auflehnend
Auflehnend gehört zum Verb sich auflehnen und beschreibt Widerstand gegen jemanden oder etwas. Für die menschliche Haltung ist meist die vollständige Form sich auflehnend klarer. Die allein stehende Bezeichnung ein auflehnender Mensch wirkt weniger natürlich.
Was bedeutet auflehnend?
Wer sich auflehnt, lässt einen fremden Willen, eine Vorschrift oder eine bestehende Ordnung nicht einfach gelten. Der Widerstand kann in einem ausdrücklichen Nein, einer verweigerten Handlung oder einem begründeten Protest erkennbar werden. Der Gegenstand sollte möglichst genannt werden: gegen die Anweisung, die Bevormundung oder die ungleiche Behandlung.
Die Haltung ist nicht zwangsläufig laut, gewaltsam oder unüberlegt. Auch ein ruhiger, entschiedener Widerspruch kann Auflehnung zeigen. Umgekehrt ist nicht jedes Zögern eine Auflehnung: Eine Figur kann eine Aufgabe aus Unsicherheit vermeiden, ohne sich grundsätzlich gegen die Anweisung zu stellen.
Drei Beispiele mit Erklärung
Eigene Sprachbeispiele; keine Zitate aus einem literarischen Werk.
„Sich gegen die ungerechte Regel auflehnend, verweigerte Ada die geforderte Unterschrift.“
Der Satz nennt Gegenstand und konkrete Handlung. Das reflexive sich bleibt in der Partizipgruppe erhalten.
„Der Erzähler schildert einen sich auflehnenden Sohn, der seine Berufswahl selbst treffen will.“
Der Widerstand gilt hier der familiären Entscheidungsmacht. Er bedeutet nicht automatisch Ablehnung der ganzen Familie.
„Sich gegen die Anordnung auflehnend, sprach er zunächst scharf; danach erläuterte er ruhig seine Gründe.“
Der Satz nennt den Gegenstand der Auflehnung. Die Äußerungsweise verändert sich; ob er auch seinen Widerstand aufgibt, bleibt offen.
Ähnliche Wörter und Unterschiede
- aufbegehrend
- Betont deutlich hervortretenden Widerspruch und liegt in vielen Situationen nahe.
- trotzig
- Hebt das eigensinnige Festhalten am eigenen Willen hervor. Berechtigter Widerstand muss nicht trotzig sein.
- kritisch
- Bezeichnet prüfendes oder ablehnendes Denken. Sich auflehnen umfasst ein erkennbares Sich-Widersetzen.
Statt einer schweren Partizipgruppe ist häufig ein Verbalsatz besser lesbar: Der Sohn lehnt sich gegen die Vorgaben auf. Das ist besonders sinnvoll, wenn zusätzlich Anlass und Ziel des Widerstands erklärt werden sollen.
In einer Charakterisierung
Für eine Charakterisierung ist entscheidend, wie die gewählte Bezeichnung am Text nachvollziehbar wird. Prüfe, welche Entscheidung die Figur nicht akzeptiert und wie sie das zeigt. Bei einem Konflikt lohnt der Vergleich beider Seiten: Was die eine Figur Auflehnung nennt, kann die andere als selbstständige Entscheidung verstehen. Belege deine eigene Deutung.
Ada lehnt sich gegen die Regel auf: Sie verweigert die Unterschrift ausdrücklich, weil die Regel ihrer Ansicht nach nur einen Teil der Gruppe benachteiligt.
Eigene Musterformulierung. Im Aufsatz gehört die genaue Textstelle mit Seiten- oder Zeilenangabe dazu.
Herkunft und Wortbildung
Die Form ist das Partizip I zu auflehnen. Zum reflexiven Verb gehört die ältere Form mittelhochdeutsch ufleinen mit einem Bezug zum Sich-Aufrichten. Diese Herkunft betrifft das Verb; die Partizipform entsteht regelmäßig durch angehängtes -d.
Schreibung und Grammatik
Formen sind ein sich auflehnender Sohn, eine sich auflehnende Tochter, ein sich auflehnendes Kind. Das Verb lautet sie lehnt sich auf, sie hat sich aufgelehnt. Gegen verlangt hier den Akkusativ: gegen den Befehl. Abstufungen lassen sich mit stärker ausdrücken.
Die Formen vor einem Nomen richten sich nach Artikel, Fall und Zahl. Mehr dazu erklärt die Übersicht zu Adjektiven und ihrer Verwendung.
Auflehnend in der Übersicht der Charaktereigenschaften · Eine Charakterisierung schreiben
