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erstarrt

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
erstarrt
Form
Partizip II
Worttrennung
er·starrt

Völlig oder zunehmend erstarrt ist oft genauer als eine Steigerungsform. Körperliche Verfestigung, momentane Schreckreaktion und starre Gewohnheiten unterscheiden.

Formen und Verwendung im Detail

Erstarrt: Starr, fest oder unbeweglich geworden; bei Menschen oft eine vorübergehende Reaktion auf starke Gefühle, übertragen auch unbeweglich in Gewohnheiten.

Was bedeutet erstarrt?

Erstarrt bezeichnet das Ergebnis eines Starrwerdens. Wachs kann nach dem Abkühlen fest sein, Finger können vor Kälte steif werden, und ein Mensch kann nach einer erschreckenden Nachricht plötzlich reglos dastehen. Bei Personen beschreibt das Wort daher häufig einen augenblicklichen Zustand. Es sagt zunächst, dass Bewegung oder Reaktion ausbleiben, nicht weshalb ein Mensch grundsätzlich so sei.

Übertragen kann auch ein Denken, eine Beziehung oder eine gesellschaftliche Form erstarrt sein. Gemeint ist dann, dass Lebendigkeit und Beweglichkeit verloren gegangen sind: Abläufe werden wiederholt, ohne auf neue Situationen zu reagieren. Diese Bedeutung eignet sich eher für längerfristige Beschreibungen, benötigt aber konkrete Belege. Das Bild des Erstarrens ist dabei kein fachlicher Befund über die seelische oder körperliche Verfassung einer Person.

Drei Beispiele für erstarrt

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Als sie den unerwarteten Namen hörte, stand sie einen Moment erstarrt im Türrahmen.“

Die Zeitangabe und der Auslöser begrenzen den Zustand. Aus diesem Augenblick lässt sich keine dauerhafte Unbeweglichkeit des Charakters ableiten.

„Sein Lächeln wirkte erstarrt, als das Gespräch auf den verschwundenen Brief kam.“

Beschrieben wird ein Ausdruck, der seine natürliche Bewegung verliert. Welche Gefühle dahinterstehen, bleibt zunächst eine Deutungsfrage.

„Der Verein war in alten Abläufen erstarrt und prüfte selbst nach veränderten Bedingungen keine neue Arbeitsweise.“

Hier ist Erstarrung ein Bild für fehlende Anpassung. Die wiederholte Verweigerung einer Prüfung trägt die übertragene Aussage.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Reglos
Beschreibt das Ausbleiben sichtbarer Bewegung. Erstarrt hebt häufig hervor, dass diese Bewegung zuvor möglich war und plötzlich oder allmählich verloren ging.
Unflexibel
Bezeichnet mangelnde Anpassungsfähigkeit. Erstarrt kann dies bildlich meinen, aber auch einen rein körperlichen oder sehr kurzen Zustand beschreiben.

Schreibung und Grammatik

Erstarrt ist das Partizip II von erstarren. Das Verb bildet die Vergangenheit mit sein: Sie ist erstarrt. Attributiv wird das Partizip gebeugt, etwa ein erstarrter Blick oder erstarrte Bewegungen. Ohne Substantiv bleibt die Form gleich: Ihr Gesicht wirkte erstarrt. Statt einer Steigerung sind häufig Zusätze wie völlig, vorübergehend oder zunehmend in alten Mustern erstarrt genauer.

Wie Adjektive gebeugt und im Satz verwendet werden, erklärt die Übersicht der Adjektive.

Beugung von erstarrt

Ein erstarrter Blick oder eine erstarrte Bewegung kann einen vorübergehenden Zustand beschreiben. In mit einem erstarrten Ausdruck zeigt sich die gebeugte Form. Bei erstarrten Gewohnheiten ist die verlorene Beweglichkeit bildlich gemeint. Der Ausdruck erklärt keine medizinische Ursache. Nach wirkt steht die Grundform: Das Lächeln wirkt erstarrt.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativerstarrtererstarrteerstarrteserstarrte
Genitiverstarrtenerstarrtererstarrtenerstarrter
Dativerstarrtemerstarrtererstarrtemerstarrten
Akkusativerstarrtenerstarrteerstarrteserstarrte
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativerstarrteerstarrteerstarrteerstarrten
Genitiverstarrtenerstarrtenerstarrtenerstarrten
Dativerstarrtenerstarrtenerstarrtenerstarrten
Akkusativerstarrtenerstarrteerstarrteerstarrten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativerstarrtererstarrteerstarrteserstarrten
Genitiverstarrtenerstarrtenerstarrtenerstarrten
Dativerstarrtenerstarrtenerstarrtenerstarrten
Akkusativerstarrtenerstarrteerstarrteserstarrten

Herkunft und Wortbildung

Das Partizip gehört zum Verb erstarren und damit zur Wortfamilie starr. Die Bildung bezeichnet den Übergang in einen starren Zustand. Bei übertragenen Verwendungen wird dieser körperliche oder stoffliche Vorgang als Bild für verlorene Beweglichkeit im Denken und Handeln genutzt.

Verwendung in einer Charakterisierung

„Nach der Enthüllung wirkt die Figur erstarrt: Sie hält die Hand am Türgriff, antwortet nicht und bewegt sich erst auf die zweite Ansprache.“ Die Beobachtung beschreibt eine Szene genau, ohne eine Ursache zu erfinden. Soll dagegen eine geistige Erstarrung behauptet werden, braucht es Belege für wiederkehrende starre Urteile oder unveränderte Handlungsmuster. Die beiden Ebenen sollten nicht miteinander verwechselt werden.

Weitere Hinweise zu Beobachtung, Textbeleg und Deutung bietet die Anleitung zur Charakterisierung.

Erstarrt in der Übersicht der Charaktereigenschaften