Dussel
Form & Grammatik
- Stichwort
- Dussel
- Worttrennung
- Dus·sel
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Dussels
- Plural
- die Dussel
- Form
- Dativ Plural: den Dusseln. Das Nomen Dussel bezeichnet eine Person; Dusel mit einem s bezeichnet Glück oder Benommenheit.
Umgangssprachliches Personenurteil, je nach Ton scherzhaft oder herabsetzend.
Dussel ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine Person, der man etwa Unaufmerksamkeit, törichtes Verhalten oder Verschlafenheit vorwirft. Der Ausdruck kann ein scherzhafter Eigenvorwurf sein, andere aber auch herabsetzen.
Bedeutungen
Ein Versehen oder unkluges Verhalten bewerten
Mit Dussel wird eine Person pauschal über ein als ungeschickt oder töricht empfundenes Verhalten bezeichnet. Ein einzelner Fehler reicht jedoch nicht aus, um ihre Fähigkeiten insgesamt zu beurteilen.
„Ich Dussel habe die fertige Einkaufsliste zu Hause liegen lassen.“
Die sprechende Person reagiert auf ihr eigenes Versehen. Der Satz muss keine dauerhafte Eigenschaft beschreiben.
Synonyme im Gebrauch
Dussel oder Dummkopf?
Dummkopf legt den Vorwurf mangelnder Klugheit stärker nahe. „Ich Dussel habe den Termin verwechselt“ kann ein lockerer Eigenvorwurf sein; „du Dummkopf“ kann als direkte Beschimpfung deutlich härter wirken. Die Wirkung hängt trotzdem vom Gespräch ab.
Ein Verhalten genauer benennen
Unaufmerksam beschreibt eine mögliche Ursache genauer: „Ich war unaufmerksam und übersah die zweite Zeile.“ Die Alternative passt nur, wenn fehlende Aufmerksamkeit tatsächlich gemeint ist. Schlafmütze kann dagegen ein langsames oder verschlafenes Auftreten verspotten.
Das Adjektiv dusslig oder dusselig gehört zur Wortfamilie. „Die Bemerkung war dusslig“ bewertet eine Äußerung; „du bist ein Dussel“ richtet sich auf die Person. Das verändert den Umfang des Urteils.
Beispiele und Verwendung
„So ein Dussel: Ich habe den Schlüssel in die falsche Tasche gesteckt.“ Der anschließende Ich-Satz macht den Selbstbezug erkennbar.
„Sie ärgerte sich, weil er sie vor der Gruppe einen Dussel nannte.“ Die Benennung wird hier als herabsetzend dargestellt. Die Absicht des Sprechers und die Wirkung bei der angesprochenen Person können auseinanderfallen.
„Du hast Dusel gehabt, du Dussel.“ Der erste Ausdruck bezeichnet Glück; der zweite ist eine Personenbewertung. Ein zusätzliches s verändert hier das Wort und seine Bedeutung.
Grammatik und Beugung
Dussel ist ein maskulines Nomen. Der Plural hat im Nominativ dieselbe Wortform wie der Singular: der Dussel – die Dussel. Erst der Begleiter und der Satz zeigen die Zahl. Im Dativ Plural tritt ein n hinzu.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Dussel | die Dussel |
| Genitiv | des Dussels | der Dussel |
| Dativ | dem Dussel | den Dusseln |
| Akkusativ | den Dussel | die Dussel |
Die Worttrennung lautet Dus·sel. Der Ausdruck kann auch in einer Anrede ohne Artikel stehen: Du Dussel! In „Sie nannte ihn einen Dussel“ steht die Bezeichnung im Akkusativ; das ist keine zusätzliche weibliche oder männliche Wortform.
Dussel oder Dusel?
Dussel mit ss bezeichnet hier eine Person. Dusel mit einfachem s bedeutet dagegen Glück oder einen benommenen Zustand. „Trotz meines Fehlers hatte ich Dusel.“ Dieser Satz spricht über den günstigen Ausgang und nennt die Person nicht Dussel.
