Besser nichts geben als geraubtes Almosen
Form & Grammatik
- Grundform
- Besser nichts geben als geraubtes Almosen.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Entscheidungen, Glück und Folgen
- Form
- Verkürzter Vergleich mit „besser … als …“.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Eine gute Gabe wird durch ihre unrechtmäßige Beschaffung fragwürdig.
Bedeutung
Den guten Zweck nicht von der Herkunft der Mittel trennen
Ein Almosen soll einen bedürftigen Menschen unterstützen. Wird es durch Raub beschafft, steht hinter der Gabe der Schaden eines anderen. Der Spruch lehnt es ab, diesen Schaden durch den guten Zweck unsichtbar zu machen.
„Er spendet großzügig, hat das Geld aber aus der Gemeinschaftskasse genommen. Besser nichts geben als geraubtes Almosen.“
Die Kritik richtet sich gegen die unrechtmäßige Beschaffung, nicht gegen Unterstützung an sich.
Ein guter Zweck rechtfertigt nicht jedes Mittel. Die Herkunft einer Gabe und ihre mögliche hilfreiche Wirkung müssen getrennt betrachtet werden.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Ehrlich währt am längsten
Der Ehrlichkeits-Spruch empfiehlt Aufrichtigkeit allgemein. Das geraubte Almosen prüft besonders, ob die Mittel zu einer guten Handlung vertretbar sind.
Eine Spende aus eigenem Geld und eine Spende aus entwendetem Geld können dem Empfänger nützen, unterscheiden sich aber in ihrer Beschaffung.
Beispiele und Verwendung
Mittel und Zweck getrennt beurteilen
„Die Hilfe ist willkommen; die entwendeten Mittel müssen trotzdem zurückgegeben werden.“
Eine nützliche Wirkung beseitigt nicht automatisch den vorausgehenden Schaden.
Form und Varianten
„Geraubtes“ ist ein attributiv verwendetes Partizip II zu „Almosen“. Das neutrale Nomen steht hier ohne Artikel. Vor der einfachen Vergleichsgruppe nach „als“ steht kein Komma.
