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matriarchalisch

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
matriarchalisch
Worttrennung
ma·tri·ar·cha·lisch
Komparativ
matriarchalischer
Superlativ
am matriarchalischsten

Bezieht sich auf eine gesellschaftliche Ordnung, nicht automatisch auf den Charakter einzelner Frauen. Für Vergleiche sind konkrete Merkmale genauer als ein unklarer Zugehörigkeitsgrad.

Formen und Verwendung im Detail

Korrekt: matriarchalisch. Auf ein Matriarchat bezogen oder darauf beruhend, also auf eine Gesellschaftsordnung mit maßgeblicher Stellung von Frauen und mütterlicher Linie.

Was bedeutet matriarchalisch?

Die korrekte Schreibung lautet matriarchalisch, mit einem r auch nach dem a: matri-archalisch. Die im historischen Verzeichnis vorkommende Form matriachalisch lässt diesen Buchstaben aus. Inhaltlich bezieht sich das Adjektiv auf ein Matriarchat oder auf Verhältnisse, die darauf beruhen. Es ist zunächst ein Begriff für eine gesellschaftliche Ordnung und kein fest umrissener Charakterzug eines einzelnen Menschen.

Im allgemeinen Wörterbuchgebrauch betrifft Matriarchat eine Ordnung, in der Frauen eine maßgebliche Stellung in Gesellschaft und Familie haben und die weibliche Linie für soziale Stellung oder Erbfolge entscheidend ist. Bei einem konkreten Text muss geklärt werden, welche Regeln und Beziehungen gemeint sind. Die Beobachtung, dass eine Frau ein Amt ausübt oder eine Familie leitet, beschreibt für sich genommen noch keine ganze Gesellschaftsordnung.

Matrilinear ist enger auf die mütterliche Linie bezogen, etwa bei der Erbfolge. Diese einzelne Zuordnung sollte nicht ohne weitere Angaben mit sämtlichen Vorstellungen von einem Matriarchat gleichgesetzt werden. Für eine Figurenbeschreibung sind häufig Wörter wie bestimmend oder durchsetzungsfähig genauer, wenn lediglich das Auftreten einer Mutter gemeint ist. Matriarchalisch verlangt einen erkennbaren Bezug auf die Ordnung, in der die Figur handelt.

Drei Beispiele für matriarchalisch

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Der Roman entwirft eine matriarchalische Gemeinschaft, in der die Frauen die maßgeblichen öffentlichen Entscheidungen treffen und Zugehörigkeit über die mütterliche Linie bestimmt wird.“

Der Satz nennt mehrere Regeln der erfundenen Ordnung. Die Bezeichnung wird nicht nur aus dem Auftreten einer einzelnen Figur abgeleitet.

„Die Großmutter setzte ihren Ausflugsplan durch; allein dieser Vorgang machte die Familie noch nicht zu einer matriarchalischen Ordnung.“

Eine entschiedene Handlung ist von einer Aussage über dauerhaft verteilte gesellschaftliche Befugnisse zu unterscheiden.

„Der Bericht beschreibt die Erbfolge als matrilinear, lässt aber offen, wer die politischen Entscheidungen trifft.“

Die Information über eine Linie reicht nicht aus, um weitere Machtverhältnisse festzulegen. Für eine genauere Einordnung fehlen Angaben.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Matrilinear
Bezeichnet das Folgen der mütterlichen Linie, insbesondere bei der Erbfolge. Es benennt damit einen bestimmten Zusammenhang und nicht von selbst alle Merkmale einer gesellschaftlichen Ordnung.
Mütterlich
Kann auf eine Mutter oder auf fürsorgliches Verhalten bezogen sein. Fürsorge ist etwas anderes als die Verteilung von Stellung und Entscheidungsbefugnissen.
Autoritär
Beschreibt unter anderem das Verlangen nach Unterordnung. Aus einer matriarchalischen Zuordnung allein ergibt sich keine bestimmte Art des Umgangs mit Widerspruch.

Schreibung und Grammatik

Matriarchalisch enthält die Folge -arch-: eine matriarchalische Ordnung, ein matriarchalischer Zusammenhang. Das zugehörige Nomen heißt das Matriarchat, im Plural die Matriarchate. Die Listenschreibung matriachalisch ist nicht die hier belegte Standardschreibung. Als relationales Adjektiv bezeichnet matriarchalisch zunächst eine Zugehörigkeit; bei Vergleichen ist es genauer, den Grad bestimmter Merkmale ausdrücklich zu nennen.

Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.

Beugung von matriarchalisch

Eine matriarchalische Ordnung ist auf ein Matriarchat bezogen. Das Adjektiv bezeichnet zunächst gesellschaftliche Verhältnisse, nicht einen feststehenden Charakterzug einzelner Frauen.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativmatriarchalischermatriarchalischematriarchalischesmatriarchalische
Genitivmatriarchalischenmatriarchalischermatriarchalischenmatriarchalischer
Dativmatriarchalischemmatriarchalischermatriarchalischemmatriarchalischen
Akkusativmatriarchalischenmatriarchalischematriarchalischesmatriarchalische
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativmatriarchalischematriarchalischematriarchalischematriarchalischen
Genitivmatriarchalischenmatriarchalischenmatriarchalischenmatriarchalischen
Dativmatriarchalischenmatriarchalischenmatriarchalischenmatriarchalischen
Akkusativmatriarchalischenmatriarchalischematriarchalischematriarchalischen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativmatriarchalischermatriarchalischematriarchalischesmatriarchalischen
Genitivmatriarchalischenmatriarchalischenmatriarchalischenmatriarchalischen
Dativmatriarchalischenmatriarchalischenmatriarchalischenmatriarchalischen
Akkusativmatriarchalischenmatriarchalischematriarchalischesmatriarchalischen

Herkunft und Wortbildung

Duden verbindet matriarchalisch mit lateinisch mater, im Genitiv matris, für Mutter und griechisch archḗ für Herrschaft. Der zweite Bestandteil erklärt zugleich das r, das in der fehlerhaften Listenschreibung fehlt. Die Wortherkunft verweist auf den Ordnungsbegriff; sie macht aus einer persönlichen Eigenschaft wie Strenge oder Fürsorge keine eigenständige Bedeutung des Adjektivs.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Eine Figur trifft Entscheidungen aufgrund einer im Roman beschriebenen Ordnung, die Frauen bestimmte Befugnisse zuweist. Die Analyse kann diesen matriarchalischen Rahmen erläutern und anschließend ihren persönlichen Umgang damit untersuchen. Ob sie geduldig, gerecht oder herrisch handelt, ist eine weitere Frage und muss an ihrem Verhalten belegt werden.

Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.

Matriachalisch in der Übersicht der Charaktereigenschaften