Ein Feind ist zu viel und hundert Freunde nicht genug
Form & Grammatik
- Grundform
- Ein Feind ist zu viel und hundert Freunde nicht genug.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Menschen, Sprache und Zusammenleben
- Form
- Zwei durch „und“ verbundene Vergleichsteile mit Zahlengegensatz.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Feindschaft wird als schwere Belastung, Freundschaft als wertvolle Unterstützung dargestellt. Der Spruch wünscht möglichst wenig Gegnerschaft und möglichst viele verlässliche Verbindungen.
Bedeutung
Freundschaft höher als Feindschaft bewerten
Die Zahlen sind bewusst ungleich verteilt: Schon ein einziger Feind erscheint zu viel, während selbst hundert Freunde noch nicht genügen sollen. Damit drückt der Satz eine Wertung aus. Er zählt keine tatsächlichen Beziehungen und verlangt keine bestimmte Größe des Bekanntenkreises.
„Ich will den Streit nicht weiter anheizen. Ein Feind ist zu viel und hundert Freunde nicht genug.“
Die Sprecherin entscheidet sich für eine Entschärfung des Konflikts. Sie muss dafür nicht jede Kritik zurücknehmen oder eine Freundschaft vorspiegeln.
Man kann nicht jeden Menschen zum Freund gewinnen. Notwendige Grenzen oder sachliche Auseinandersetzungen sind kein Versagen; wenige enge Beziehungen können sehr wertvoll sein.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Besser offener Feind als zweideutiger Freund
Der Vergleich zwischen offenem Feind und zweideutigem Freund hebt Berechenbarkeit hervor. Dieser Spruch bewertet Freundschaft und Feindschaft allgemeiner.
Eine klare Gegnerschaft kann verständlicher sein als falsche Nähe, ohne deshalb wünschenswert zu werden.
Beispiele und Verwendung
Versöhnung anstreben
„Vielleicht können wir uns wenigstens wieder ruhig begegnen. Ein Feind ist zu viel und hundert Freunde nicht genug.“
Der Satz passt zu einem eigenen Versöhnungswunsch, sollte aber niemanden zu Nähe mit einer schädigenden Person drängen.
Form und Varianten
Ein Feind ist das Subjekt des ersten Teils. Im zweiten wird sind zu hundert Freunde sinngemäß ergänzt. Zu viel wird heute getrennt geschrieben. Genug bleibt als Mengenangabe unverändert.
