzel allen Übels zu erkennen. Sie erinnert sich an das fatale Gespräch zwischen ihr und Maria und wird wütend („Ein Bastard bin ich dir? – Unglückliche! / Ich bin es nur, solang du lebst und atmest. / Der Zweifel meiner fürstlichen Geburt, / Er ist getilgt, sobald ich dich vertilge.“). Sie unterschreibt „mit einem raschen, festen Federzug“ das Todesurteil.
11. Auftritt
Elisabeth, Davison
Von Davison erfährt Elisabeth, dass es Talbot gelungen ist, die aufgebrachte Menge vor dem Schloss zu beruhigen. Nichtsdestotrotz drückt Elisabeth dem verwirrten Davison das unterzeichnete Todesurteil in die Hand. Obwohl sie es unterzeichnet hat, fürchtet sie sich noch immer vor der Konsequenz. Deswegen überträgt sie Davison alle Verantwortung, mit dem Papier zu machen, was er für richtig hält. Dieser wehrt sich gegen die ihm unangemessene Verantwortung. Zuerst zögernd, dann ungeduldig und launisch fordert Königin Elisabeth ihren Untergebenen Davison auf, eine Entscheidung zu treffen. Schließlich lässt sie Davison mit dem Schriftstück alleine.
12. Auftritt
Davison, Burleigh
Gegen seinen Willen ergreift Burleigh das von Elisabeth unterzeichnete Todesurteil. Davison versucht, ihn aufzuhalten und meint, dass Elisabeth ihre Meinung noch nicht eindeutig geäußert habe. Doch Burleigh verweist auf die Unterschrift, die eine eindeutige Bekräftigung ihres Willens sei.
FÜNFTER AUFZUG
(Schloss zu Fotheringhay)
1. Auftritt
Hanna Kennedy, Melvil
Die Amme Hanna Kennedy ist von Trauer über die bevorstehende Hinrichtung Marias erfüllt. Ungläubig berichtet sie Marias Haushofmeister Melvil, dass Maria dem Tod stolz entgegen blickt.
2. Auftritt
Die Vorigen, Margareta Kurl
Kammerfrau Margareta berichtet, dass Maria bereits angezogen ist. Sie erkundigt sich nach ihrem Mann, der für die Verhaftung Marias verantwortlich ist. Es war ihr Mann, der Maria verraten hat. Margareta verflucht ihn.
3. Auftritt
Die Vorigen, Burgoyn
Marias Arzt Burgoyn bittet Marias Unterstützer, ihr rasch Wein zu bringen. Seiner Meinung nach, müsse Maria vor der anstehenden Hinrichtung gestärkt werden.
4. Auftritt
Die Vorigen, zwei andere Kammerfrauen
Die Kammerfrauen Gertrude und Rosamunde brechen beim Anblick Melvils in Tränen aus. Sie berichten, dass Maria ein letztes Mal allein sein wollte.
5. Auftritt
Die Vorigen
Die Kammerfrau Margareta kommt schockiert in Marias Zimmer. Sie erzählt den anderen, dass sie den Hinrichtungssaal und das vorbereitete Beil gesehen habe („Voll Menschen war / Der Saal, die um das Mordgerüst sich drängten / Und, heiße Blutgier in dem Blick, das Opfer /Erwarteten.“).
6. Auftritt
Die Vorigen, Maria
Weiß und festlich gekleidet betritt Maria das Zimmer. Sie hat einen Rosenkranz in der Hand und ein Rosenkranz baumelt von ihrem Gürtel. Sie schreitet vor ihren Vertrauten hin und her und hält eine feierliche Ansprache: „Was klagt ihr? Warum weint ihr? Freuen solltet / Ihr euch mit mir, daß meiner Leiden Ziel / Nun endlich naht, daß meine Bande fallen, / Mein Kerker aufgeht und die frohe Seele sich / Auf Engelsflügeln schwingt zur ewgen Freiheit.“ Sie nimmt von jedem einzelnen Abschied und teilt ihren Nachlass auf.
7. Auftritt
Maria, Melvil
Maria wünscht sich vor ihrem Tod noch den Segen ihrer Kirche zu erfahren. Zunächst enttäuscht, glaubt Maria, dass kein Priester in der Nähe ist, ihre Beichte entgegenzunehmen. Als Melvil ihr eröffnet, dass er zum Priester geweiht wurde und Maria eine Hostie vom heiligen Vater übergibt, ist diese von Glück erfüllt. Sie sinkt vor Melvil nieder und berichtet nach und nach von ihren Sünden. Sie gesteht, ihre Gegenspielerin Elisabeth zu hassen, mit Leicester eine unehrenhafte Liebe geteilt zu haben und die Komplizenschaft am Mord ihres ehemaligen Mannes. Nicht aber gesteht sie den Hochverrat gegen England, für den sie angeklagt wird. Melvil erteilt ihr die Absolution und reicht ihr Kelch und Hostie für die letzte Segnung.
8. Auftritt
Die Vorigen, Burleigh, Leicester, Paulet
