mehlig
Form & Grammatik
Adjektiv- Stichwort
- mehlig
- Worttrennung
- meh·lig
- Komparativ
- mehliger
- Superlativ
- am mehligsten
Gebrauch: Mit Mehl bedeckt, mehlartig fein, trocken-locker in der Konsistenz oder stumpfweiß. Der Bezug bestimmt die Bedeutung; gebeugt vor einem Nomen.
Definition · kurz erklärt
Mehlig kann mit Mehl bedeckt oder in der Beschaffenheit mehlartig bedeuten. Bei Obst und gekochten Kartoffeln beschreibt es eine eher trocken-lockere Konsistenz. Auch eine stumpfweiße Farbe kann so bezeichnet werden.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Mit Mehl bedeckt
Mehlige Hände oder eine mehlige Arbeitsfläche tragen eine Schicht Mehl. Der Ausdruck beschreibt hier eine Oberfläche. Dass ein Gegenstand mehlig aussieht, bedeutet nicht, dass er vollständig aus Mehl besteht.
„Mit mehligen Fingern griff sie nach dem sauberen Tuch.“
Das Mehl haftet an den Fingern. Beschrieben wird keine Eigenschaft ihres Inneren.
Bedeutung 2: Fein wie Mehl
Eine Substanz kann mehlig wirken, weil ihre feinen Teilchen an Mehl erinnern. In dieser Verwendung beschreibt das Adjektiv die Beschaffenheit; tatsächliches Mehl muss nicht beteiligt sein.
„Beim Bearbeiten löste sich ein mehliger Staub von der Oberfläche.“
Der Vergleich betrifft den feinen Staub. Welche Substanz vorliegt, wird damit noch nicht bestimmt.
Bedeutung 3: Trocken-locker statt saftig oder fest
Bei Obst beschreibt mehlig ein Fruchtfleisch, das eher locker und trocken als saftig erscheint. Bei Kartoffeln bezeichnet der Ausdruck besonders eine beim Kochen locker zerfallende Beschaffenheit. Ob diese Eigenschaft erwünscht ist, hängt vom jeweiligen Gebrauch ab.
Matschig und mehlig sind deshalb keine beliebigen Ersatzwörter. Matschig lenkt den Blick auf eine breiige, häufig feuchte Masse; mehlig betont eher die trocken-lockere Struktur.
„Der Apfel war innen mehlig; beim Essen fehlte ihr der saftige Biss.“
Die Erklärung bezieht sich auf die Konsistenz. Der Satz behauptet nicht, dem Apfel sei Mehl zugesetzt worden.
Bedeutung 4: Stumpfweiß im Aussehen
Mehlig kann außerdem eine stumpfe weißliche Farbe beschreiben. Die Bezeichnung ist dann ein anschaulicher Farbvergleich. Aus ihm lässt sich keine bestimmte stoffliche Zusammensetzung oder körperliche Ursache ableiten.
„Der Erzähler beschreibt das Gesicht im schwachen Licht als mehlig weiß.“
Die Formulierung schildert einen Farbeindruck in einer Szene. Sie ist keine medizinische Diagnose.
Synonyme: andere Wörter für mehlig
Bei der Oberfläche oder Körnung
bemehlt · mit Mehl bestäubt · pulverförmig
Bemehlt bedeutet, dass tatsächlich Mehl an der Oberfläche ist. Pulverförmig beschreibt dagegen feine Teilchen, ohne den Stoff festzulegen. Die Auswahl hängt also davon ab, welche Lesart gemeint ist.
„Auf dem Brett liegen mehlige Teigstücke.“ → „Auf dem Brett liegen mit Mehl bestäubte Teigstücke.“ Hier passt die Umschreibung, wenn die Mehlauflage gemeint ist.
Bei Lebensmitteln
trocken-locker · wenig saftig · mehligkochend
Wenig saftig passt als Beschreibung bestimmter Früchte. Mehligkochend benennt bei Kartoffeln das Verhalten beim Garen genauer. Ein trockenes Stück Brot ist nicht schon deshalb in jedem Zusammenhang mehlig.
„Diese Kartoffeln sind mehlig.“ → „Diese Kartoffeln zerfallen beim Kochen locker.“ Die zweite Fassung erklärt die hier gemeinte Eigenschaft statt bloß ein anderes Wertungswort einzusetzen.
Beispiele und Verwendung
Zwei Lesarten unterscheiden
„Die mehligen Finger lagen auf der Tischkante; im Obstkorb lag ein mehliger Apfel.“
Die Finger sind mit Mehl bedeckt. Beim Apfel kann die innere Konsistenz gemeint sein. Derselbe Wortstamm führt nicht automatisch zu derselben Erklärung.
Eine konkrete Eigenschaft benennen
„Für den Vergleich beschreibt sie die Frucht als mehlig, trocken und wenig saftig.“
Die ergänzten Eigenschaften machen den Eindruck nachvollziehbar. Eine Aussage über Geschmack oder Sorte wäre eine weitere Information.
Für genaue Beschreibungen hilft ein Vergleich mit fest: Fest betrifft den Widerstand oder Zusammenhalt; mehlig kann zusätzlich einen bestimmten Eindruck der Struktur benennen.
Grammatik und Beugung
Die Formen der Steigerung sind mehliger und am mehligsten. Ein Vergleich kann sich auf die wahrgenommene Konsistenz beziehen: Dieser Apfel ist mehliger als der andere.
Attributiv heißt es etwa ein mehliger Apfel, die mehligen Hände und mit mehligem Staub. Nach sein steht die Grundform: Das Fruchtfleisch ist mehlig.
Die Worttrennung lautet meh·lig. In mit mehliger Oberfläche ist -er eine Flexionsendung der Grundstufe und noch kein Komparativ. Die folgenden Tabellen zeigen genau diese Grundstufe; im gemischten Plural steht keine.
| Fall | Maskulinum · Singular | Femininum · Singular | Neutrum · Singular | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | mehliger | mehlige | mehliges | mehlige |
| Genitiv | mehligen | mehliger | mehligen | mehliger |
| Dativ | mehligem | mehliger | mehligem | mehligen |
| Akkusativ | mehligen | mehlige | mehliges | mehlige |
| Fall | Maskulinum · Singular | Femininum · Singular | Neutrum · Singular | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der mehlige | die mehlige | das mehlige | die mehligen |
| Genitiv | des mehligen | der mehligen | des mehligen | der mehligen |
| Dativ | dem mehligen | der mehligen | dem mehligen | den mehligen |
| Akkusativ | den mehligen | die mehlige | das mehlige | die mehligen |
| Fall | Maskulinum · Singular | Femininum · Singular | Neutrum · Singular | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ein mehliger | eine mehlige | ein mehliges | keine mehligen |
| Genitiv | eines mehligen | einer mehligen | eines mehligen | keiner mehligen |
| Dativ | einem mehligen | einer mehligen | einem mehligen | keinen mehligen |
| Akkusativ | einen mehligen | eine mehlige | ein mehliges | keine mehligen |
