strategisch
Form & Grammatik
Adjektiv- Stichwort
- strategisch
- Worttrennung
- stra·te·gisch
- Komparativ
- strategischer
- Superlativ
- am strategischsten
Die Steigerung passt zu stärker ausgeprägtem strategischem Denken. Der bloße Fach- oder Planungsbezug braucht gewöhnlich keine Steigerung; ein erkennbarer Plan garantiert noch keinen Erfolg.
Auf einen übergeordneten Plan zur Erreichung eines Ziels bezogen; beim Denken und Handeln mögliche Entwicklungen, Mittel und Folgen vorausschauend berücksichtigend.
Was bedeutet strategisch?
Strategisch bedeutet zunächst, dass etwas eine Strategie betrifft oder auf ihr beruht. Wer strategisch handelt, richtet einzelne Entscheidungen auf ein übergeordnetes Ziel aus und berücksichtigt dabei Bedingungen, mögliche Reaktionen und verfügbare Mittel. Das Wort wird unter anderem in Politik, Wirtschaft, Militär und im Alltag gebraucht. Bei einer Person meint es meist eine entsprechende Art des Denkens und Vorgehens.
Strategisches Handeln kann längerfristig angelegt sein, ist aber nicht einfach mit langsamem Handeln gleichzusetzen. Eine rasche Entscheidung kann Teil eines überlegten Gesamtplans sein. Ebenso besagt das Wort nicht, dass der Plan erfolgreich oder moralisch gut ist. Eine Strategie kann auf falschen Annahmen beruhen oder ein problematisches Ziel verfolgen. In Verbindungen wie strategisch wichtige Lage beschreibt das Adjektiv dagegen die Bedeutung eines Ortes für einen Plan, keine Fähigkeit des Ortes.
Drei Beispiele für strategisch
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Sie lernte zunächst die Grundlagen des Fachs, weil sie strategisch auf die spätere anspruchsvolle Ausbildung hinarbeitete.“
Ein vorbereitender Schritt wird durch ein weiterführendes Ziel erklärt. Die einzelnen Aufgaben erhalten ihren Sinn aus diesem Zusammenhang.
„Der Verein entschied strategisch, erst neue Helfer auszubilden und die zusätzlichen Angebote danach zu eröffnen.“
Die Reihenfolge berücksichtigt eine Voraussetzung für die geplante Entwicklung. Nicht nur der nächste Termin, sondern das tragfähige Gesamtvorhaben steht im Blick.
„Sein strategischer Plan scheiterte, weil er mit der Zustimmung eines Partners gerechnet hatte, der schließlich absagte.“
Planvolles Vorgehen garantiert keinen Erfolg. Das Beispiel benennt eine einkalkulierte, aber falsch eingeschätzte Bedingung.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Taktisch
- Auch taktisches Vorgehen ist zweckgerichtet. Häufig bezeichnet Strategie die übergeordnete Ausrichtung, während Taktik das konkrete Vorgehen in einer Situation meint; im allgemeinen Sprachgebrauch überschneiden sich beide Wörter.
- Spontan
- Spontanes Handeln entsteht ohne längere Vorbereitung aus der Situation heraus. Es kann dennoch mit einem vorhandenen strategischen Ziel vereinbar sein.
- Berechnend
- Berechnend hat bei Personen oft einen kritischen Unterton und kann die Nutzung anderer für eigene Vorteile nahelegen. Strategisch bewertet zunächst die Ausrichtung auf einen Plan, ohne diese Absicht zwingend mitzumeinen.
Schreibung und Grammatik
Die Formen lauten strategisch, strategischer, am strategischsten. Eine Steigerung passt vor allem, wenn mehr oder weniger ausgeprägtes strategisches Denken gemeint ist. Beim bloßen Fachbezug ist sie gewöhnlich unnötig. Ein strategischer Plan ist attributiv; Sein Vorgehen ist strategisch prädikativ; Er plant strategisch adverbial. Das Substantiv heißt die Strategie, im Plural die Strategien.
Weitere Hinweise zur Beugung bietet die Übersicht der Adjektive.
Beugung von strategisch
Die Tabellen zeigen die Grundstufe von strategisch vor einem Nomen. Die Endung richtet sich nach Fall, Geschlecht und Zahl sowie nach dem Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.
BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | strategischer | strategische | strategisches | strategische |
| Genitiv | strategischen | strategischer | strategischen | strategischer |
| Dativ | strategischem | strategischer | strategischem | strategischen |
| Akkusativ | strategischen | strategische | strategisches | strategische |
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | strategische | strategische | strategische | strategischen |
| Genitiv | strategischen | strategischen | strategischen | strategischen |
| Dativ | strategischen | strategischen | strategischen | strategischen |
| Akkusativ | strategischen | strategische | strategische | strategischen |
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | strategischer | strategische | strategisches | strategischen |
| Genitiv | strategischen | strategischen | strategischen | strategischen |
| Dativ | strategischen | strategischen | strategischen | strategischen |
| Akkusativ | strategischen | strategische | strategisches | strategischen |
Herkunft und Wortbildung
Strategisch geht auf französisch stratégique und dieses auf griechisch stratēgikós zurück. Das zugehörige Substantiv Strategie hat entsprechend den Weg über französisch stratégie aus griechisch stratēgía genommen. Im heutigen Deutsch bezeichnet die Wortfamilie zielgerichtete Planung in verschiedenen Lebens- und Fachbereichen.
Verwendung in einer Charakterisierung
Ein eigener Charakterisierungsbeleg könnte lauten: Bevor Samira ihren Vorschlag einbringt, gewinnt sie zwei unterschiedliche Gruppen für dessen gemeinsame Vorteile. Sie handelt strategisch, weil sie die spätere Entscheidung vorbereitet und mögliche Widerstände berücksichtigt. Die Analyse sollte das erkennbare Ziel und den Beitrag der einzelnen Schritte benennen. Aus einem günstigen Ergebnis allein lässt sich eine vorausgehende Strategie nicht sicher erschließen.
Die Anleitung zur Charakterisierung erläutert das Zusammenspiel von Beobachtung, Beleg und Deutung.
