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gesetzt

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
gesetzt
Worttrennung
ge·setzt

Bei reif und ruhig wirkender Art ist ein Vergleich möglich. Gesetzt den Fall, dass ist eine feste bedingende Verbindung; die Verbform hat etwas gesetzt bezeichnet einen anderen Gebrauch.

Formen und Verwendung im Detail

Gesetzt beschreibt einen ruhigen, besonnenen und innerlich gefestigten Eindruck, der häufig mit Erfahrung oder reiferem Alter verbunden wird.

Was bedeutet gesetzt?

Eine gesetzte Person wirkt in ihrem Auftreten ruhig und gefestigt. Sie lässt sich nicht leicht zu hastigen Reaktionen hinreißen und vermittelt den Eindruck, ihren Platz und ihre Haltung gefunden zu haben. Das Wort wird häufig mit einem reiferen Lebensalter verbunden, beschreibt aber nicht einfach eine bestimmte Zahl von Lebensjahren.

Die Wendung in gesetztem Alter meint gewöhnlich ein nicht mehr jugendliches Lebensalter und ruft zugleich die Vorstellung größerer Ruhe hervor. Diese kulturelle Verbindung ist keine zuverlässige Regel über alle älteren Menschen. Ebenso kann eine jüngere Figur auffallend gesetzt wirken. Für eine Charakterisierung sind daher die dargestellten Gesten, Entscheidungen und Gesprächsweisen genauer als eine bloße Altersangabe.

Gesetzt besitzt außerdem andere Verwendungen, die nicht zu dieser Eigenschaft gehören. In sie hat sich gesetzt steht eine Verbform; ein gesetzter Termin ist festgelegt. Die Wendung gesetzt den Fall leitet eine Annahme ein. Solche Verwendungen enthalten keine Behauptung über Besonnenheit. Auch der Ton ist wichtig: Auffallend gesetztes Auftreten kann anerkennend, aber im Zusammenhang auch als etwas steif oder wenig spontan beschrieben werden.

Drei Beispiele für gesetzt

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Der gesetzte Gastgeber begrüßte die unerwarteten Besucher ruhig und regelte die neue Sitzordnung ohne sichtbare Aufregung.“

Sein überlegtes, gefestigtes Auftreten begründet die Beschreibung. Die Szene lässt seine Ruhe an Handlungen erkennen.

„Obwohl sie die Jüngste der Runde war, wirkte sie mit ihrer bedachten Redeweise besonders gesetzt.“

Das Beispiel zeigt, dass die Eigenschaft nicht zwingend an ein höheres Lebensalter gebunden ist.

„Gesetzt den Fall, der Zug fällt aus, könnten wir die spätere Verbindung nehmen.“

Die feste Wendung eröffnet eine angenommene Situation. Sie hat keine Bedeutung als Personenbeschreibung.

Synonyme für gesetzt: passend zum Zusammenhang

Gesetzt beschreibt bei Menschen ein ruhiges, gefestigtes Auftreten. Oft klingt dabei die Vorstellung von Reife oder Erfahrung an. Das Wort nennt aber kein bestimmtes Lebensalter. Andere Verwendungen gehören zum Verb setzen oder zu festen Wendungen und brauchen ganz andere Ersatzformen.

Welcher Ausdruck passt zu deiner Aussage?
AlternativePassender ZusammenhangBedeutungsunterschied
besonnenJemand wägt ab und handelt überlegt statt vorschnell.Betont die Entscheidungsweise stärker als den gesamten gefestigten Eindruck.
abgeklärtEine Person betrachtet Ereignisse mit erfahrener, nüchterner Ruhe.Kann mehr innere Distanz oder das Ergebnis früherer Erfahrungen anklingen lassen.
gefestigtEine Haltung oder Persönlichkeit wirkt stabil und wenig schwankend.Hebt die Beständigkeit hervor; das äußere Auftreten muss nicht besonders ruhig sein.

Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?

Ausgangssatz: „Die junge Verwalterin wirkt im Gespräch auffallend gesetzt.“

Alternative: „Die junge Verwalterin wirkt im Gespräch auffallend besonnen.“

Besonnen lenkt den Blick auf ihr überlegtes Reden. Gesetzt zeichnet einen umfassenderen Eindruck von Ruhe und Reife, der nicht an hohes Alter gebunden ist.

