Die Hoffnung stirbt zuletzt
Form & Grammatik
- Grundform
- Die Hoffnung stirbt zuletzt.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Zeit, Geduld und Gelegenheiten
- Form
- Aussagesatz mit personifizierter „Hoffnung“.
Definition · kurz erklärt
Auch bei ungünstigen Aussichten kann der Wunsch nach einem guten Ausgang bestehen bleiben. Der Spruch ermutigt zum Hoffen oder beschreibt hartnäckigen Optimismus.
Bedeutung
Trotz schlechter Aussichten weiter hoffen
Hoffnung wird wie ein lebendes Wesen vorgestellt, das erst ganz am Ende stirbt. Das Bild hebt ihre Widerstandskraft hervor, wenn andere Gründe für Zuversicht bereits schwächer werden. Der Satz kann ernsthaft Mut machen. Er kann aber auch selbstironisch einräumen, dass die tatsächlichen Chancen gering sind.
„Die verlorene Mappe ist seit Tagen nicht aufgetaucht, aber ich frage noch einmal im Fundbüro. Die Hoffnung stirbt zuletzt.“
Die Person hält eine Möglichkeit offen und unternimmt einen passenden Schritt. Sie behauptet nicht, dass das Wiederfinden wahrscheinlich oder sicher sei.
Hoffnung ersetzt keine realistische Einschätzung und keinen Plan für einen ungünstigen Ausgang. Wer eine belastende Lage erlebt, muss sich auch Enttäuschung oder einen Abschied von Erwartungen erlauben dürfen.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Der Glaube versetzt Berge
Der Berge versetzende Glaube betont Überzeugung als Kraft für Handeln. Die zuletzt sterbende Hoffnung kann bestehen bleiben, auch wenn man selbst kaum noch Einfluss auf den Ausgang hat.
Ein Team kann voller Zuversicht an einem Projekt arbeiten; auf eine bereits abgesandte Bewerbung kann man nur noch hoffnungsvoll warten.
Beispiele und Verwendung
Eine geringe Chance offenhalten
„Vielleicht wird vor dem Konzert noch eine Karte zurückgegeben. Die Hoffnung stirbt zuletzt.“
Die Wendung benennt hier eine Möglichkeit, ohne einen Anspruch auf deren Erfüllung zu erheben.
Form und Varianten
Stirbt ist die dritte Person Singular von sterben. Zuletzt ist ein zusammengeschriebenes Adverb und bezeichnet die zeitliche Reihenfolge.
