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drollig

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
drollig
Worttrennung
drol·lig
Komparativ
drolliger
Superlativ
am drolligsten

Verglichen wird ein niedlicher, belustigender oder merkwürdiger Eindruck. Aus wessen Sicht etwas drollig wirkt, sollte erkennbar sein.

Formen und Verwendung im Detail

Drollig bedeutet auf eine eigentümliche Weise belustigend oder niedlich; es kann auch eine komische, etwas seltsame Art bezeichnen.

Was bedeutet drollig?

Drollig beschreibt etwas, das durch seine besondere Art ein Lächeln oder Lachen hervorruft. Das kann eine Bewegung, eine Geschichte oder ein ungewöhnliches Verhalten sein. Oft wirkt das Wort freundlich und liebevoll. Daneben kann es etwas als seltsam oder komisch einordnen. Die genaue Färbung entsteht durch Ton und Zusammenhang.

Bei Kindern und Tieren wird drollig häufig im Sinn von niedlich oder possierlich gebraucht. Bei erwachsenen Menschen kann dieselbe Bezeichnung herablassend wirken, wenn ihre Äußerung dadurch nicht ernst genommen wird. Wer etwas drollig findet, beschreibt außerdem eine eigene Reaktion: Die belustigende Wirkung muss nicht von allen geteilt und auch nicht beabsichtigt sein. Eine drollige Person erzählt nicht zwangsläufig bewusst Witze.

Drei Beispiele für drollig

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Der Welpe setzte sich mit einer drolligen Drehung auf die viel zu große Decke.“

Die Bewegung wirkt niedlich und belustigend. Das Wort beschreibt den Eindruck des Beobachters, keine Absicht des Tieres.

„Seine drollige Geschichte über die verwechselten Koffer brachte die Runde zum Lachen.“

Hier liegt die Wirkung in der Erzählung. Die eigentümliche Situation erscheint komisch, ohne dass sie jemanden bloßstellen muss.

„Als sie seinen ernst gemeinten Vorschlag drollig nannte, fühlte er sich nicht ernst genommen.“

Das Beispiel zeigt eine mögliche abwertende Nebenwirkung. Ein freundlich klingendes Wort kann eine sachliche Äußerung verniedlichen.

Synonyme für drollig: passend zum Zusammenhang

Drollig verbindet häufig eine eigentümliche Art mit einer belustigenden oder niedlichen Wirkung. Eine passende Alternative hängt davon ab, ob du die Heiterkeit, die ungewöhnliche Bewegung oder einen liebevollen Blick auf etwas Kleines hervorheben möchtest. Die Wirkung muss von der beschriebenen Person nicht beabsichtigt sein.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
possierlichkleine Tiere und ihre BewegungenBetont die niedliche, belustigende Erscheinung und klingt eher gehoben.
niedlichreizvolle, kleine ErscheinungenMuss nicht zugleich komisch oder sonderbar sein.
komischbelustigende EigenheitenKann außerdem seltsam bedeuten; der Zusammenhang muss die Lesart klären.
lustigerheiternde GeschichtenAllgemeiner: Die besondere, etwas sonderbare Art tritt zurück.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Der Welpe machte eine drollige Drehung auf dem Kissen.“
Alternative: „Der Welpe machte eine possierliche Drehung auf dem Kissen.“

Die niedliche, belustigende Bewegung bleibt gemeint. Possierlich klingt allerdings etwas literarischer; in einer nüchternen Beschreibung wäre die genaue Bewegung hilfreicher als beide Bewertungen.

Ausgangssatz: „Die Erzählung enthält eine drollige Szene mit vertauschten Taschen.“
Alternative: „Die Erzählung enthält eine lustige Szene mit vertauschten Taschen.“

Der zweite Satz nennt vor allem die erheiternde Wirkung. Er sagt weniger darüber, ob die Szene durch eine eigentümliche Art oder einen ungewöhnlichen Einfall auffällt.

Hier passt der Austausch nicht: Ein seltsamer Geruch ist nicht notwendig ein drolliger Geruch. Seltsam kann schlicht befremden; drollig setzt gewöhnlich eine belustigende oder verniedlichende Perspektive voraus.

Bei Erwachsenen kann „drollig“ einen ernst gemeinten Beitrag herabsetzen. „Ihr Vorschlag ist originell“ würdigt eine Idee anders als „Ihr Vorschlag ist drollig“. Die Wahl betrifft daher nicht nur die Bedeutung, sondern auch das Verhältnis zwischen Sprecher und angesprochener Person.

Weitere Abgrenzungen: Ähnliche Wörter unterscheiden
Lustig
Lustig bezeichnet allgemein eine erheiternde Wirkung oder Stimmung. Drollig hebt häufig eine eigentümliche, niedliche oder leicht sonderbare Art hervor.
Seltsam
Seltsam bedeutet ungewöhnlich oder befremdlich und muss nicht belustigen. Drollig verbindet eine solche Eigenart oft mit einem freundlichen oder spöttischen Lächeln.

Schreibung und Grammatik

Formen sind ein drolliger Einfall, eine drollige Bewegung und drolliges Verhalten. Die Steigerung lautet drolliger, am drolligsten. In „Das wirkt drollig“ wird ausdrücklich ein Eindruck beschrieben. Ergänzungen wie „auf die Gäste“ machen sichtbar, aus welcher Perspektive die Wirkung bewertet wird.

Weitere Beispiele zur Beugung und Verwendung stehen in der Übersicht der Adjektive.

Beugung von drollig

Eine drollige Bewegung kann belustigend und niedlich wirken. Ob die Bezeichnung freundlich oder spöttisch gemeint ist, hängt vom Blick der beschreibenden Person ab.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativdrolligerdrolligedrolligesdrollige
Genitivdrolligendrolligerdrolligendrolliger
Dativdrolligemdrolligerdrolligemdrolligen
Akkusativdrolligendrolligedrolligesdrollige
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativdrolligedrolligedrolligedrolligen
Genitivdrolligendrolligendrolligendrolligen
Dativdrolligendrolligendrolligendrolligen
Akkusativdrolligendrolligedrolligedrolligen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativdrolligerdrolligedrolligesdrolligen
Genitivdrolligendrolligendrolligendrolligen
Dativdrolligendrolligendrolligendrolligen
Akkusativdrolligendrolligedrolligesdrolligen

Herkunft und Wortbildung

Drollig kam über das Niederdeutsche aus älterem Niederländisch und gehört zu drol, einem Wort für einen kleinen Menschen oder Spaßmacher. Im heutigen Deutschen stehen die belustigende, niedliche und eigentümliche Wirkung nebeneinander.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eine Charakterisierung kann schreiben: „Seine unerwarteten Vergleiche und die feierliche Art, mit der er Kleinigkeiten erklärt, wirken auf die anderen drollig.“ Der Beleg nennt die Ursache des Eindrucks und die Beobachter. Wenn die Figur selbst ernst bleiben möchte, kann gerade die Diskrepanz zwischen Absicht und Wirkung für ihr Verhältnis zu den anderen wichtig sein.

Die Anleitung zur Charakterisierung erklärt, wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören.

Drollig in der Übersicht der Charaktereigenschaften