leichtfüßig
Sich mit leichten, beweglichen Schritten und ohne erkennbare Schwerfälligkeit bewegend.
Was bedeutet leichtfüßig?
Leichtfüßig beschreibt, wie sich jemand bewegt: Die Schritte wirken leicht und beweglich, der Ablauf wenig schwerfällig. Das Wort passt etwa zum Gehen, Laufen oder Tanzen. Es nennt eine beobachtbare Bewegungsqualität und zunächst keine moralische oder geistige Eigenschaft. Auch das Körpergewicht wird damit nicht zuverlässig angegeben.
Eine leichtfüßige Bewegung kann schnell sein, muss sich aber nicht durch höchstes Tempo auszeichnen. Eine Tänzerin setzt langsame Schritte weich und beweglich; ein anderer Mensch läuft rasch, wirkt dabei jedoch schwerfällig. Für die Beschreibung sind Rhythmus, Übergänge und Wirkung der Bewegung wichtiger als die bloße Geschwindigkeit. Eine Figur muss außerdem nicht grundsätzlich sportlich sein, nur weil eine einzelne Bewegung leichtfüßig erscheint.
Bei einer Übertragung auf eine Erzählweise oder einen gedanklichen Wechsel steht bildlich die mühelose Bewegung im Vordergrund. Der genaue Vergleich sollte aus dem Satz erkennbar werden. Davon zu trennen ist ein älterer abwertender Sinn in Richtung leichtsinnig, den Wiktionary ausdrücklich als veraltet aufführt. In heutigen Bewegungsbeschreibungen ist eine solche moralische Kritik nicht einfach mitzulesen.
Drei Beispiele für leichtfüßig
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Die Tänzerin wechselte leichtfüßig von einer langsamen Schrittfolge in eine rasche Drehung, ohne dass der Übergang schwer wirkte.“
Der Satz benennt die Bewegungsqualität über unterschiedliche Tempi hinweg. Leichtfüßig bedeutet nicht bloß schnell.
„Er ging leichtfüßig über den Hof, obwohl er einen schweren Rucksack trug.“
Die Beschreibung gilt dem Gang. Sie enthält keine Behauptung, dass Gepäck oder Körper ein geringes Gewicht hätten.
„Die Erzählerin wechselt leichtfüßig zwischen Gegenwart und Erinnerung; ein beiläufig erwähntes Geräusch verbindet die beiden Szenen.“
Das eigene Beispiel verwendet das Bewegungsbild übertragen. Der nachvollziehbare Übergang erklärt die leichte Wirkung der Erzählweise.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Behände
- Betont flinke Geschicklichkeit und kann auch einen Griff oder gedanklichen Wechsel beschreiben. Leichtfüßig richtet sich wörtlich besonders auf die Wirkung der Schritte.
- Leicht
- Hat unter anderem eine Bedeutung für bewegliches Gehen. Es kann daneben geringes Gewicht oder geringe Schwierigkeit bezeichnen, die leichtfüßig nicht automatisch enthält.
- Leichtsinnig
- Kritisiert fehlende Vorsicht. Im gewöhnlichen Sinn von leichtfüßig wird das Verhalten dagegen nicht nach seinen Risiken bewertet.
Schreibung und Grammatik
Leichtfüßig wird in Deutschland und Österreich mit ß geschrieben, passend zum langen ü im Bestandteil füßig. In der Schweiz und Liechtenstein lautet die Schreibung leichtfüssig. Formen sind ein leichtfüßiger Gang und eine leichtfüßige Bewegung. Die Steigerung lautet leichtfüßiger, am leichtfüßigsten. In sie bewegt sich leichtfüßig wird das Adjektiv adverbial verwendet; das Nomen heißt Leichtfüßigkeit.
Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.
Herkunft und Wortbildung
Die Wortbildung verbindet leicht mit Fuß und der Endung -ig; im zweiten Bestandteil erscheint der Umlaut ü. Das Bild bezieht sich auf die Art des Auftretens und Fortbewegens. Eine übertragene Verwendung lässt einen anderen Ablauf so erscheinen, als vollziehe er sich ebenso beweglich und ohne sichtbare Mühe.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur wechselt mit weichen, sicheren Schritten zwischen den anderen Tänzenden hindurch. Ihre Bewegungen wirken leichtfüßig. Die Analyse kann damit die körperliche Darstellung präzisieren. Eine Schlussfolgerung auf Unbekümmertheit oder Leichtsinn bräuchte zusätzliche Verhaltensbelege; sie ergibt sich nicht aus der leichten Wirkung des Gangs.
Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.
Quellen und weiterführende Seiten
Quellen geprüft am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
