angstvoll

Angstvoll bedeutet, dass etwas von Angst erfüllt ist oder Angst deutlich zum Ausdruck bringt. Häufig beschreibt das Adjektiv einen Blick, eine Frage, eine Erwartung oder eine bestimmte Stimmung.

Was bedeutet angstvoll?

Anders als eine allgemeine Aussage über Ängstlichkeit lenkt ‚angstvoll‘ den Blick meist auf ein gegenwärtiges Erleben. Eine angstvolle Frage lässt erkennen, dass die Antwort für die fragende Person mit einer Befürchtung verbunden ist. Welche Befürchtung das ist, muss der Kontext ergänzen.

Das Wort kann auch eine längere Zeitspanne betreffen, etwa eine angstvolle Nacht. Es bezeichnet dann die vorherrschende Stimmung dieser Zeit, nicht zwingend einen unveränderlichen Charakterzug. In einer Schilderung wirkt es häufig ausdrucksstärker als die schlichte Angabe, dass sich jemand Sorgen macht.

Beispiele für angstvoll

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Als der Strom ausfiel, suchte Nele angstvoll nach der Hand ihres Bruders.“

Die Handlung vermittelt ein Bedürfnis nach Sicherheit in einer konkreten Situation.

„Seine angstvolle Frage galt dem Freund, der von der Wanderung noch nicht zurückgekehrt war.“

Die Sorge richtet sich hier auf einen anderen Menschen, nicht auf die eigene Sicherheit.

„Nach der Warnung verbrachten die Bewohner eine angstvolle Nacht, in der jedes Geräusch sie aufschrecken ließ.“

Das Adjektiv charakterisiert eine Zeitspanne durch das Erleben der Beteiligten.

Ähnliche Wörter und Unterschiede

Ängstlich
Kann ebenfalls momentane Angst ausdrücken, daneben aber eine Neigung bezeichnen, leicht Angst zu bekommen. Angstvoll hebt das Erfülltsein von Angst hervor.
Besorgt
Nennt eine Sorge um etwas oder jemanden. Nicht jede besorgte Nachfrage hat die Intensität, die ein angstvoller Ruf nahelegt.
Panisch
Ist eine stärkere Beschreibung, die heftige Angst und häufig eine kopflose Reaktion nahelegt. Sie sollte nicht automatisch für angstvoll eingesetzt werden.

Angstvoll in einer Charakterisierung

In einer Charakterisierung ist die Verbindung mit einem konkreten Ausdruck oft genauer als die pauschale Aussage ‚Die Figur ist angstvoll‘. Benenne ihren Blick, ihre Stimme oder ihre Frage und erläutere, welche Befürchtung daraus hervorgeht. Prüfe außerdem, ob die Angst aus Erzählerwissen oder nur aus dem Eindruck einer anderen Figur erschlossen wird.

Die Figur fragt angstvoll nach dem Verbleib ihres Kindes. Dass sie die Auskunft mehrfach wiederholen lässt, zeigt, wie sehr die Sorge um seine Sicherheit die Szene bestimmt.

Eigene Musterformulierung für eine erfundene Szene. Für einen literarischen Text muss die Aussage an einer passenden Textstelle belegt werden.

Herkunft und Wortbildung

Angstvoll setzt sich aus Angst und voll zusammen. Der zweite Bestandteil kennzeichnet ein Erfülltsein von dem genannten Gefühl. Das Gegenstück angstfrei verneint dagegen das Vorhandensein von Angst.

Schreibung und Grammatik

Das Wort wird zusammengeschrieben und endet auf zwei l. Möglich sind angstvoller und am angstvollsten. Ohne Bezugsnomen bleibt die Endung aus: ‚Sie sah ihn angstvoll an.‘ Das zugehörige Nomen lautet Angst.

Gebeugte Formen sind beispielsweise angstvoller, angstvolle und angstvolles. Die passende Endung hängt unter anderem von Fall, Geschlecht und Begleitwort des Nomens ab. Näheres erklärt die Übersicht zu Adjektiven.

Quellen und weiterführende Seiten

  • Duden: angstvoll – Bedeutung und Schreibung; Wortart, soweit im Eintrag angegeben.

Angstvoll in der Übersicht der Charaktereigenschaften · Eine Charakterisierung schreiben