Böses lässt sich leicht verrichten, aber nicht leicht wieder schlichten
Form & Grammatik
- Grundform
- Böses lässt sich leicht verrichten, aber nicht leicht wieder schlichten.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Menschen, Sprache und Zusammenleben
- Form
- Zwei gegensätzliche Infinitivverbindungen mit „lässt sich“.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Schaden anzurichten ist oft leichter, als seine Folgen zu beheben.
Bedeutung
Schaden ist schneller angerichtet als behoben
Eine zerstörerische Handlung kann nur einen Augenblick dauern, während die Wiederherstellung viel Zeit und Mühe kostet. Der Reim verbindet das Verrichten mit dem späteren Schlichten. „Schlichten“ meint hier das Beilegen oder Wiederordnen der Folgen.
„Die verletzende Nachricht war schnell verschickt, das Vertrauen lässt sich nicht sofort zurückholen. Böses lässt sich leicht verrichten, aber nicht leicht wieder schlichten.“
Die Zeit für die Handlung und die Zeit für die Wiedergutmachung stehen in einem deutlichen Missverhältnis.
Wiedergutmachung kann möglich und wichtig sein, auch wenn sie schwierig ist. Der Spruch ist kein Grund, nach einem Fehler aufzugeben.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Abbitte ist die beste Buße
Die Abbitte nennt einen möglichen ersten Schritt nach einem Fehler. Der Schadensspruch betont, dass die vollständige Klärung darüber hinaus Mühe brauchen kann.
Eine Entschuldigung kann sofort ausgesprochen werden; verlorenes Vertrauen braucht möglicherweise längere Erfahrung.
Beispiele und Verwendung
Vor dem Handeln an die Folgen denken
„Ich lese die Nachricht noch einmal, bevor ich sie im Ärger abschicke.“
Ein kurzer Halt kann spätere Klärung erleichtern oder einen vermeidbaren Schaden verhindern.
Form und Varianten
„Böses“ ist ein substantiviertes Adjektiv. Im zweiten Teil bleibt „lässt sich“ unausgesprochen. Vor „aber“ steht ein Komma; „wieder“ bedeutet erneut beziehungsweise zurück in einen geordneten Zustand.
