Banner
Form & Grammatik
- Lemma
- Banner
- Wortart
- Substantiv
- Worttrennung
- Ban·ner
- Artikel
- das Banner; selten auch der Banner
- Genus
- Neutrum; selten Maskulinum
- Genitiv
- des Banners
- Plural
- die Banner; Dativ: den Bannern
Die ältere Fahnenbezeichnung und die Internetwerbung haben unterschiedliche Herkunftsbezüge. Banner als Werbegrafik ist die für diese Sammlung maßgebliche Verwendung.
Definition · kurz erklärt
Ein Banner kann eine Fahne mit einer Querstange sein. Auf einer Internetseite ist damit außerdem eine Werbegrafik oder Werbeeinblendung gemeint. Die digitale Bedeutung gehört zum englisch geprägten Wortgebrauch; die Fahnenbezeichnung ist im Deutschen wesentlich älter.
Bedeutungen
1 Eine Fahne als sichtbares Zeichen
In der engeren Bedeutung hängt das Tuch an einer waagerechten Querstange, die mit dem Fahnenschaft verbunden ist. Ein Banner kann ein Wappen oder ein anderes Zeichen tragen und so eine Gruppe oder ein Anliegen sichtbar vertreten.
„Über dem Eingang hängt ein Banner mit dem Wappen der Stadt.“
Das Beispiel beschreibt ein sichtbares Zeichen. Welche Gestaltung und Befestigung es genau hat, muss eine nähere Beschreibung ergänzen.
2 Eine Werbeeinblendung im Internet
Ein digitales Banner macht auf ein Angebot aufmerksam. Es kann Text, Bilder oder Animationen enthalten und mit einer Zielseite verknüpft sein. Gemeint ist hier kein Stofftuch, sondern ein Element der Internetseite.
„Am Rand der Veranstaltungsseite erscheint ein Banner für das nächste Konzert.“
Das Banner wirbt hier für ein bestimmtes Angebot. Aus der Bezeichnung folgt noch nicht, dass es sich bewegt oder dass jemand darauf klickt.
3 Ein militärischer Verband
In historischen militärischen Zusammenhängen kann Banner auch einen Verband bezeichnen, der mehrere kleinere Einheiten, sogenannte Lanzen, umfasst. Dann steht das Wort für die zusammengehörige Truppe.
„Die historische Darstellung ordnet die Reiter einem gemeinsamen Banner zu.“
Hier ist die organisatorische Zugehörigkeit gemeint. Der Satz zählt keine Fahnentücher und legt keine allgemein feste Truppenstärke fest.
Banner: andere Wörter nach Zusammenhang
Beim sichtbaren Zeichen
Fahne · Flagge · Standarte
Fahne ist die allgemeine Bezeichnung. Standarte passt zu bestimmten militärischen oder repräsentativen Zeichen. Fachliche Unterschiede der Form und Verwendung gehen bei einem pauschalen Austausch verloren.
„Am Eingang hängt das Banner des Vereins.“ → „Am Eingang hängt die Fahne des Vereins.“ Die zweite Fassung ist allgemeiner.
Bei der Internetwerbung
Werbebanner · Werbegrafik · Werbeeinblendung
Werbebanner klärt den Werbezweck. Werbegrafik betont die bildliche Gestaltung; Werbeeinblendung ist weiter und kann andere Darstellungsformen einschließen.
„Das Banner verweist auf die Anmeldung.“ → „Die Werbegrafik verweist auf die Anmeldung.“
Beispiele und Verwendung
„Die Besucherin vergleicht die Botschaften auf den Bannern.“
Bannern ist Dativ Plural. Ob Stoffbanner oder digitale Werbeelemente gemeint sind, muss der Zusammenhang zeigen.
„Die Gestaltung des Banners bleibt unverändert.“
Banners ist Genitiv Singular. Das s gehört nicht zum gewöhnlichen Nominativ Plural.
Grammatik und Beugung
Gewöhnlich heißt es das Banner; daneben ist selten der Banner belegt. Beide Varianten haben den Genitiv des Banners. Der Plural lautet die Banner, im Dativ den Bannern. Die Worttrennung ist Ban·ner. Die seltene maskuline Variante verändert vor allem den Artikel im Nominativ und Akkusativ Singular.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Banner | die Banner |
| Genitiv | des Banners | der Banner |
| Dativ | dem Banner | den Bannern |
| Akkusativ | das Banner | die Banner |
| Fall | Singular, selten maskulin |
|---|---|
| Nominativ | der Banner |
| Genitiv | des Banners |
| Dativ | dem Banner |
| Akkusativ | den Banner |
Herkunft
Bei der Fahnenbezeichnung führt der Weg über mittelhochdeutsch banier(e) und französisch bannière. Die Bezeichnung für Internetwerbung steht dagegen im Zusammenhang mit englisch banner. Deshalb ist nicht jede Verwendung des deutschen Wortes erst aus dem Englischen übernommen.
Unter dem Banner einer Idee
Bildlich kann ein Banner für ein gemeinsames Ziel oder einen Leitgedanken stehen. Unter dem Banner einer Idee zu handeln bedeutet dann, sich auf diese Idee zu berufen und sie zum verbindenden Anliegen zu machen.
„Unter dem Banner der Verständlichkeit überarbeitet die Redaktion ihre Texte.“
Gemeint ist der gemeinsame Anspruch. Ein tatsächliches Fahnentuch ist nicht nötig; ob die Texte verständlicher werden, zeigt erst das Ergebnis.
