starrsinnig
Form & Grammatik
Adjektiv- Stichwort
- starrsinnig
- Worttrennung
- starr·sin·nig
- Komparativ
- starrsinniger
- Superlativ
- am starrsinnigsten
Abwertend für unnachgiebiges Beharren ohne hinreichende Rücksicht auf Gegenargumente. Die Steigerung betrifft diese Haltung; bloße Entschiedenheit ist nicht in jedem Zusammenhang Starrsinn.
An der eigenen Meinung oder dem eigenen Willen festhaltend, ohne sich auf Gegenargumente einzulassen; abwertend.
Was bedeutet starrsinnig?
Starrsinnig nennt man jemanden, der an seiner Auffassung festhält und sich von gegenteiligen Überlegungen kaum erreichen lässt. Das Adjektiv bewertet diese Haltung abwertend. Gemeint ist gewöhnlich ein unbewegliches Beharren auf dem eigenen Willen, bei dem eine sachliche Auseinandersetzung ausbleibt. Auch eine Reaktion, eine Forderung oder das Festhalten an einer Regel kann starrsinnig sein.
Entscheidend ist nicht, dass eine Person häufig dieselbe Ansicht vertritt. Eine gut begründete Überzeugung kann lange bestehen bleiben. Starrsinnig wirkt ihr Festhalten vor allem dann, wenn sie neue Informationen übergeht, auf Rückfragen nur die eigene Forderung wiederholt oder eine Änderung allein deshalb ablehnt, weil diese von jemand anderem vorgeschlagen wurde. Das Wort beschreibt eine Bewertung des Verhaltens; es erklärt noch nicht dessen Ursache. Angst vor Gesichtsverlust, Gewohnheit und ein Machtkonflikt können im jeweiligen Text unterschiedliche Hintergründe bilden.
Drei Beispiele für starrsinnig
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Starrsinnig verlangte er das alte Formular weiter, obwohl die neue Vorschrift es ausdrücklich ersetzt hatte.“
Das Festhalten widerspricht hier einer eindeutigen Änderung. Die konkrete Information macht verständlich, weshalb sein Verhalten als uneinsichtig bewertet wird.
„Sie blieb bei ihrem Nein, beantwortete aber jeden Einwand ausführlich; starrsinnig war ihre Haltung deshalb noch nicht.“
Eine unveränderte Entscheidung allein belegt das Adjektiv nicht. Die Bereitschaft zur begründeten Auseinandersetzung muss bei der Beurteilung berücksichtigt werden.
„Zwischen den Geschwistern wurde aus der Frage nach dem Treffpunkt ein starrsinniges Beharren auf den jeweils eigenen Vorschlägen.“
Der Ausdruck beschreibt das Verhalten beider Seiten im Streit. Der eigentliche Anlass tritt hinter dem Wunsch zurück, sich durchzusetzen.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Starrköpfig
- Beide Wörter sind in vielen Zusammenhängen austauschbar. Starrköpfig macht das Personenbild des Starrkopfs sichtbar; daraus folgt keine feste sachliche Bedeutungsgrenze.
- Konsequent
- Konsequentes Handeln folgt einem Grundsatz oder führt eine Entscheidung folgerichtig aus. Es kann begründet und offen für neue Tatsachen sein; Starrsinn wirft gerade fehlende Einsicht vor.
- Starr
- Starr kann auch einen unbeweglichen Körper, feste Strukturen oder unflexible Regeln beschreiben. Starrsinnig bezieht die Unbeweglichkeit auf Haltung, Willen oder Verhalten.
Schreibung und Grammatik
Die Formen lauten starrsinnig, starrsinniger, am starrsinnigsten. Attributiv heißt es etwa ein starrsinniger Leiter oder mit starrsinniger Entschlossenheit. In Die Leiterin ist starrsinnig steht das Wort prädikativ; in Sie lehnt jede Änderung starrsinnig ab beschreibt es adverbial das Ablehnen. Das Substantiv der Starrsinn wird gewöhnlich ohne Plural gebraucht; der Genitiv lautet des Starrsinns oder des Starrsinnes.
Weitere Hinweise zur Beugung bietet die Übersicht der Adjektive.
Beugung von starrsinnig
Eine starrsinnige Haltung beharrt auf der eigenen Meinung, ohne Gegenargumente zu prüfen. Das ist eine kritische Bewertung und mehr als bloß entschiedenes Auftreten.
Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.
Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | starrsinniger | starrsinnige | starrsinniges | starrsinnige |
| Genitiv | starrsinnigen | starrsinniger | starrsinnigen | starrsinniger |
| Dativ | starrsinnigem | starrsinniger | starrsinnigem | starrsinnigen |
| Akkusativ | starrsinnigen | starrsinnige | starrsinniges | starrsinnige |
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | starrsinnige | starrsinnige | starrsinnige | starrsinnigen |
| Genitiv | starrsinnigen | starrsinnigen | starrsinnigen | starrsinnigen |
| Dativ | starrsinnigen | starrsinnigen | starrsinnigen | starrsinnigen |
| Akkusativ | starrsinnigen | starrsinnige | starrsinnige | starrsinnigen |
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | starrsinniger | starrsinnige | starrsinniges | starrsinnigen |
| Genitiv | starrsinnigen | starrsinnigen | starrsinnigen | starrsinnigen |
| Dativ | starrsinnigen | starrsinnigen | starrsinnigen | starrsinnigen |
| Akkusativ | starrsinnigen | starrsinnige | starrsinniges | starrsinnigen |
Herkunft und Wortbildung
Das Adjektiv ist mit der Endung -ig aus Starrsinn abgeleitet. Die Zusammensetzung verbindet das Bild des Starren mit dem Sinn als innerer Ausrichtung oder Denkweise. Für die heutige Bedeutung ist dieses unbewegliche Festhalten maßgeblich.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eine eigene Charakterisierungsstelle könnte lauten: Obwohl Mira ihm die korrigierte Rechnung vorlegt, wiederholt der Verwalter unverändert seine Forderung. Sein starrsinniges Verhalten zeigt sich darin, dass er den überprüfbaren Beleg ignoriert. Die Deutung wird damit an eine Handlung gebunden. Falls die Figur später auf einen Einwand eingeht, sollte auch diese Entwicklung erwähnt werden. Gerade bei Streitdialogen lohnt sich zudem die Unterscheidung zwischen dem Urteil des Erzählers und dem Vorwurf eines Gegners.
Die Anleitung zur Charakterisierung erläutert das Zusammenspiel von Beobachtung, Beleg und Deutung.