Ausgangssatz: „Er wirkt angesichts der wechselnden Gerüchte gesetzt.“

Alternative: „Er wirkt angesichts der wechselnden Gerüchte abgeklärt.“

Abgeklärt lässt stärker vermuten, dass er solche Aufregungen bereits kennt. Gesetzt beschreibt zunächst sein ruhiges, gefestigtes Auftreten.

Nicht gleichbedeutend: Alt ist kein gleichbedeutender Ersatz. Ein älterer Mensch kann impulsiv handeln, ein jüngerer sehr gesetzt wirken. Auch steif wäre eine andere, häufig kritischere Bewertung mangelnder Lockerheit.

Beim Formulieren: „Gesetzt den Fall“ bedeutet sinngemäß „angenommen“. Ein gesetzter Termin ist dagegen festgelegt. Weder die Annahme noch die Terminvereinbarung sagt etwas über die Besonnenheit der beteiligten Personen aus.

Für eine Figurenbeschreibung kann die Wirkung ambivalent sein: Eine bedachte Redeweise vermittelt Verlässlichkeit, kann auf andere aber auch förmlich wirken. Benenne die konkrete Reaktion und die Perspektive, statt Reife, Alter und Sympathie miteinander gleichzusetzen.

Weitere Abgrenzungen: Ähnliche Wörter unterscheiden
besonnen
Betont ruhiges Abwägen und überlegtes Handeln. Gesetzt kann stärker den gefestigten Gesamteindruck einer Person hervorheben; die Bedeutungen überschneiden sich.
abgeklärt
Verbindet Ruhe oft mit Erfahrung und einem nüchternen Blick. Das liegt gesetzt nahe, kann aber einen stärkeren Abstand zu Aufregung oder Erwartungen ausdrücken.
alt
Benennt zunächst das Lebensalter. Setzt ein Text alt und gesetzt nebeneinander, liefert erst die Verhaltensbeschreibung den Beleg für die zweite Eigenschaft.

Schreibung und Grammatik

Formen sind ein gesetzter Mensch, eine gesetzte Art und in gesetztem Alter. Ein Vergleich sollte zeigen, wer ruhiger und gefestigter auftritt, statt allein das Lebensalter zu bewerten. Bei der Wendung gesetzt den Fall, dass … steht vor dem dass-Satz ein Komma. In der kürzeren Verbindung gesetzt[,] dass … ist auch die Schreibung ohne dieses Komma möglich.

Die Übersicht zu Adjektiven erklärt Beugung und Verwendung im Satz.

Beugung von gesetzt

Die Tafeln zeigen die Grundstufe des Adjektivs: ein gesetzter Gastgeber, mit einer gesetzten Art. Das beschreibt einen ruhigen, gefestigten Eindruck. In hat sich gesetzt steht dagegen eine Verbform; gesetzt den Fall eröffnet eine Annahme und gehört nicht in diese Beugungstabelle.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativgesetztergesetztegesetztesgesetzte
Genitivgesetztengesetztergesetztengesetzter
Dativgesetztemgesetztergesetztemgesetzten
Akkusativgesetztengesetztegesetztesgesetzte
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativgesetztegesetztegesetztegesetzten
Genitivgesetztengesetztengesetztengesetzten
Dativgesetztengesetztengesetztengesetzten
Akkusativgesetztengesetztegesetztegesetzten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativgesetztergesetztegesetztesgesetzten
Genitivgesetztengesetztengesetztengesetzten
Dativgesetztengesetztengesetztengesetzten
Akkusativgesetztengesetztegesetztesgesetzten

Herkunft und Wortbildung

Die Form entspricht dem Partizip II von setzen: setzte, hat gesetzt. Als Adjektiv besitzt gesetzt eine feste Bedeutung für ruhiges, gefestigtes Auftreten. Diese ist im heutigen Sprachgebrauch von den zahlreichen konkreten Verbverwendungen zu unterscheiden, etwa dem Platzieren eines Gegenstands oder dem Festlegen eines Termins.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Beleg: Die Figur hört eine unerwartete Nachricht zu Ende an, ordnet ihre Gedanken und antwortet in ruhigem Ton, ohne sich von der Aufregung der Umgebung anstecken zu lassen. Das kann einen gesetzten Eindruck begründen. Soll damit eine dauerhafte Art beschrieben werden, sollte der Text dieses Auftreten in mehreren Situationen erkennen lassen.

Wie sich Textbeleg und Deutung verbinden lassen, erklärt die Anleitung zum Schreiben einer Charakterisierung.

Gesetzt in der Übersicht der Charaktereigenschaften