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malerisch

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
malerisch
Worttrennung
ma·le·risch
Komparativ
malerischer
Superlativ
am malerischsten

Gebrauch: Steigerung beim schönen Anblick; der reine Zugehörigkeitsbezug zur Malerei wird nicht gesteigert.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Malerisch kann bedeuten, zur Malerei zu gehören oder für sie typisch zu sein. Häufig beschreibt es außerdem einen besonders schönen, bildhaften Anblick. Ein malerischer Ort wirkt dann wie ein lohnendes Motiv für ein Gemälde.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Die Malerei betreffend

In einem kunstbezogenen Zusammenhang beschreibt malerisch Eigenschaften oder Tätigkeiten, die zur Malerei gehören. Es kann etwa eine Gestaltung, eine Begabung oder eine Auffassung eines Motivs betreffen. Eine positive Bewertung der Schönheit muss damit noch nicht verbunden sein.

Eine malerische Untersuchung eines Gegenstandes ist etwas anderes als eine technische Vermessung. Entscheidend ist die Art der Darstellung. Die Formulierung kann daher auch auf ein bewusst düsteres oder verstörendes Bild passen.

„In der Werkstatt arbeitete sie an der malerischen Gestaltung der Schatten.“

Das Adjektiv bezeichnet die Gestaltung mit Mitteln der Malerei. Der Satz behauptet nicht, dass die Schatten besonders idyllisch aussehen.

Bedeutung 2: Wie ein schönes Bild wirkend

Im häufigen anschaulichen Gebrauch bedeutet malerisch besonders schön oder bildhaft reizvoll. Oft werden Landschaften, Gassen, Häusergruppen oder Ausblicke so beschrieben. Der Blick der betrachtenden Person spielt dabei eine Rolle.

Malerisch sagt nicht automatisch, dass ein Ort ruhig, unbewohnt oder historisch alt ist. Auch ein lebhafter oder neuer Ort kann einen solchen Eindruck hervorrufen. Wer genauer schreiben möchte, nennt die beobachteten Farben, Formen oder räumlichen Anordnungen, auf die sich das Urteil stützt.

„Die bunten Häuser spiegelten sich im Wasser und boten einen malerischen Anblick.“

Farben und Spiegelung machen die Bewertung nachvollziehbar. Über Alter, Ruhe oder Lebensqualität des Ortes sagt das Beispiel nichts.

malerisch: Synonyme und andere Wörter

Über Malerei sprechen

die Malerei betreffend · mit Mitteln der Malerei gestaltet

Diese Umschreibungen passen zum sachlichen Kunstbezug. Schön oder idyllisch wäre hier kein allgemeiner Ersatz, denn ein Werk kann auch bewusst Unangenehmes darstellen.

„Ihre malerischen Fähigkeiten“ → „Ihre Fähigkeiten in der Malerei.“ Die Umschreibung benennt den Bereich, ohne eine bestimmte Bildstimmung zu behaupten.

Einen reizvollen Anblick beschreiben

bildschön · reizvoll · idyllisch

Bildschön und reizvoll können eine positive Wirkung ausdrücken. Idyllisch betont darüber hinaus eine friedlich und harmonisch wirkende Szene und passt nur, wenn auch dieser Eindruck gemeint ist.

„Die Brücke wirkt malerisch“ kann als „Die Brücke bietet einen reizvollen Anblick“ formuliert werden. „Die Brücke liegt an einem ruhigen Ort“ ergänzt dagegen eine neue Tatsache.

Beispiele und Verwendung

„Der Blick vom oberen Weg war für sie malerischer als der vom Parkplatz.“

Der Vergleich betrifft den ästhetischen Eindruck aus einer ausdrücklich genannten Perspektive.

„Das Bild zeigt eine malerisch ausgearbeitete, aber bedrückende Szene.“

Künstlerische Ausarbeitung und unangenehme Stimmung schließen sich nicht aus. Hier ist malerisch kein Synonym für friedlich.

„Statt nur malerisch zu schreiben, beschreibt der Text die roten Dächer zwischen den dunklen Baumkronen.“

Die konkreten Beobachtungen stützen den Eindruck. Solche Einzelheiten dürfen bei einer Zusammenfassung jedoch nur genannt werden, wenn sie tatsächlich im Ausgangstext stehen.

Grammatik und Beugung

Malerisch ist ein Adjektiv. Die Worttrennung lautet ma·le·risch. In der Bedeutung „besonders schön anzusehen“ heißen die Steigerungsformen malerischer und am malerischsten. Beim bloßen Zugehörigkeitsbezug zur Malerei wird nicht gesteigert.

Vor einem Substantiv wird gebeugt: „ein malerischer Anblick“, „mit malerischen Ansichten“. Nach sein oder wirken bleibt die Grundform stehen: „Der Ausblick wirkt malerisch.“

Malerischer ist in „ein malerischer Ausblick“ eine Form des Positivs. In „Dieser Ausblick ist malerischer als der vorige“ liegt ein Komparativ vor. Die gleiche Zeichenfolge erfüllt also je nach Satzbau eine andere grammatische Aufgabe.

Die Tabellen zeigen die Grundstufe in starker, schwacher und gemischter Beugung. Der Artikel und der Satzbau bestimmen die passende Form. In der gemischten Pluralreihe ist kein in Klammern angegeben; ein besitzt keinen entsprechenden Plural.

malerisch: starke Beugung ohne Artikel
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativmalerischermalerischemalerischesmalerische
Genitivmalerischenmalerischermalerischenmalerischer
Dativmalerischemmalerischermalerischemmalerischen
Akkusativmalerischenmalerischemalerischesmalerische
malerisch: schwache Beugung mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativder malerischedie malerischedas malerischedie malerischen
Genitivdes malerischender malerischendes malerischender malerischen
Dativdem malerischender malerischendem malerischenden malerischen
Akkusativden malerischendie malerischedas malerischedie malerischen
malerisch: gemischte Beugung mit ein/kein
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativein malerischereine malerischeein malerisches(keine) malerischen
Genitiveines malerischeneiner malerischeneines malerischen(keiner) malerischen
Dativeinem malerischeneiner malerischeneinem malerischen(keinen) malerischen
Akkusativeinen malerischeneine malerischeein malerisches(keine) malerischen