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lernfähig

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
lernfähig
Worttrennung
lern·fä·hig
Komparativ
lernfähiger
Superlativ
am lernfähigsten

Die Steigerung vergleicht die Fähigkeit, Kenntnisse oder Verhalten zu verändern. Lernfähigkeit ist weder Lernwille noch eine festgelegte Lerngeschwindigkeit.

Formen und Verwendung im Detail

In der Lage, durch Erfahrung, Anleitung oder Übung neue Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben oder bisheriges Verhalten zu verändern.

Was bedeutet lernfähig?

Lernfähig bedeutet, dass jemand etwas lernen kann. Neue Kenntnisse werden aufgenommen, ein unbekannter Ablauf wird eingeübt oder eine Erfahrung führt zu verändertem Verhalten. Das Wort bezieht sich auf ein Vermögen. Es sagt für sich genommen weder, wie schnell ein Lernprozess verläuft, noch ob jemand sich gerade auf ihn einlassen möchte.

Bei der Beschreibung einer Figur lässt sich Lernfähigkeit etwa daran zeigen, dass sie einen erklärten Zusammenhang später selbstständig anwendet. Auch der Umgang mit Fehlern kann aufschlussreich sein: Die Figur erkennt ein früheres Missverständnis und verändert ihr Vorgehen. Eine einmalige Wiederholung beweist allerdings noch nicht, wie sicher etwas verstanden wurde. Umgekehrt widerlegt ein einzelner Fehler nicht die grundsätzliche Möglichkeit, dazuzulernen.

Lernen hängt in einer konkreten Szene auch von den Bedingungen ab. Die Anleitung kann unverständlich sein, Zeit kann fehlen oder eine Aufgabe kann Vorwissen verlangen, das noch nicht vorhanden ist. Solche Umstände müssen berücksichtigt werden, bevor eine Figur pauschal als nicht lernfähig bewertet wird. Das Adjektiv ist im allgemeinen Sprachgebrauch kein Messwert für Intelligenz und ersetzt keine fachliche Beurteilung von Lernvoraussetzungen.

Drei Beispiele für lernfähig

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Nach der Erklärung erkannte sie das Prinzip auch in einer anders aufgebauten Aufgabe und wandte es selbstständig an; sie zeigte sich lernfähig.“

Die Übertragung auf eine neue Aufgabe ist der konkrete Beleg. Nicht allein das Wiederholen eines Satzes trägt die Deutung.

„Er erwies sich als lernfähig, als er nach dem misslungenen Gespräch seine Annahmen überprüfte und beim nächsten Treffen gezielter nachfragte.“

Lernen betrifft hier den Umgang mit einer Erfahrung. Es ist nicht auf Unterricht oder das Einprägen von Fakten beschränkt.

„Sie brauchte mehrere Anläufe, beherrschte den Ablauf später aber sicher.“

Das Gegenbeispiel trennt Lerntempo und Lernfähigkeit. Eine langsame Annäherung schließt einen erfolgreichen Erwerb nicht aus.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Lernbereit
Bezeichnet die Bereitschaft zum Dazulernen. Lernfähig betrifft das Können; eine Person kann etwas grundsätzlich lernen können, ohne gerade dazu bereit zu sein.
Lernwillig
Hebt die gewollte Beteiligung am Lernen hervor. Guter Wille allein beschreibt noch nicht die jeweils vorhandenen Fähigkeiten und Bedingungen.
Begabt
Benennt eine besondere Befähigung oder Anlage in einem Bereich. Lernfähig verlangt keine außergewöhnliche Begabung und keine besondere Schnelligkeit.

Schreibung und Grammatik

Lernfähig wird mit ä in fähig zusammengeschrieben. Formen sind ein lernfähiger Teilnehmer und eine lernfähige Gruppe. Die Steigerung lautet lernfähiger, am lernfähigsten; das Nomen heißt Lernfähigkeit. In sie bleibt lernfähig wird eine fortbestehende Fähigkeit ausgedrückt. Bereichsangaben wie beim Umgang mit neuer Technik verhindern ein zu weitreichendes Gesamturteil.

Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.

Beugung von lernfähig

Eine lernfähige Person kann Kenntnisse oder Verhalten verändern. Die Fähigkeit ist weder dasselbe wie Lernwille noch eine feste Aussage über Lerngeschwindigkeit.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativlernfähigerlernfähigelernfähigeslernfähige
Genitivlernfähigenlernfähigerlernfähigenlernfähiger
Dativlernfähigemlernfähigerlernfähigemlernfähigen
Akkusativlernfähigenlernfähigelernfähigeslernfähige
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativlernfähigelernfähigelernfähigelernfähigen
Genitivlernfähigenlernfähigenlernfähigenlernfähigen
Dativlernfähigenlernfähigenlernfähigenlernfähigen
Akkusativlernfähigenlernfähigelernfähigelernfähigen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativlernfähigerlernfähigelernfähigeslernfähigen
Genitivlernfähigenlernfähigenlernfähigenlernfähigen
Dativlernfähigenlernfähigenlernfähigenlernfähigen
Akkusativlernfähigenlernfähigelernfähigeslernfähigen

Herkunft und Wortbildung

Die transparente Bildung verbindet den Verbstamm lern- mit fähig. Sie lässt sich als fähig zu lernen umschreiben. Der zweite Bestandteil benennt ein Vermögen, während der erste dessen Gegenstand bestimmt. Diese Wortbildung enthält weder eine Aussage über die Ursache der Fähigkeit noch eine feste Altersgrenze für das Lernen.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur versteht nach einer Erklärung das zugrunde liegende Prinzip und nutzt es später in einer veränderten Situation. Sie zeigt sich in diesem Bereich lernfähig. Die Analyse sollte Anfangsstand, Unterstützung und erkennbaren Fortschritt benennen. So wird eine Entwicklung beschrieben, anstatt eine allgemeine Behauptung über sämtliche geistigen Fähigkeiten aufzustellen.

Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.

Lernfähig in der Übersicht der Charaktereigenschaften