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kordial

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
kordial
Worttrennung
kor·di·al

Veraltet für herzlich und freundlich. Noch herzlicher ist heute meist der verständlichere Vergleich; die Form bleibt vor einem Nomen regelmäßig gebeugt.

Formen und Verwendung im Detail

Herzlich und freundlich im Umgang; ein heute als veraltet eingeordnetes Adjektiv.

Was bedeutet kordial?

Kordial bedeutet herzlich und freundlich. Das Wort beschreibt einen Umgang, in dem persönliche Wärme und Wohlwollen erkennbar werden. Ein kordialer Gastgeber empfängt andere etwa mit lebhafter Freude und lässt sie spüren, dass sie willkommen sind. Das Adjektiv ist veraltet. In heutigen Alltagstexten sind herzlich oder freundlich deshalb meist die unauffälligeren Formulierungen.

Gerade in älteren Erzählungen oder bewusst altertümlich gestalteten Texten kann kordial jedoch eine genaue Wirkung haben. Die Wortwahl vermittelt dann nicht nur einen freundlichen Umgang, sondern trägt auch zum sprachlichen Ton bei. Sie bezeichnet weder eine bestimmte Begrüßungsgeste noch eine verbindlich festgelegte Form von Nähe. Ein kordialer Austausch kann in einer vertrauten Runde ebenso stattfinden wie zwischen Menschen, die sich erst kennenlernen.

Wie andere Bezeichnungen für freundliches Auftreten garantiert kordial keine aufrichtige innere Zuneigung. Eine Erzählung kann die Herzlichkeit bestätigen, als bloße Fassade zeigen oder offenlassen, wie sie gemeint ist. Auch kann ein als herzlich gedachtes Verhalten anderen zu vertraulich erscheinen. Für die Einordnung zählen deshalb die konkrete Szene und die Wahrnehmung der Beteiligten, nicht nur das positive Wort.

Drei Beispiele für kordial

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Der Hausherr begrüßte den lange abwesenden Freund kordial und rückte ihm sofort einen Stuhl an den Tisch.“

Begrüßung und Einladung zeigen eine warme Aufnahme. Das veraltete Adjektiv passt besonders zu einer bewusst älteren Erzählweise.

„Ihr Brief war kordial gehalten: Sie erkundigte sich ausführlich nach der Familie und erinnerte an den gemeinsamen Sommer.“

Herzlichkeit kann sich schriftlich ausdrücken. Eine körperliche Geste wie ein Händedruck gehört nicht zwingend zur Bedeutung.

„Der kordial wirkende Empfang überraschte den Besucher, der mit einer förmlichen Aussprache gerechnet hatte.“

Der Satz beschreibt zunächst den Eindruck des Besuchers. Ob die Herzlichkeit eine spätere Meinungsverschiedenheit übersteht, bleibt offen.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Konziliant
Betont verbindliches Entgegenkommen und die Bereitschaft zur Verständigung. Kordial hebt eher die Herzlichkeit hervor; beide Wirkungen können zusammenkommen.
Charmant
Beschreibt eine gewinnende, anziehende Art. Kordial muss keine besondere Eleganz oder Anziehungskraft meinen, sondern kann schlicht warmen Umgang bezeichnen.
Förmlich
Betont die Beachtung bestimmter Umgangsformen und häufig einen gewissen Abstand. Eine förmliche Begrüßung kann trotzdem herzlich sein; die Wörter sind keine zwingenden Gegensätze.

Schreibung und Grammatik

Kordial ist ein Adjektiv. Attributive Formen sind ein kordialer Empfang, eine kordiale Begrüßung und ein kordiales Verhältnis. In sie begrüßte ihn kordial wird es adverbial verwendet. Für einen Vergleich ist noch herzlicher in heutigen Texten meist die verständlichere Formulierung. Das zugehörige Substantiv Kordialität bezeichnet Herzlichkeit oder einen herzlichen Umgang. Bei der Wiedergabe älterer Texte muss kordial nicht modernisiert werden; eine Erklärung kann seine Bedeutung erschließen.

Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.

Beugung von kordial

Kordial ist veraltet und bedeutet herzlich oder freundlich: ein kordialer Empfang, mit einer kordialen Begrüßung. In heutigen Alltagstexten ist herzlich meist unauffälliger. In älteren oder bewusst altertümlichen Texten kann die Wortwahl zum Stil beitragen. In Sie begrüßt ihn kordial bleibt die Grundform ungebeugt.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativkordialerkordialekordialeskordiale
Genitivkordialenkordialerkordialenkordialer
Dativkordialemkordialerkordialemkordialen
Akkusativkordialenkordialekordialeskordiale
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativkordialekordialekordialekordialen
Genitivkordialenkordialenkordialenkordialen
Dativkordialenkordialenkordialenkordialen
Akkusativkordialenkordialekordialekordialen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativkordialerkordialekordialeskordialen
Genitivkordialenkordialenkordialenkordialen
Dativkordialenkordialenkordialenkordialen
Akkusativkordialenkordialekordialeskordialen

Herkunft und Wortbildung

Das Wort gelangte über französisch cordial aus mittellateinisch cordialis ins Deutsche. Dahinter steht lateinisch cor, im Genitiv cordis, für Herz. Die Verbindung zum Herzen ist auch in der deutschen Bedeutungsangabe herzlich sichtbar. Damit wird eine freundliche Zuwendung beschrieben, keine wörtliche Aussage über ein Körperorgan.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Der Hausherr nimmt den Besucher freudig auf, erkundigt sich nach seiner Reise und bezieht ihn sofort in das Gespräch ein. Sein Empfang ist kordial. In einer Analyse kann die modernere Formulierung herzlich denselben Sachverhalt verdeutlichen. Stammt kordial aus dem untersuchten Werk, lässt sich zusätzlich erläutern, wie die ältere Wortwahl zum Stil der Erzählung beiträgt.

Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.

Kordial in der Übersicht der Charaktereigenschaften