Meine Wörter

entscheidungsfreudig

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
entscheidungsfreudig
Worttrennung
ent·schei·dungs·freu·dig
Komparativ
entscheidungsfreudiger
Superlativ
am entscheidungsfreudigsten

Steigerung bei der Bereitschaft, Festlegungen zu treffen. Entscheidungsfreude sagt nicht, ob diese Entscheidungen gut oder ohne Abwägen entstanden sind.

Formen und Verwendung im Detail

Entscheidungsfreudig: Bereit und geneigt, Entscheidungen zu treffen, statt notwendige Festlegungen lange aufzuschieben.

Was bedeutet entscheidungsfreudig?

Entscheidungsfreudig bezeichnet jemanden, der Entscheidungen bereitwillig trifft. Die Person scheut notwendige Festlegungen nicht grundsätzlich und lässt eine Auswahl nicht länger als nötig offen. Das Wort wird häufig positiv verwendet, besonders wenn Untätigkeit ein Vorhaben behindern würde. Es sagt jedoch zunächst etwas über die Bereitschaft zum Entscheiden, nicht über die Güte der Entscheidung.

Entscheidungsfreude ist deshalb von Hast zu unterscheiden. Jemand kann Informationen prüfen, andere anhören und anschließend zügig wählen. Umgekehrt können schnelle Entscheidungen unbedacht sein. Auch eine entscheidungsfreudige Person darf eine Frage vertagen, wenn wichtige Angaben fehlen. Entscheidend ist, ob das Warten sachlich begründet ist oder ob die Person jede Festlegung aus Unsicherheit vermeidet.

Drei Beispiele für entscheidungsfreudig

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Die entscheidungsfreudige Organisatorin prüfte drei Räume und legte noch am selben Nachmittag den Veranstaltungsort fest.“

Prüfung und Festlegung folgen aufeinander. Das Beispiel setzt Bereitschaft zum Entscheiden nicht mit unüberlegtem Zugreifen gleich.

„Er war entscheidungsfreudig, musste aber später mehrere schlecht vorbereitete Beschlüsse korrigieren.“

Das Wort bewertet nicht automatisch das Ergebnis. Die schnelle Auswahl kann mit unzureichender Vorbereitung verbunden sein.

„Obwohl sie sonst entscheidungsfreudig handelte, wartete sie diesmal auf die fehlende Kostenaufstellung.“

Sachlich begründetes Warten widerspricht einer allgemeinen Bereitschaft zu Entscheidungen nicht. Die Einschränkung macht das Urteil genauer.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Entschlossen
Betont einen festen Willen oder die Bereitschaft, einen gefassten Entschluss umzusetzen. Entscheidungsfreudig betrifft stärker die wiederkehrende Bereitschaft zur Auswahl.
Besonnen
Beschreibt ruhiges, überlegtes Abwägen. Beides kann zusammenkommen; Entscheidungsfreude allein beweist keine Besonnenheit.

Schreibung und Grammatik

Das Wort wird zusammengeschrieben; Entscheidung und freudig werden durch ein s verbunden. Formen sind ein entscheidungsfreudiger Leiter, eine entscheidungsfreudige Gruppe und ein entscheidungsfreudiges Team. Die Steigerung lautet entscheidungsfreudiger, am entscheidungsfreudigsten. Das Substantiv Entscheidungsfreude bezeichnet die entsprechende Neigung.

Wie Adjektive gebeugt und im Satz verwendet werden, erklärt die Übersicht der Adjektive.

Beugung von entscheidungsfreudig

Eine entscheidungsfreudige Person trifft bereitwillig Festlegungen. Die Formen beschreiben die Bereitschaft zum Entscheiden, nicht die Qualität jedes Ergebnisses.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativentscheidungsfreudigerentscheidungsfreudigeentscheidungsfreudigesentscheidungsfreudige
Genitiventscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigerentscheidungsfreudigenentscheidungsfreudiger
Dativentscheidungsfreudigementscheidungsfreudigerentscheidungsfreudigementscheidungsfreudigen
Akkusativentscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigeentscheidungsfreudigesentscheidungsfreudige
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativentscheidungsfreudigeentscheidungsfreudigeentscheidungsfreudigeentscheidungsfreudigen
Genitiventscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigen
Dativentscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigen
Akkusativentscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigeentscheidungsfreudigeentscheidungsfreudigen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativentscheidungsfreudigerentscheidungsfreudigeentscheidungsfreudigesentscheidungsfreudigen
Genitiventscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigen
Dativentscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigen
Akkusativentscheidungsfreudigenentscheidungsfreudigeentscheidungsfreudigesentscheidungsfreudigen

Herkunft und Wortbildung

Die Zusammensetzung verbindet Entscheidung mit freudig. Das zweite Glied drückt hier eine bereitwillige Hinwendung zu einer Tätigkeit aus. Gemeint ist nicht zwingend sichtbare Freude nach jedem Beschluss, sondern die fehlende Scheu vor notwendigen Entscheidungen.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigene Musterformulierung: Die Organisatorin zeigt sich entscheidungsfreudig, weil sie nach einer begrenzten Prüfung den Raum verbindlich auswählt und die nächsten Schritte ermöglicht. Für ein allgemeines Charakterurteil eignen sich mehrere vergleichbare Situationen. Die Analyse sollte außerdem trennen, ob eine Figur selbst entscheidet oder lediglich fremde Entscheidungen rasch ausführt.

Weitere Hinweise zu Beobachtung, Textbeleg und Deutung bietet die Anleitung zur Charakterisierung.

Entscheidungsfreudig in der Übersicht der Charaktereigenschaften