grimmig
Grimmig bedeutet stark zornig oder wütend und kann einen entsprechend finsteren Ausdruck beschreiben; außerdem bezeichnet es große Heftigkeit, etwa bei Kälte oder Hunger.
Was bedeutet grimmig?
Grimmig hebt einen heftigen, oft düster wirkenden Zorn hervor. Er kann sich in Blick, Miene, Stimme oder Handlung zeigen. Anders als bei einem lautstarken Ausbruch muss die Wut nicht nach außen drängen: Auch ein schweigender Mensch kann grimmig wirken. Ein grimmiges Lachen klingt im Zusammenhang eher bitter oder bedrohlich als heiter.
Bei einer Beschreibung des Aussehens ist zwischen Eindruck und innerem Zustand zu unterscheiden. Ein grimmig blickendes Gesicht kann Zorn erkennen lassen; es kann aber auch nur so wahrgenommen werden. Wer bloß die Miene beobachtet, weiß nicht automatisch, was die Person denkt oder weshalb sie angespannt ist. Zusätzliche Aussagen und Handlungen können diesen ersten Eindruck präzisieren.
Daneben besitzt das Wort eine übertragene Bedeutung für etwas besonders Heftiges. Grimmige Kälte oder grimmiger Hunger müssen keinen Zorn ausdrücken. Solche Verbindungen machen die Intensität anschaulich. Die Wortbedeutung hängt deshalb davon ab, ob eine Person, deren Ausdruck oder ein körperlicher beziehungsweise äußerer Zustand beschrieben wird.
Drei Beispiele für grimmig
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Nach der offen ausgesprochenen Beleidigung blickte sie ihren Gesprächspartner grimmig an, sagte aber zunächst nichts.“
Der Anlass und der Blick deuten auf starken Zorn. Das Beispiel zeigt, dass eine grimmige Reaktion auch stumm bleiben kann.
„Der Wächter sah im Halbdunkel grimmig aus; als er zu sprechen begann, erwies er sich als freundlich.“
Der erste Eindruck betrifft das Aussehen. Das anschließende Verhalten verhindert eine vorschnelle Gleichsetzung von Miene und Charakter.
„Nach der langen Wanderung machte sich bei allen ein grimmiger Hunger bemerkbar.“
Hier bedeutet grimmig sehr heftig. Der Satz behauptet nicht, dass alle Wandernden zornig waren.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- zornig
- Ist die allgemeinere Bezeichnung für starken Ärger. Grimmig kann besonders den finsteren oder bedrohlichen Ausdruck dieses Zorns hervorheben.
- griesgrämig
- Meint eher mürrischen, freudlosen Unmut. Grimmig legt gewöhnlich einen heftigeren Zorn oder eine stärkere Intensität nahe.
- grausam
- Bewertet harte, Leid zufügende Behandlung. Ein grimmiger Blick beweist noch keine grausame Handlung oder Absicht.
Schreibung und Grammatik
Das Wort wird mit Doppel-m geschrieben: grimmig, entsprechend Grimm. Formen sind ein grimmiger Blick, eine grimmige Miene und grimmiges Schweigen. Die Steigerung lautet grimmiger, am grimmigsten. In sie schaut grimmig steht das Adjektiv adverbial. Das Substantiv Grimmigkeit kann die entsprechende Ausdrucksweise oder Eigenschaft benennen.
Die Übersicht zu Adjektiven erklärt Beugung und Verwendung im Satz.
Herkunft und Wortbildung
Duden nennt mittelhochdeutsch grimmec und althochdeutsch grimmīg und verweist auf das ältere Adjektiv grimm. Heute ist besonders die Verbindung mit dem Substantiv Grimm erkennbar, das starken Zorn bezeichnet. Die Adjektivendung -ig kennzeichnet die entsprechende Beschaffenheit.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Beleg: Die Figur reagiert auf den Verrat mit zusammengepressten Lippen und knappen, drohenden Worten; ihre sonst lebhafte Rede verstummt. Grimmig kann diesen Ausdruck zusammenfassen. Die Analyse sollte den Umschlag und seinen Anlass zeigen. Soll daraus eine dauerhafte Eigenschaft werden, braucht es weitere Szenen; die Reaktion auf einen einzelnen Verrat reicht dafür allein nicht aus.
Wie sich Textbeleg und Deutung verbinden lassen, erklärt die Anleitung zum Schreiben einer Charakterisierung.
Quellen und weiterführende Seiten
Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
