infam

Infam: Auf besonders boshafte und verwerfliche Weise schädigend oder darauf ausgerichtet. Infam ist ein starkes moralisches Urteil, etwa über eine bewusst verleumdende Behauptung.

Was bedeutet infam?

Infam beschreibt mehr als eine unfreundliche Bemerkung. Das Wort legt eine besonders niederträchtige Art nahe, jemandem zu schaden: Eine Lüge wird gezielt so platziert, dass ein anderer sich kaum verteidigen kann, oder eine private Schwäche wird bewusst gegen ihn verwendet. Die genaue Handlung muss das starke Urteil tragen.

Nicht jede falsche Aussage ist infam. Ein Irrtum kann ohne Schädigungsabsicht entstehen und nach einem Hinweis korrigiert werden. Wer infam sagt, bewertet daher auch die Art und häufig die erkennbare Absicht des Vorgehens. In einer Charakterisierung dürfen diese nicht allein aus einer unangenehmen Folge rückgeschlossen werden.

Umgangssprachlich kommt infam außerdem als Verstärkung vor, etwa bei großer Hitze oder starken Schmerzen. Dabei ist keine boshaft handelnde Person gemeint. Bei der Textanalyse entscheidet deshalb der Bezug des Wortes darüber, ob eine moralische Verurteilung oder nur eine starke Intensität ausgedrückt wird.

Auf den PunktInfam ist eine scharfe Verurteilung gezielter Schädigung. Ein bloßer Fehler oder ein unerwünschtes Ergebnis genügt dafür nicht.

Beispiele und Verwendung

Mit einer infamen Lüge versuchte er, seiner Kollegin den bewusst selbst verursachten Fehler zuzuschieben.

So ist es gemeint: Die Täuschung soll eine andere Person gezielt belasten.

Die falsche Uhrzeit war ein Versehen und keine infame Täuschung.

So ist es gemeint: Unabsichtlicher Irrtum und gezielte Schädigung werden getrennt.

In der Werkstatt war es infam heiß.

So ist es gemeint: Das Wort wird umgangssprachlich als starke Verstärkung gebraucht.

Typische Verbindungen: eine infame Lüge, eine infame Unterstellung, infam handeln, eine infame Methode.

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

boshaft
Beschreibt verletzendes oder schädigendes Verhalten allgemeiner. Infam enthält meist ein besonders scharfes Urteil über dessen Verwerflichkeit.
bösartig
Kann eine stark schädigende Haltung oder Wirkung hervorheben; in medizinischen Zusammenhängen hat das Wort eine gesonderte Bedeutung.
Verleumderisch
Bezieht sich gezielt auf eine rufschädigende unwahre Behauptung. Infam kann auch andere Formen gezielter Schädigung beschreiben.

fair und ehrlich passen als Gegenbeschreibungen, wenn es um einen transparenten und wahrhaftigen Umgang mit einem Konflikt geht.

Infam in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Projektgeschichte löscht Erik versehentlich einen Teil der gemeinsamen Datei. Er weiß, dass ein unveränderter Sicherungsstand existiert, behauptet aber vor der Leitung, Jana habe die Daten absichtlich zerstört. Gleichzeitig verschweigt er ihr den Termin des Gesprächs, damit sie sich nicht unmittelbar erklären kann.

  1. Beobachtung: Erik kennt die tatsächliche Ursache und eine verfügbare Sicherung, beschuldigt jedoch Jana und erschwert ihre Gegenrede.
  2. Deutung: Sein Vorgehen ist infam, weil die bewusste Falschbehauptung mit einer gezielten Behinderung der Verteidigung verbunden wird.
  3. Grenze der Aussage: Die ursprüngliche versehentliche Löschung wäre allein kein Beleg für dieses Urteil; entscheidend ist die anschließende geplante Schädigung.

Musterformulierung

Erik handelt infam, indem er Jana wider besseres Wissen eine absichtliche Löschung unterstellt. Durch das Verschweigen des Gesprächstermins erschwert er zudem ihre Verteidigung. Die moralische Bewertung richtet sich somit auf die gezielte Täuschung und Belastung Janas, nicht auf seinen anfänglichen Arbeitsfehler.

Der Absatz trennt den unbeabsichtigten Fehler von den späteren bewussten Entscheidungen. Erst diese Unterscheidung trägt das starke Wertwort.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
in·fam
Verwandtes Nomen
die Infamie

Infam wird mit einem f geschrieben. Gebeugte Formen sind eine infame Lüge und mit infamen Mitteln. Als Verstärkung bleibt die Grundform, etwa infam heiß. Die Steigerung vergleicht die als besonders verwerflich empfundene Art des Handelns.

Grundforminfam
Komparativinfamer
Superlativam infamsten

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativinfamerinfameinfamesinfame
Genitivinfameninfamerinfameninfamer
Dativinfameminfamerinfameminfamen
Akkusativinfameninfameinfamesinfame
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder infamedie infamedas infamedie infamen
Genitivdes infamender infamendes infamender infamen
Dativdem infamender infamendem infamenden infamen
Akkusativden infamendie infamedas infamedie infamen
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein infamereine infameein infameskeine infamen
Genitiveines infameneiner infameneines infamenkeiner infamen
Dativeinem infameneiner infameneinem infamenkeinen infamen
Akkusativeinen infameneine infameein infameskeine infamen

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Das Wort geht auf lateinisch infamis im Sinn von verrufen oder berüchtigt zurück. Es verbindet einen verneinenden Bestandteil mit fama, dem Ruf. Die heutige Bedeutung richtet sich besonders auf verwerflich schädigendes Verhalten.

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