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Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach

Form & Grammatik

Sprichwort
Grundform
Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.
Eintragstyp
Sprichwort
Thema
Menschen, Sprache und Zusammenleben
Form
Zwei durch „aber“ verbundene Aussagesätze.

Definition · kurz erklärt

Ein guter Vorsatz lässt sich nicht immer mit der eigenen Kraft oder Selbstdisziplin umsetzen. Der Spruch benennt den Abstand zwischen Wollen und tatsächlichem Handeln.

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Bedeutung

Der Wille reicht nicht immer zur Umsetzung

Geist steht für Absicht und Bereitschaft, Fleisch für körperliche Bedürfnisse und menschliche Schwäche. Der Gegensatz kann eine Versuchung meinen, der jemand nachgibt. Er kann aber auch echte körperliche Erschöpfung beschreiben. Die Wendung wird häufig selbstironisch verwendet, wenn ein vorher gefasster Plan nicht eingehalten wird.

„Ich wollte nach der Wanderung noch die Fotos sortieren, bin aber auf dem Sofa eingeschlafen. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“

Die Absicht war vorhanden, doch die Müdigkeit setzte eine Grenze. Das Beispiel beschreibt keine moralische Verfehlung, sondern fehlende Kraft am Ende eines anstrengenden Tages.

Nicht jede unerledigte Aufgabe beruht auf mangelnder Disziplin. Körperliche Grenzen und äußere Hindernisse sollten nicht mit einem scherzhaften Spruch abgetan werden.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert

Der mit guten Vorsätzen gepflasterte Weg zur Hölle betont, dass Absichten allein keine Verbesserung bewirken. Die Gegenüberstellung von Geist und Fleisch hebt die persönliche Schwierigkeit der Umsetzung hervor.

Müdigkeit kann einen persönlichen Vorsatz verhindern; in einem gemeinsamen Vorhaben können auch fehlende Zuständigkeiten die Umsetzung blockieren.

Beispiele und Verwendung

Eine kleine Schwäche selbstironisch erklären

„Ich wollte nur ein Kapitel lesen und habe doch das ganze Buch verschlungen. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“

Der Zusammenhang muss erkennen lassen, welcher Vorsatz gemeint war. Selbstironie wirkt anders als der Vorwurf gegenüber anderen.

Form und Varianten

Vor aber steht ein Komma. Willig und schwach sind prädikative Adjektive ohne Flexionsendung. Beide Subjekte stehen im Singular und verbinden sich jeweils mit ist.

Herkunft

Die Gegenüberstellung ist biblisch überliefert. Ihr heutiger scherzhafter Alltagsgebrauch erweitert den ursprünglichen religiösen Zusammenhang.