makellos
Form & Grammatik
Adjektiv- Stichwort
- makellos
- Worttrennung
- ma·kel·los
- Komparativ
- makelloser
- Superlativ
- am makellosesten
In der strengen Bedeutung ohne Makel gewöhnlich ohne Steigerung. Belegte zugespitzte Vergleiche können eine Annäherung an diesen Zustand meinen und brauchen einen erkennbaren Prüfmaßstab.
Ohne einen Fehler oder Mangel, der den beschriebenen Zustand beeinträchtigt; auch für einen als untadelig geltenden Ruf oder Lebenswandel gebraucht.
Was bedeutet makellos?
Makellos beschreibt etwas, an dem kein beeinträchtigender Fehler oder Mangel festgestellt wird. Das kann die Oberfläche eines Gegenstands, die Ausführung einer Arbeit oder ein Erscheinungsbild betreffen. Der Ausdruck enthält einen hohen Anspruch: Die beschriebene Sache erscheint in der jeweils betrachteten Hinsicht frei von Beanstandungen. Welcher Bereich und welcher Maßstab gemeint sind, sollte aus dem Zusammenhang hervorgehen.
Übertragen kann auch ein Ruf oder Lebenswandel makellos genannt werden. Bei einem Ruf geht es zunächst darum, wie eine Person öffentlich angesehen wird. Das beweist noch nicht, dass jede ihrer Handlungen tatsächlich untadelig war. Gerade Erzählungen können mit einem Unterschied zwischen dem makellosen Bild und verborgenem Verhalten arbeiten. Die Außenwirkung und die erzählten Tatsachen sind dann getrennt zu prüfen.
Das Wort sollte zudem nicht unbemerkt zwischen verschiedenen Maßstäben wechseln. Eine makellose Kleidung sagt nichts über Ehrlichkeit aus; eine körperliche Besonderheit nichts über den moralischen Wert eines Menschen. Selbst eine fehlerfrei erledigte Aufgabe begründet kein umfassendes Urteil über die gesamte Person. Präziser ist es, den Gegenstand der Aussage ausdrücklich zu nennen.
Drei Beispiele für makellos
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Nach der Kontrolle erwies sich die Lackierung als makellos: Weder Kratzer noch ungleichmäßige Stellen waren zu erkennen.“
Der Satz nennt einen klaren Gegenstand und überprüfbare Merkmale. Es geht um den Zustand der Oberfläche.
„Sein Ruf war makellos, bis die Erzählung zeigt, welche Zusagen er im Verborgenen gebrochen hatte.“
Das Ansehen und das tatsächliche Verhalten fallen auseinander. Makellos beschreibt hier das zunächst bestehende öffentliche Bild.
„Sie lieferte eine makellose Abschrift, obwohl sie während der Arbeit mehrfach neu ansetzen musste.“
Das Urteil betrifft das fertige Ergebnis. Es behauptet nicht, dass der gesamte Entstehungsprozess ohne Fehler verlief.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Einwandfrei
- Liegt nahe, wenn nichts berechtigt zu beanstanden ist. Beide Wörter brauchen einen erkennbaren Gegenstand und Maßstab.
- Anständig
- Bewertet Verhalten nach Vorstellungen von Rücksicht und moralischer Angemessenheit. Makellos kann auch eine rein äußere oder technische Qualität beschreiben.
- Glaubwürdig
- Bezeichnet etwas, das Vertrauen verdient oder überzeugend erscheint. Ein makelloses Auftreten allein beweist die Glaubwürdigkeit einer Aussage nicht.
Schreibung und Grammatik
Makellos enthält zwei l an der Grenze von Makel und -los. Gebeugte Formen sind eine makellose Oberfläche und ein makelloser Ruf. Das Nomen lautet Makellosigkeit. Im wörtlichen Sinn ohne Mangel ist das Wort bereits absolut: Für Vergleiche eignet sich oft die Formulierung nahezu makellos oder noch näher am makellosen Ergebnis. In werbender oder zugespitzter Sprache können dennoch Steigerungen begegnen.
Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.
Beugung von makellos
Eine makellose Oberfläche besitzt im betrachteten Bereich keinen erkennbaren Mangel. Dass das Adjektiv gebeugt wird, macht die strenge Bedeutung ohne Makel nicht zu einer beliebig steigerbaren Größe.
Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.
Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | makelloser | makellose | makelloses | makellose |
| Genitiv | makellosen | makelloser | makellosen | makelloser |
| Dativ | makellosem | makelloser | makellosem | makellosen |
| Akkusativ | makellosen | makellose | makelloses | makellose |
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | makellose | makellose | makellose | makellosen |
| Genitiv | makellosen | makellosen | makellosen | makellosen |
| Dativ | makellosen | makellosen | makellosen | makellosen |
| Akkusativ | makellosen | makellose | makellose | makellosen |
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | makelloser | makellose | makelloses | makellosen |
| Genitiv | makellosen | makellosen | makellosen | makellosen |
| Dativ | makellosen | makellosen | makellosen | makellosen |
| Akkusativ | makellosen | makellose | makelloses | makellosen |
Herkunft und Wortbildung
Die Wortbildung verbindet das Nomen Makel mit -los. Dieser zweite Bestandteil bezeichnet das Fehlen dessen, was im ersten Glied genannt wird. Makellos heißt entsprechend, dass kein beeinträchtigender Makel vorhanden ist oder wahrgenommen wird. Ob sich die Beschreibung auf eine sichtbare Beschaffenheit oder auf eine moralische Bewertung richtet, legt die Bildung allein nicht fest.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur genießt zunächst einen makellosen Ruf, während die Lesenden später von gezielt gebrochenen Zusagen erfahren. Die Analyse kann den Gegensatz zwischen öffentlichem Ansehen und verborgenem Handeln zeigen. Sie sollte makellos an den Ruf binden, solange nur dieser gemeint ist, und die Figur nicht selbst als fehlerlos bezeichnen.
Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.
