Armut ist keine Schande
Form & Grammatik
- Grundform
- Armut ist keine Schande.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Geld, Besitz und das richtige Maß
- Form
- Verneinter Aussagesatz mit „Armut“ im Singular.
Definition · kurz erklärt
Finanzielle Not ist kein persönlicher Makel. Wer wenig Geld besitzt, muss sich deswegen nicht schämen oder als weniger wertvoll ansehen lassen.
Bedeutung
Armut von moralischer Schuld unterscheiden
Schande bezeichnet etwas, das Ansehen oder Selbstachtung verletzt. Gerade eine solche Bewertung weist der Satz für Armut zurück. Er kann einen betroffenen Menschen ermutigen oder Vorurteile gegenüber Menschen mit wenig Geld kritisieren. Dabei geht es um Würde und gesellschaftliche Bewertung, nicht um die Behauptung, materielle Not sei angenehm oder folgenlos.
„Ich kann mir den gemeinsamen Ausflug gerade nicht leisten“, sagte Malik. „Das musst du nicht verstecken. Armut ist keine Schande“, antwortete seine Freundin.
Die Antwort nimmt den empfundenen Makel zurück. Sie beseitigt jedoch nicht das konkrete Problem, dass Geld für den Ausflug fehlt.
Als bloßer Trostsatz kann die Wendung echte Schwierigkeiten übergehen. Respektvolle Unterstützung sollte die Wünsche der Betroffenen berücksichtigen und ihre Lage nicht öffentlich vorführen.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Geld allein macht nicht glücklich
„Geld allein macht nicht glücklich“ begrenzt den Nutzen von Reichtum. „Armut ist keine Schande“ wehrt eine moralische Abwertung wegen fehlenden Geldes ab.
Auch Wohlhabende können unzufrieden sein; daraus folgt noch keine Aussage darüber, wie Menschen in Armut behandelt werden sollen.
Beispiele und Verwendung
Ein Vorurteil zurückweisen
„Dass sie sich die neue Ausstattung nicht leisten können, sagt nichts über ihren Charakter. Armut ist keine Schande.“
Hier richtet sich der Spruch gegen die Bewertung durch andere und nicht als Belehrung an die Betroffenen.
Form und Varianten
Keine Schande ist eine prädikative Nominalgruppe im Nominativ. Ist verbindet sie mit dem Subjekt Armut. Die Verneinung gehört zur Aussage des Sprichworts.
Varianten und Abwandlungen
Auch „Armut schändet nicht“ ist belegt. Diese Fassung verwendet das Verb schänden und denselben zurückweisenden Gedanken.
