streberhaft
In als übertrieben oder egoistisch empfundener Weise um schulischen oder beruflichen Erfolg bemüht; meist abwertend.
Was bedeutet streberhaft?
Streberhaft beschreibt ein Bemühen um Erfolg und Anerkennung, das als unangenehm ehrgeizig oder egoistisch bewertet wird. Gemeint ist häufig das Fortkommen in Schule, Ausbildung oder Beruf. Das Wort kann der Person vorwerfen, sich auffällig hervorzutun, nur den eigenen Vorteil zu verfolgen oder jede Tätigkeit auf eine gute Bewertung auszurichten. Es ist gewöhnlich abwertend und keine neutrale Bezeichnung für Lernfreude.
Ob der Vorwurf berechtigt ist, muss der Zusammenhang zeigen. Gute Noten, regelmäßiges Üben und fachliches Interesse beweisen noch kein streberhaftes Verhalten. Das Etikett kann auch von Personen stammen, die fremde Anstrengung geringschätzen oder sich mit anderen vergleichen. Für eine genaue Beschreibung sind deshalb konkrete Handlungen hilfreicher: Nutzt jemand gemeinsame Ergebnisse nur für die eigene Anerkennung? Betont er seine Leistung auffällig auf Kosten anderer? Oder wird ihm lediglich sein Fleiß vorgehalten?
Drei Beispiele für streberhaft
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Streberhaft stellte er vor der Chefin jede Kleinigkeit als seine persönliche Zusatzleistung dar und verschwieg die Hilfe des Teams.“
Die negative Bewertung wird durch die einseitige Suche nach Anerkennung begründet. Der Fleiß selbst ist nicht der kritisierte Punkt.
„Sie las freiwillig weitere Fachbücher; ihre Mitschüler nannten das streberhaft, obwohl sie ihr Wissen bereitwillig teilte.“
Der Satz kennzeichnet die Bezeichnung als fremdes Urteil. Die Bereitschaft zum Teilen liefert einen Grund, den Vorwurf egoistischen Erfolgsstrebens zu hinterfragen.
„Mit streberhaftem Eifer fragte er bei jeder Aufgabe zuerst, ob sie für seine Bewertung zählte.“
Hier erscheint das Interesse stark auf die eigene Beurteilung begrenzt. Der Ausdruck ist eine kritische Deutung dieses wiederholten Verhaltens.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Strebsam
- Strebsam würdigt gewöhnlich ein beständiges Bemühen um Entwicklung und Fortkommen. Streberhaft fügt den Vorwurf eines unangenehmen oder selbstbezogenen Erfolgsstrebens hinzu.
- Ehrgeizig
- Ehrgeiz bezeichnet das starke Streben nach Leistung oder Erfolg. Er kann anerkennend, neutral oder kritisch bewertet werden; streberhaft ist wesentlich deutlicher abwertend.
- Fleißig
- Fleiß beschreibt ausdauernde Arbeit. Ob sie aus Neugier, Pflichtgefühl, Hilfsbereitschaft oder dem Wunsch nach Anerkennung geschieht, ist damit noch nicht festgelegt.
Schreibung und Grammatik
Die Steigerungsformen lauten streberhafter und am streberhaftesten. Attributiv heißt es ein streberhafter Kollege oder mit streberhaftem Eifer. Sein Verhalten wirkt streberhaft ist prädikativ; Er drängt sich streberhaft in den Vordergrund ist adverbial. Die zugehörigen Personenbezeichnungen sind Streber und Streberin. Ihre Verwendung übernimmt ebenfalls die kritische Bewertung und sollte nicht mit einer bloßen Leistungsbeschreibung verwechselt werden.
Weitere Hinweise zur Beugung bietet die Übersicht der Adjektive.
Herkunft und Wortbildung
Die Bildung verbindet das Substantiv Streber mit der Endung -haft. Diese Endung bezeichnet in solchen Ableitungen eine Ähnlichkeit oder entsprechende Art. Streberhaft bedeutet somit, dass Verhalten die einem Streber zugeschriebenen Merkmale zeigt. Die negative Färbung kommt wesentlich aus der bereits abwertenden Personenbezeichnung.
Verwendung in einer Charakterisierung
Ein eigener Beleg könnte lauten: Felix meldet die gemeinsam gelöste Aufgabe als seine eigene Arbeit und hebt vor dem Lehrer wiederholt seinen besonderen Einsatz hervor. Sein Verhalten erscheint streberhaft, weil er Anerkennung auf Kosten der anderen sucht. Steht das Wort nur in einer spöttischen Äußerung seiner Mitschüler, muss die Analyse diese Perspektive offenlegen. Ein bloßes Lernen über den Pflichtstoff hinaus rechtfertigt den Vorwurf nicht.
Die Anleitung zur Charakterisierung erläutert das Zusammenspiel von Beobachtung, Beleg und Deutung.
