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Tussi

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Tussi
Worttrennung
Tus·si
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Tussi
Plural
die Tussis
Form
Dativ Plural den Tussis. Verwandte Form: die Tusse, der Tusse, die Tussen.

Salopp, oft abwertend. Die Bewertung der sprechenden Person ist keine festgestellte Eigenschaft der bezeichneten Person.

Grammatisches Femininum; kann auch auf männliche Personen bezogen werden.

Formen und Verwendung im Detail

Tussi ist eine saloppe, oft abwertende Bezeichnung für eine Person. Das Wort kann ihr Oberflächlichkeit und starke Beschäftigung mit dem eigenen Aussehen unterstellen. Daneben kann es eine Partnerin geringschätzig bezeichnen. Eine verwandte Form ist Tusse.

Bedeutungen

1

Jemanden als oberflächlich abwerten

Wer jemanden Tussi nennt, stellt die Person etwa als selbstbezogen oder übermäßig auf ihr Äußeres bedacht dar. Darin steckt eine Wertung. Kleidung, Schmuck oder ein bestimmtes Auftreten beweisen die unterstellte Eigenschaft nicht.

„Er nannte die neue Kollegin eine Tussi, obwohl er bisher nur ihr Profilfoto kannte.“

Die Beschimpfung zeigt hier ein vorschnelles Urteil des Sprechers. Der Satz liefert keinen Nachweis für die Persönlichkeit der Kollegin.

2

Eine Partnerin geringschätzig bezeichnen

In einem Ausdruck wie seine Tussi kann die Freundin oder Partnerin eines Mannes gemeint sein. Der saloppe Ton kann distanziert oder abwertend wirken; eine bestimmte Charaktereigenschaft muss damit nicht ausdrücklich behauptet werden.

„Als er von ‚meiner Tussi‘ sprach, bat seine Partnerin ihn, ihren Namen zu verwenden.“

Das Beispiel zeigt den Beziehungsbezug und zugleich, dass die bezeichnete Person den Ausdruck nicht akzeptiert. Vertrautheit erlaubt keinen sicheren Schluss darauf, dass eine solche Benennung willkommen ist.

Synonyme im Gebrauch

Personen neutral benennen

Person, Frau oder der Name lassen den Vorwurf der Oberflächlichkeit weg. „Die Person mit der roten Jacke wartet draußen“ identifiziert jemanden; „die Tussi wartet draußen“ bewertet zusätzlich. Soll tatsächlich ein bestimmtes Verhalten kritisiert werden, ist dessen Beschreibung genauer.

Tussi oder Freundin?

Freundin und Partnerin können den Beziehungsstatus neutraler angeben. „Seine Partnerin kommt mit“ enthält keine Geringschätzung. Dummkopf ist ebenfalls abwertend, unterstellt aber eher fehlende Klugheit; das ist keine bedeutungsgleiche neutrale Alternative.

Beispiele und Verwendung

„Sie bezeichnet sich scherzhaft selbst als Tussi.“ Ein selbst gewähltes Etikett kann einen anderen Ton haben als eine fremde Beschimpfung. Daraus folgt nicht, dass andere die Bezeichnung ohne Weiteres übernehmen dürfen.

„Er wurde als männliche Tussi verspottet.“ Das grammatisch feminine Nomen kann auf einen Mann bezogen werden. Die Form die Tussi ändert sich dadurch nicht.

Eine abwertende Benennung kann auch durch scheinbare Zurückhaltung ausgesprochen werden: „Ich würde sie niemals eine Tussi nennen.“ Wie eine solche angekündigte Auslassung trotzdem etwas hervorhebt, erklärt Praeteritio. Das Beispiel macht die Beschimpfung nicht sachlich richtig.

Grammatik und Beugung

Tussi ist ein feminines Nomen und wird großgeschrieben. Im Singular bleibt die Wortform in allen Fällen gleich; der Plural lautet Tussis, auch im Dativ. Das Genus des Wortes ist von der Geschlechtszuordnung einer bezeichneten Person zu unterscheiden.

Tussi: die vier Fälle
FallSingularPlural
Nominativdie Tussidie Tussis
Genitivder Tussider Tussis
Dativder Tussiden Tussis
Akkusativdie Tussidie Tussis

Die verwandte Form Tusse

Tusse hat dieselben hier beschriebenen Verwendungen und ebenfalls einen saloppen, oft abwertenden Ton. Ihre Formen lauten die Tusse und die Tussen; die Worttrennung ist Tus·se.

Tusse: die vier Fälle
FallSingularPlural
Nominativdie Tussedie Tussen
Genitivder Tusseder Tussen
Dativder Tusseden Tussen
Akkusativdie Tussedie Tussen