resignativ
Form & Grammatik
Adjektiv- Stichwort
- resignativ
- Worttrennung
- re·si·gna·tiv
Bildungssprachlich für eine von Entmutigung geprägte Haltung oder Stimmung. Stärker entmutigt oder aufgebender beschreibt eine Abstufung klarer; resignativ und resigniert sind verschiedene Formen.
Von Entmutigung und dem Eindruck geprägt, nichts mehr ändern zu können; eine aufgebende Haltung oder Stimmung ausdrückend.
Was bedeutet resignativ?
Resignativ beschreibt eine Haltung, Äußerung oder Stimmung, in der die Hoffnung auf Veränderung zurücktritt. Wer resignativ sagt, es habe ohnehin keinen Zweck, stellt weitere Bemühungen als aussichtslos dar. Der Ausdruck gehört zur Bildungssprache. Er wird häufig benutzt, um den Ton einer Betrachtung oder die Grundhaltung einer Darstellung zu charakterisieren.
Entscheidend ist die Verbindung von Entmutigung und Aufgeben. Eine nüchterne Einschätzung von Grenzen ist nicht automatisch resignativ. Jemand kann einen aussichtslosen Plan beenden und zugleich nach einem anderen Weg suchen. Resignativ wirkt dagegen eine Aussage, wenn sie Möglichkeiten von vornherein abschließt oder den Verzicht auf weitere Anstrengung aus Hoffnungslosigkeit nahelegt. Ob die Einschätzung berechtigt ist, muss im jeweiligen Zusammenhang geprüft werden.
Drei Beispiele für resignativ
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Sein resignativer Kommentar lautete, dass alle Vorschläge nutzlos seien und sich ohnehin nie etwas ändern werde.“
Die Aussage erklärt Veränderung grundsätzlich für aussichtslos. Darin zeigt sich die aufgebende Grundhaltung.
„Der Schluss der Erzählung wirkt resignativ: Die Figur sieht das Problem deutlich, erwartet aber keine Besserung mehr.“
Das Wort beschreibt hier die Wirkung eines Textabschnitts. Es ist nicht bloß ein anderes Wort für ein trauriges Ende.
„Sie benannte die Grenzen des ersten Entwurfs, schlug aber sofort eine Alternative vor; ihre Kritik war deshalb nicht resignativ.“
Die negative Bewertung eines Plans wird mit einer neuen Handlungsmöglichkeit verbunden. Kritik und Resignation sind zu unterscheiden.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Resigniert
- Liegt in der Bedeutung sehr nahe und bezeichnet häufig den Zustand oder die Reaktion einer Person. Resignativ wird besonders gut für Haltung, Ton und Stimmung verwendet; die Grenze ist nicht fest.
- Pessimistisch
- Betont eine ungünstige Erwartung. Eine pessimistische Person kann trotzdem entschlossen weiterarbeiten; resignativ hebt eher das entmutigte Aufgeben hervor.
- Realistisch
- Orientiert sich an tatsächlichen Bedingungen. Eine realistische Einschätzung kann sowohl Grenzen als auch noch vorhandene Möglichkeiten erkennen.
Schreibung und Grammatik
Resignativ wird mit der Folge -gn- und der Endung -ativ geschrieben. Beispiele sind ein resignativer Ton, eine resignative Haltung und resignatives Denken. In die Bemerkung klingt resignativ steht das Wort unverändert. Das Nomen lautet Resignation. Die verwandte Form resigniert ist kein bloßer Schreibfehler oder austauschbares Ende, sondern eine eigene Form mit ähnlichem Bedeutungsbereich.
Wie sich Eigenschaftswörter beugen lassen, zeigt die Übersicht der Adjektive.
Beugung von resignativ
Ein resignativer Ton lässt Entmutigung und den Eindruck von Aussichtslosigkeit erkennen. Das bildungssprachliche Wort ist keine bloße andere Endung von resigniert.
Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.
Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | resignativer | resignative | resignatives | resignative |
| Genitiv | resignativen | resignativer | resignativen | resignativer |
| Dativ | resignativem | resignativer | resignativem | resignativen |
| Akkusativ | resignativen | resignative | resignatives | resignative |
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | resignative | resignative | resignative | resignativen |
| Genitiv | resignativen | resignativen | resignativen | resignativen |
| Dativ | resignativen | resignativen | resignativen | resignativen |
| Akkusativ | resignativen | resignative | resignative | resignativen |
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | resignativer | resignative | resignatives | resignativen |
| Genitiv | resignativen | resignativen | resignativen | resignativen |
| Dativ | resignativen | resignativen | resignativen | resignativen |
| Akkusativ | resignativen | resignative | resignatives | resignativen |
Herkunft und Wortbildung
Resignativ gehört zur Wortfamilie von Resignation und resignieren. Duden führt Resignation über altfranzösische beziehungsweise mittellateinische Formen auf den Bedeutungsbereich Verzicht zurück. Das deutsche Verb resignieren bezeichnet das entmutigte Aufgeben von Plänen nach Misserfolgen oder Enttäuschungen. Die Endung -ativ bildet dazu das beschreibende Adjektiv.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Nach mehreren gescheiterten Anträgen erklärt die Figur jede weitere Initiative für sinnlos. Ihre Äußerung hat einen resignativen Ton. Eine Analyse sollte die vorausgehenden Enttäuschungen mitbenennen, ohne daraus eine unveränderliche Persönlichkeit abzuleiten. Gerade ein späterer neuer Versuch kann zeigen, dass diese Haltung eine Phase der Entwicklung und kein endgültiger Zustand ist.
Die Anleitung zur Charakterisierung erklärt, wie sich Beobachtung, Textbeleg und Deutung verbinden lassen.
