Meine Wörter

mild

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
mild
Worttrennung
mild
Komparativ
milder
Superlativ
am mildesten

Auch die Grundform milde ist belegt. Die Steigerung kann Nachsicht, geringe Schärfe oder eine gemäßigte Temperatur vergleichen; der Maßstab ergibt sich aus der jeweiligen Bedeutung.

Formen und Verwendung im Detail

Im Umgang gütig, nachsichtig oder wenig streng; bei Sinneseindrücken und Bedingungen sanft, wenig scharf oder ohne große Härte.

Was bedeutet mild?

Mild beschreibt bei Menschen einen gütigen, nachsichtigen oder wenig strengen Umgang. Eine milde Beurteilung fällt nicht unnötig hart aus; milde Worte können Verständnis für einen Fehler erkennen lassen. Das Wort kann dabei die innere Haltung, den Ton einer Antwort oder das Ergebnis einer Entscheidung bezeichnen. Diese Aspekte müssen nicht immer zusammenfallen.

Eine Person kann ruhig und mild sprechen, während sie an einer begründeten Forderung festhält. Ebenso ist ein mildes Urteil im Vergleich zu anderen möglichen Entscheidungen wenig hart, ohne dass damit schon seine Angemessenheit bewiesen wäre. Milde kann anerkennend als Menschlichkeit oder kritisch als übergroße Nachsicht beurteilt werden. Der Kontext zeigt, welcher Maßstab angelegt wird.

Außerhalb der Personenbeschreibung bezeichnet mild verschiedene Arten geringer Schärfe oder Härte. Ein Winter ist wenig rau, Licht wenig grell, eine Speise wenig scharf und ein Reinigungsmittel wenig angreifend. Diese Verwendungen haben einen gemeinsamen anschaulichen Zug, meinen aber unterschiedliche Eigenschaften. In der älteren Wendung eine milde Gabe geht es dagegen um eine wohltätige Zuwendung an Bedürftige.

Drei Beispiele für mild

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Sie reagierte mild auf den ersten Fehler, bestand aber darauf, dass die beschädigte Arbeit gemeinsam wiederhergestellt wurde.“

Nachsicht und eine verbindliche Folge stehen nebeneinander. Mild bedeutet hier nicht, dass der Fehler gleichgültig wäre.

„Seine milden Worte halfen ihr, die Kritik anzunehmen, ohne sich vor der Gruppe bloßgestellt zu fühlen.“

Das Adjektiv beschreibt den wenig schroffen Ton. Ob die Kritik inhaltlich berechtigt ist, muss zusätzlich geprüft werden.

„Das milde Abendlicht ließ die Konturen weich erscheinen.“

Hier geht es um eine sinnliche Wirkung mit geringer Härte der Kontraste. Eine menschliche Haltung wird dem Licht nicht wörtlich zugeschrieben.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Menschlich
Kann wie mild einen rücksichtsvollen, verständnisvollen Umgang loben. Mild betont dabei besonders das Fehlen unnötiger Strenge oder Schroffheit.
Nachgiebig
Bezeichnet das Nachgeben gegenüber Wünschen oder Druck. Ein milder Ton kann mit einer unveränderten Entscheidung verbunden bleiben, sodass nicht jede Milde Nachgiebigkeit bedeutet.
Lasch
Kritisiert häufig fehlende Entschiedenheit oder unzureichenden Einsatz. Mild ist nicht notwendig abwertend und kann gerade einen überlegten, angemessenen Umgang kennzeichnen.

Schreibung und Grammatik

Neben mild ist auch die Form milde möglich, etwa in mild oder milde reagieren. Vor einem Nomen lauten die Formen ein milder Blick, eine milde Antwort und ein mildes Urteil. Die Steigerung heißt milder, am mildesten. Das Substantiv Milde wird großgeschrieben. Der Zusammenhang unterscheidet deshalb milde Worte vom Nomen in sie zeigt Milde.

Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.

Beugung von mild

Eine milde Beurteilung ist wenig streng; ein milder Geschmack wenig scharf. Die Formen sind gleich, aber der Zusammenhang bestimmt den jeweiligen Maßstab.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativmildermildemildesmilde
Genitivmildenmildermildenmilder
Dativmildemmildermildemmilden
Akkusativmildenmildemildesmilde
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativmildemildemildemilden
Genitivmildenmildenmildenmilden
Dativmildenmildenmildenmilden
Akkusativmildenmildemildemilden
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativmildermildemildesmilden
Genitivmildenmildenmildenmilden
Dativmildenmildenmildenmilden
Akkusativmildenmildemildesmilden

Herkunft und Wortbildung

Duden nennt mittelhochdeutsch milde und althochdeutsch milti. Als ursprünglichen Bedeutungsbereich gibt das Wörterbuch zerrieben, fein und zart an. Die heutigen Verwendungen reichen von sanften Sinneseindrücken bis zu einem nachsichtigen Umgang.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur hört sich einen eingestandenen Fehler an, vermeidet Beschämung und vereinbart eine nachvollziehbare Wiedergutmachung. Ihr Umgang ist mild, weil sie auf unnötige Härte verzichtet. Für die Analyse ist die Verbindung von Nachsicht und Verbindlichkeit aufschlussreich. Würde sie wiederholte Schäden folgenlos übergehen, könnte dieselbe Milde im Text anders bewertet werden.

Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.

Mild in der Übersicht der Charaktereigenschaften