konsistent
Form & Grammatik
Adjektiv- Stichwort
- konsistent
- Worttrennung
- kon·sis·tent
- Komparativ
- konsistenter
- Superlativ
- am konsistentesten
Steigerung beim bewerteten Zusammenhang; mit etwas konsistent steht mit Dativ. Strenge Widerspruchsfreiheit ist keine beliebige Gradskala und beweist nicht die Wahrheit aller Voraussetzungen.
In sich zusammenhängend und stimmig; bei Aussagen oder Begründungen insbesondere ohne innere Widersprüche.
Was bedeutet konsistent?
Konsistent beschreibt einen inneren Zusammenhang, dessen Teile zueinanderpassen. Bei einer Erklärung oder Argumentation bedeutet es vor allem, dass sich die Aussagen nicht gegenseitig widersprechen. Auch ein Verhalten kann konsistent wirken, wenn Entscheidungen und genannte Maßstäbe miteinander vereinbar sind. Das bildungssprachliche Wort bezieht sich damit häufig auf ein Gefüge von Aussagen oder Handlungen, weniger auf eine einzelne isolierte Äußerung.
Konsistenz ist nicht dasselbe wie Wahrheit. Eine erfundene Geschichte kann in sich widerspruchsfrei sein, obwohl ihre Ereignisse nie stattgefunden haben. Ebenso können mehrere Annahmen zusammenpassen und trotzdem gemeinsam an der Wirklichkeit vorbeigehen. Wer eine Aussage konsistent nennt, beurteilt zunächst ihre Beziehung zu anderen Aussagen. Ob die Voraussetzungen stimmen, erfordert eine zusätzliche Prüfung.
Auf Menschen bezogen ist die genaue Ergänzung besonders hilfreich. Jemand kann in der Bewertung vergleichbarer Fälle konsistent handeln, ohne immer dieselbe Entscheidung zu treffen: Unterschiedliche Bedingungen können unterschiedliche Ergebnisse rechtfertigen. Auch eine begründete Änderung der eigenen Auffassung muss das Gesamtbild nicht zerstören. Wichtig ist, ob der Wechsel nachvollziehbar erklärt wird und wie sich alte und neue Aussagen aufeinander beziehen. Daneben kann konsistent ganz allgemein festen Zusammenhalt oder Beständigkeit bezeichnen, auch bei Materialien und Strukturen.
Drei Beispiele für konsistent
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Ihre Erklärung blieb konsistent: Jede spätere Angabe ließ sich mit dem beschriebenen Ablauf vereinbaren.“
Die Aussagen passen untereinander zusammen. Ob der Ablauf tatsächlich so stattgefunden hat, ist damit noch nicht bewiesen.
„Der Lehrer urteilte konsistent, indem er bei vergleichbaren Arbeiten dieselben Kriterien anlegte.“
Die Übereinstimmung betrifft den Maßstab. Unterschiedliche Leistungen können bei diesem Verfahren durchaus zu verschiedenen Bewertungen führen.
„Die erfundene Welt war konsistent gestaltet, obwohl es ihre Bewohner außerhalb des Romans nicht gab.“
Innere Stimmigkeit und tatsächliche Existenz werden getrennt. Eine Fiktion kann eigene Regeln nachvollziehbar durchhalten.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Konsequent
- Kann entschlossenes oder folgerichtiges Vorgehen bezeichnen. Konsistent betont besonders die Vereinbarkeit der einzelnen Aussagen, Entscheidungen oder Teile.
- Konstant
- Hebt das Gleichbleiben im Zeitverlauf hervor. Konsistent kann dagegen auch verschiedene, miteinander vereinbare Entscheidungen beschreiben.
- Klar
- Betrifft häufig Verständlichkeit. Ein Widerspruch lässt sich sehr klar formulieren; eine konsistente Erklärung kann umgekehrt unnötig schwer verständlich sein.
Schreibung und Grammatik
Konsistent endet auf -ent. Die Steigerung lautet konsistenter, am konsistentesten. Beispiele sind eine konsistente Darstellung und ein konsistentes Verhalten. Das Substantiv heißt Konsistenz, das Gegenwort inkonsistent. Die Verbindung mit etwas konsistent beschreibt eine Übereinstimmung, etwa eine Entscheidung, die mit den zuvor genannten Kriterien konsistent ist. In allgemein verständlichen Texten helfen oft stimmig oder widerspruchsfrei als genauere Erklärung.
Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.
Beugung von konsistent
Eine konsistente Begründung enthält miteinander vereinbare Aussagen. Das ist eine Aussage über den inneren Zusammenhang, noch kein Beweis, dass alle Voraussetzungen wahr sind.
Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.
Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | konsistenter | konsistente | konsistentes | konsistente |
| Genitiv | konsistenten | konsistenter | konsistenten | konsistenter |
| Dativ | konsistentem | konsistenter | konsistentem | konsistenten |
| Akkusativ | konsistenten | konsistente | konsistentes | konsistente |
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | konsistente | konsistente | konsistente | konsistenten |
| Genitiv | konsistenten | konsistenten | konsistenten | konsistenten |
| Dativ | konsistenten | konsistenten | konsistenten | konsistenten |
| Akkusativ | konsistenten | konsistente | konsistente | konsistenten |
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | konsistenter | konsistente | konsistentes | konsistenten |
| Genitiv | konsistenten | konsistenten | konsistenten | konsistenten |
| Dativ | konsistenten | konsistenten | konsistenten | konsistenten |
| Akkusativ | konsistenten | konsistente | konsistentes | konsistenten |
Herkunft und Wortbildung
Duden führt konsistent auf lateinisch consistens zurück, eine Partizipform von consistere. Für das Verb werden unter anderem sich hinstellen, stillstehen und dicht werden genannt. Im Deutschen reicht der Gebrauch vom festen Zusammenhalt bis zur Stimmigkeit einer Gedankenführung. Die logische Bedeutung der Widerspruchsfreiheit ist davon zu unterscheiden, ob eine Aussage durch Tatsachen bestätigt wird.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur prüft die Anliegen befreundeter und fremder Personen anhand derselben Kriterien und erklärt Unterschiede mit den jeweiligen Umständen. Ihr Urteil wirkt konsistent. Die Analyse sollte diese Maßstäbe und Vergleichsfälle benennen. Ein stets gleiches Ergebnis wäre für sich genommen kein ausreichender Beleg, wenn dabei wichtige Unterschiede der Situationen unbeachtet bleiben.
Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.