Burleigh erkundigt sich nach Marias letzten Wünschen. Sie bittet, ihre Bediensteten frei nach Schottland oder Frankreich reisen zu lassen. Darüber solle ihr Herz nach Frankreich geschickt werden. Ebenso soll Elisabeth berichtet werden, dass sie ihr vergeben hat.
9. Auftritt
Die Vorigen, Hanna Kennedy, andere Frauen der Königin, ein Sheriff, bewaffnete Männer hinter ihm
Maria wünscht sich, dass ihre Amme Hanna sie bis zum Schafott begleiten darf. Als sie Leicester sieht, strauchelt sie allerdings und sinkt fast nieder. Leicester greift sie auf und hilft ihr wieder aufzustehen. In einer kurzen Bemerkung macht sich Leicester über Maria lustig, da dieser ihr versprochen hat, sie aus dem Kerker zu führen. Sie macht ihrem ehemaligen Geliebten den Vorwurf, zwischen zwei Königinnen hin und her geliebt zu haben: „Ihr durftet werben um zwei Königinnen; / Ein zärtlich liebend Herz habt Ihr verschmäht. / Verraten, um ein stolzes zu gewinnen.“
10. Auftritt
Leicester
Leicester erkennt, dass er die im Sterben begriffene Maria verraten hat. In einem Monolog gesteht er sich seine Schuld ein. Es ist ihm nicht möglich, an der Hinrichtung teilzuhaben. Allerdings kann er nicht mehr vollkommen verschwinden, da eine Tür verschlossen ist. Deswegen hört er die Geräusche der Hinrichtung. Er sinkt ohnmächtig zu Boden.
11. Auftritt
Elisabeth
Unruhig und gespannt erwartet Elisabeth eine Nachricht über den Ausgang der Hinrichtung.
12. Auftritt
Elisabeth, ein Page
Von einem Pagen erfährt die ungeduldige Königin, dass Burleigh und Leicester die Stadt verlassen haben („Vor Tages Anbruch hätten beide Lords / Eilfertig und geheimnisvoll die Stadt / Verlassen.“).
13. Auftritt
Elisabeth, Talbot
Talbot berichtet Elisabeth von der fatalen Nachricht, dass Marias Schreiber die hingerichtete Königin mit einer Falschaussage belastet haben. Elisabeth ordnet eine neue Untersuchung an.
14. Auftritt
Die Vorigen, Davison
Elisabeth verlangt von Davison das unterschriebene Todesurteil zurück, dass sie ihm zur „Aufbewahrung“ anvertraut hat. Davison aber verteidigt sich und verweist auf die vorherige Unentschlossenheit der Königin. Diese allerdings ist außer sich und gibt an, Davison in keinstem Fall aufgetragen zu haben, das Urteil an Burleigh weiterzugeben. Es wird deutlich, dass Talbot und Elisabeth Davison zum Sündenbock machen wollen. Der Staatssekretär ist verzweifelt und ahnt das Schlimmste.
15. Letzter Auftritt
Die Vorherigen, Burleigh, zuletzt Kent
Auf die Frage, von wem Burleigh das Todesurteil erhalten hat, antwortet dieser von Davison. Maria ist herrisch und überlegt, ihre Untergebenen zu bestrafen. Sie kann aber von Talbot besänftigt werden, der ihr rät, ihre treusten Freunde nicht zu verbannen. Gleichzeitig bittet er Elisabeth aber, ihn aus ihren Diensten zu entlassen. Er gibt sein Siegel zurück und geht unter vorwurfsvollen Worten ab („Ich habe wenig / Getan – Ich habe deinen edlern Teil / Nicht retten können. Lebe, herrsche glücklich. / Die Gegnerin ist tot. Du hast von nun an / Nichts mehr zu fürchten, brauchst nichts mehr zu achten.“). Elisabeth verlangt nach Leicester, erfährt aber von Kent, dass ihr ehemaliger Vertrauter nach Frankreich geflohen ist. Am Ende bezwingt Elisabeth ihre Gefühle und steht mit ruhiger Fassung auf der Bühne.
  • Elisabeth, Königin von England
  • Maria Stuart, Königin von Schottland, Gefangene in England
  • Robert Dudley, Graf von Leicester
  • Georg Talbot, Graf von Shrewsbury
  • Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh, Großschatzmeister
  • Graf von Kent
  • Wilhelm Davison, Staatssekretär
  • Amias Paulet, Ritter, Hüter der Maria
  • Mortimer, sein Neffe
  • Graf Aubespine, französischer Gesandter
  • Graf Bellievre, außerordentlicher Botschafter von Frankreich
  • Okelly, Mortimers Freund
  • Drugeon Drury, zweiter Hüter der Maria
  • Melvil, ihr Haushofmeister
  • Burgoyn, ihr Arzt
  • Hanna Kennedy, ihre Amme
  • Margareta Kurl, ihre Kammerfrau
  • Sheriff der Grafschaft
  • Offizier der Leibwache
  • Französische und englische Herren
  • Trabanten
  • Hofdiener der Königin von England
  • Diener und Dienerinnen der Königin von Schottland

