Des einen Glück ist des anderen Leid
Form & Grammatik
- Grundform
- Des einen Glück ist des anderen Leid.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Entscheidungen, Glück und Folgen
- Form
- Aussagesatz mit zwei vorangestellten Genitiven.
Definition · kurz erklärt
Dasselbe Ereignis kann einer Person nützen und einer anderen schaden. Der Spruch stellt die unterschiedlichen Folgen einer Entwicklung nebeneinander.
Bedeutung
Ein Ereignis hat gegensätzliche Folgen
Glück und Leid bezeichnen hier günstige und ungünstige Auswirkungen. Entscheidend ist, dass beide Seiten mit derselben Sache verbunden sind. Der Satz kann sachlich eine Interessenkollision beschreiben oder mitfühlend an die Verlierenden erinnern. Er unterstellt nicht zwingend, dass jemand den Nachteil des anderen absichtlich herbeigeführt hat.
„Der starke Schnee freut die Betreiberin des Skilifts, doch der Lieferdienst muss seine Fahrten absagen. Des einen Glück ist des anderen Leid.“
Beide erleben dasselbe Wetter unter verschiedenen Bedingungen. Niemand muss dem anderen etwas weggenommen haben, damit gegensätzliche Folgen entstehen.
Nicht jeder Vorteil setzt einen Schaden für andere voraus. Zusammenarbeit kann mehreren Beteiligten nützen; der Spruch sollte solche gemeinsamen Möglichkeiten nicht vorschnell ausschließen.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Kein Nachteil ohne Vorteil
„Kein Nachteil ohne Vorteil“ sucht einen günstigen Aspekt innerhalb einer ungünstigen Lage. „Des einen Glück ist des anderen Leid“ verteilt die gegensätzlichen Folgen ausdrücklich auf verschiedene Beteiligte.
Ein verregneter Ausflug kann derselben Person Zeit zum Lesen geben; für ein Freibad und einen Garten entstehen dagegen unterschiedliche Folgen.
Beispiele und Verwendung
Die andere Seite mitbedenken
„Wir bekommen den Raum günstig, weil die bisherige Gruppe aufgeben muss. Des einen Glück ist des anderen Leid.“
Der Satz kann dazu anregen, trotz eigener Freude den Verlust anderer nicht zu übersehen.
Form und Varianten
Des einen und des anderen sind Genitivgruppen und werden hier kleingeschrieben. Glück ist das Subjekt; Leid steht als Prädikativ nach ist.
Varianten und Abwandlungen
„Des einen Leid ist des anderen Glück“ ist ebenfalls belegt. Die Reihenfolge der Perspektiven wird dabei umgekehrt.
