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lachhaft

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
lachhaft
Worttrennung
lach·haft
Komparativ
lachhafter
Superlativ
am lachhaftesten

Abwertend. Die Steigerung verstärkt das Urteil, etwas sei kaum ernst zu nehmen; sie bedeutet nicht einfach lustiger.

Formen und Verwendung im Detail

In einer meist ärgerlich oder spöttisch bewerteten Weise unsinnig und nicht ernst zu nehmen; auch verstärkend für ein auffälliges Maß.

Was bedeutet lachhaft?

Lachhaft bewertet eine Behauptung, Begründung oder Verhaltensweise als derart unsinnig, dass sie nicht ernst genommen werden könne. Häufig schwingen Ärger, Spott oder Geringschätzung mit. Das Wort bedeutet deshalb nicht einfach lustig. Wer einen Vorschlag lachhaft nennt, lehnt ihn scharf ab; er muss dabei weder tatsächlich lachen noch die Situation unterhaltsam finden.

Eine solche Wertung ersetzt keine sachliche Begründung. In einem Streit kann lachhaft dazu dienen, einen Einwand abzuwerten, ohne sich mit ihm auseinanderzusetzen. Für eine genaue Darstellung ist entscheidend, ob der Text selbst einen Widerspruch zeigt oder ob nur eine Figur das Urteil ausspricht. Die Zuschreibung kann ebenso viel über deren Ungeduld oder Überheblichkeit verraten wie über den beanstandeten Vorschlag.

Daneben kann lachhaft eine andere Angabe verstärken: Eine lachhaft geringe Gegenleistung wird als unangemessen klein bewertet. Dann beschreibt das Wort nicht unmittelbar eine Person, sondern das auffällige Missverhältnis. In Personenbeschreibungen ist eine konkrete Formulierung meist hilfreicher als ein pauschales lachhaft. Das Auftreten, der Anspruch oder die Erklärung kann benannt werden, auf die sich die Kritik richtet.

Drei Beispiele für lachhaft

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Die Ausrede erschien ihr lachhaft, weil er behauptete, den Brief nie gesehen zu haben, obwohl er ihn vor allen vorgelesen hatte.“

Der sichtbare Widerspruch macht die Abwertung nachvollziehbar. Der Satz benennt den Grund, statt nur ein Etikett zu vergeben.

„Er tat ihre ernst gemeinte Frage als lachhaft ab und wechselte das Thema.“

Hier ist das Urteil Teil seines Verhaltens. Ob die Frage tatsächlich unsinnig ist, bleibt offen; er verweigert zunächst die Auseinandersetzung.

„Für die tagelange Arbeit bot er eine lachhaft geringe Gegenleistung an.“

Lachhaft verstärkt die Bewertung von gering. Kritisiert wird das Missverhältnis zwischen Aufwand und Angebot.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Kurios
Beschreibt verwunderlich Sonderbares mit einer oft komischen Seite. Lachhaft urteilt deutlich schärfer, dass etwas nicht ernst zu nehmen oder unangemessen sei.
Kritisch
Kann eine sorgfältige Prüfung oder negative Beurteilung bezeichnen. Lachhaft formuliert bereits eine starke Ablehnung und enthält selbst noch keine Prüfung.
Lustig
Kann erfreuliche Unterhaltung oder eine heitere Wirkung beschreiben. Lachhaft ist im behandelten Gebrauch abwertend und kein gewöhnliches Lob für einen gelungenen Witz.

Schreibung und Grammatik

Lachhaft besteht aus dem Stamm lach- und -haft. Die Formen lauten lachhafter und am lachhaftesten; durch die Steigerung bleibt die starke Wertung bestehen. Attributiv heißt es eine lachhafte Ausrede oder ein lachhafter Anspruch. In lachhaft wenig bleibt das Adjektiv ungebeugt und verstärkt die Mengenangabe. Das Substantiv Lachhaftigkeit wird großgeschrieben.

Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.

Beugung von lachhaft

Eine lachhafte Ausrede wird als unsinnig und nicht ernst zu nehmen abgewertet; mit einer lachhaften Begründung zeigt eine weitere gebeugte Form. Das Urteil ersetzt keine sachliche Begründung. Im verstärkenden Gebrauch lachhaft wenig bleibt das Wort dagegen ungebeugt und bezieht sich auf die Mengenangabe.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativlachhafterlachhaftelachhafteslachhafte
Genitivlachhaftenlachhafterlachhaftenlachhafter
Dativlachhaftemlachhafterlachhaftemlachhaften
Akkusativlachhaftenlachhaftelachhafteslachhafte
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativlachhaftelachhaftelachhaftelachhaften
Genitivlachhaftenlachhaftenlachhaftenlachhaften
Dativlachhaftenlachhaftenlachhaftenlachhaften
Akkusativlachhaftenlachhaftelachhaftelachhaften
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativlachhafterlachhaftelachhafteslachhaften
Genitivlachhaftenlachhaftenlachhaftenlachhaften
Dativlachhaftenlachhaftenlachhaftenlachhaften
Akkusativlachhaftenlachhaftelachhafteslachhaften

Herkunft und Wortbildung

Die transparente Wortbildung verbindet den Stamm von lachen mit -haft. Für die heutige Bedeutung steht dabei nicht fröhliches gemeinsames Lachen im Mittelpunkt, sondern die Vorstellung, etwas könne wegen seiner Unsinnigkeit dem Spott ausgesetzt werden. Ein tatsächliches Lachen ist für die Verwendung des Adjektivs nicht erforderlich.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur weist eine sachliche Nachfrage als lachhaft zurück, ohne auf ihren Inhalt einzugehen. Ihre Wortwahl zeigt Geringschätzung gegenüber der fragenden Person. Eine Analyse sollte den Ausdruck als ihre Bewertung kenntlich machen. Soll dagegen die Ausrede selbst als lachhaft eingeordnet werden, muss der Text einen nachvollziehbaren Widerspruch oder eine vergleichbare Unangemessenheit zeigen.

Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.

Lachhaft in der Übersicht der Charaktereigenschaften