Die Welt ist nirgend mit Brettern vernagelt
Form & Grammatik
- Grundform
- Die Welt ist nirgend mit Brettern vernagelt.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Entscheidungen, Glück und Folgen
- Form
- Aussagesatz mit der historischen Ortsangabe „nirgend“.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Es gibt auch anderswo Möglichkeiten und Auswege.
Bedeutung
Auch anderswo gibt es Möglichkeiten
Die mit Brettern verschlossene Welt ist ein übertriebenes Bild für einen vermeintlich endenden Weg. Der Spruch widerspricht dem Gefühl, nur an einem Ort oder in einer einzigen Verbindung eine Chance zu haben. Er kann zum Weitersehen ermutigen.
„Wenn dieser Raum nicht frei ist, suchen wir im Nachbarviertel. Die Welt ist nirgend mit Brettern vernagelt.“
Die Ablehnung beendet die konkrete Möglichkeit, aber nicht alle denkbaren Alternativen.
Möglichkeiten sind nicht für alle Menschen gleich zugänglich. Der Spruch sollte reale finanzielle, soziale oder andere Hindernisse nicht kleinreden.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Überm Bach wohnen auch Leute
Überm Bach wohnen weitere Menschen und damit vielleicht neue Kontakte. Die unvernagelte Welt betont allgemeiner offene Wege jenseits eines einzelnen Rückschlags.
Eine Suche zu erweitern ist eine konkrete Umsetzung der Zuversicht, dass nicht alle Wege versperrt sind.
Beispiele und Verwendung
Nach einer Absage neu planen
„Wir schreiben auf, welche anderen Orte für das Treffen infrage kommen.“
Eine konkrete Alternative macht die Ermutigung greifbar.
Form und Varianten
„Nirgend“ bedeutet nirgends. „Mit Brettern“ steht im Dativ Plural. „Vernagelt“ ist das Partizip II von „vernageln“ und beschreibt den vorgestellten verschlossenen Zustand.