Im 19. Jahrhundert war Schiller der populärste Dichter der Deutschen. Bereits 1847 wurde in Schillers früheren Wohnhaus ein Dichtermuseum eingerichtet. Es war das erster seiner Art in ganz Deutschland.

Schiller gilt als Dichter der Freiheit, mit Goethe zusammen bildet er das weltberühmte Duo der Weimarer Klassik. Bis heute werden seine Texte in der Schule gelesen und Schillers Ode an die Freude ist der Text der Europa-Hymne. Johann Christoph Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren. Er war der einzige Sohn seiner Eltern und hatte fünf Schwestern.

Sein eigentlicher Wunsch war es, Theologie zu studieren, doch wurde er ab 1773 gegen seinen Willen gezwungen auf die Militärakademie Karlsschule zu gehen. Auf dieser Schule wurde besonders begabte Schüler zu vorbildlichen Untertanen des württembergischen Fürsten herangezogen. Die Aufführung des Stücks Die Räuber verursachte einen Konflikt zwischen Schiller und seinem Fürsten Karl Eugen, so dass Schiller aus Süddeutschland nach Thüringen floh.

Hier unterrichtete er zunächst an der Universität in Jena und machte 1788 die Bekanntschaft Goethes. Zwischen den beiden Dichtern entwickelte sich eine fruchtbare Freundschaft. Schiller wurde jedoch in seinem Leben nie so berühmt wie sein Freund Goethe. Er lebte auch nie in finanzieller Sicherheit. Darüber hinaus war Schiller sehr krank, weswegen er bereits im Alter von 45 Jahren im Mai 1805 starb.

Es ist das Ziel der klassischen Dramen Schillers, „das Realistische zu idealisieren“. Zu diesem Zweck bedient sich Schiller historischer Figuren (z.B. Maria Stuart) und dichtet ihrer historisch feststellbaren Wirklichkeit gemäß seinen ästhetischen Anschauungen idealistische Zusätze hinzu.

Durch die deutliche Charakterisierung des Dramas als Kunstform (Verse, Symbolik, poetisch-bildreiche Szenerie) schafft Schiller ein der Realität des Zuschauers entgegengesetztes Gegenüber, das das Individuum aus dem Alltag entheben soll. Dabei weicht Schiller arg von den historischen Tatsachen ab.